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„Die Ostsee ist ein Meer, kein Pool“

Karlshagen „Die Ostsee ist ein Meer, kein Pool“

In Karlshagen wurde Seegras am Strand angespült / Keine Algen- und Quallengefahr für die Usedomer Küste

Karlshagen. Seit Beginn der Woche müssen Badegäste im Usedomer Norden, besonders in Karlshagen, erst einen großen Sprung machen, um ins Wasser zu kommen. An einigen Stellen bildeten sich Seegrasteppiche – Kurverwaltungen und Behörden geben jedoch Entwarnung. Von diesen geht keinerlei Gefahr für die Gesundheit der Gäste aus.

„Das Seegras kommt aus dem Fauna-Flora-Habitat-(FFH)-Gebiet ’Adlergrund’. Dort, zwischen Rügen und Bornholm, ist es sehr flach, und durch den Wind wurde das Gras abgerissen und zu uns gespült“, erklärt Karlshagens Kurdirektorin Silvia-Beate Jasmand.

Dass in der Hochsaison Seegras angespült wird, ist kein neues Phänomen. „Grundsätzlich kann es wetterbedingt immer zu Anlandungen aus Algen, Seegras und Muscheln kommen. Karlshagen im Inselnorden hat eine sogenannte Anlandungsküste, das heißt hier treten im Vergleich verstärkt Muschel- und Seegrasansammlungen am Strand auf, da die Meeresströmungen in die Richtung unseres Strandes führen“, erklärt Karlshagens Eigenbetriebsmitarbeiterin Christina Hoba.

Das Gesundheitsamt des Landkreises Vorpommern-Greifswald kontrolliert alle vier Wochen die Badestellen in der Region. Sollte es jedoch Hinweise durch Kurverwaltungen, Rettungsschwimmer oder Badegäste geben, sind die Mitarbeiter „am Ball“, informiert Kreissprecher Achim Froitzheim. „Algenteppiche vor der Insel Usedom wurden uns bislang nicht gemeldet“, so Froitzheim.

Nicht nur Seegras und Algen können das Badevergnügen trüben. „Vor einigen Tagen hatten wir Hinweise zu einem örtlich verstärkten Aufkommen von kleinen Quallen, mutmaßlich Stachelbeer-Quallen. Die sind jedoch harmlos“, sagt Achim Froitzheim.

Angst vor Quallen brauchen die Urlauber bislang nicht zu haben. Gefährlich Feuerquallen sind hier so gut wie ausgeschlossen. „Sie kommen an der Nordsee häufiger vor. Hier haben wir keine Arten, die den Menschen ernsthaft gefährden“, so Froitzheim.

Dass in diesem Jahr besonders viel Seegras angetrieben wird, hängt mit dem Nordost-Wind zusammen. „Dadurch ist der Norden häufig betroffen. Das erklärt, warum andere Seebäder nicht mit Problemen in diesem Ausmaß zu kämpfen haben“, sagt Hoba.

Die Mitarbeiter des Karlshagener Bauhofes reinigen ihre Strandabschnitte ihm Rahmen ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. „Das Wasser kann leider nicht durchgeharkt werden“, sagt Hoba. Dort wo Seegras liegt, wird es mitgenommen. „Die Ostsee ist ein Meer und kein gechlorter Pool, wie es ihn in Hotelanlagen gibt. Damit müssen wir leben.“

Hannes Ewert

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