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Usedom Die Tropen mitten in Bansin
Vorpommern Usedom Die Tropen mitten in Bansin
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00:00 17.11.2016
Eins von vier Goldkopflöwenäffchen, die im Bansiner Tropenzoo gezeigt werden.

. Hedda Enßle aus Trebbin bei Berlin hat in ihrem Urlaub in Bansin eine unerwartete Begegnung. Im Tropenzoo in der Goethestraße legt ihr Tierpflegerin Eva Morgenstern eine Königspython über Bauch und Rücken. Die Trebbinerin zuckt kein bisschen, tätschelt die Schlange mit geübten Griffen und genießt die warme, seidige Haut. „Ich kenne das. Zuhause habe ich eine Königsnatter, die liebt auch den engen Kontakt zu Menschen“, sagt sie, während die zutrauliche Schlange sich um sie windet. Hedda Enßle freut sich, im nebligen Herbst plötzlich in einer tropischen Miniwelt zu stehen.

Auf Kuschelkurs mit Königspython oder Äffchen und auf ein Schwätzchen mit Edelpapagei Jaco

Seit 2013 betreiben Zootierpflegermeister Bernd Thews (53) und Zootierpflegerin Eva Morgenstern (51), unterstützt von zwei Minijobbern, den Bansiner Tropenzoo, den sie als kleinsten Zoo Deutschlands bewerben. Im Innenbereich mit tropisch warmen Terrarien und in den zum Teil beheizbaren Außengehegen zeigen sie rund 160 Tiere in 63 Arten – die tropischen Insekten nicht mitgezählt – und 287 Kakteen sowie andere Sukkulente in rund 80 Arten. An 365 Tagen im Jahr ab 10 Uhr. „Die Tiere müssen sowieso versorgt werden, da können wir auch gleich öffnen“, sagt Eva Morgenstern. Jeden zweiten Tag kauft sie Riesenmengen frisches Gemüse, Obst, Fleisch, Eier und Körner ein.

Als die Tierpflegerin das Gehege der Kapuzineräffchen für ein Foto öffnet, verputzt Luise gerade einen der knackigen Äpfel. Demonstrativ hält sie das Obst in die Kamera, um sich gleich darauf dankbar an Eva Morgenstern zu kuscheln: „Luise ist mein Baby. Ich habe sie mit der Flasche aufgezogen und gemeinsam mit Peppels aus dem Wolgaster Tierpark mit nach Bansin gebracht“. Der Affe war dort von der Gruppe ausgestoßen worden, in Bansin lebt er zufrieden in Luises Gesellschaft. „Affen und Schildkröten sind ohnehin unsere Renner bei den Besuchern“, sagt die Pflegerin. Auch der Nachbarschaft, einem Goldkopflöwenäffchenpaar, geht es gut. Sie haben sogar schon Nachwuchs – einen Jungen und ein Mädchen. Am Boden ihres Geheges hat ein Goldrückenaguti seinen Rückzugsraum. In seiner natürlichen Heimat hätte das südamerikanische Nagetier viele Fressfeinde. „Vergesellschaftet“ heiße die praktische Zusammenlegung zweier Tierarten, erklärt Eva Morgenstern. In unmittelbarer Nachbarschaft der Goldkopflöwenäffchen lebt neben dem Kinderspielplatz ein munteres Weißgesichtsäffchenpaar mit fünf Kindern aus drei Würfen, daneben japanische Zwergseidenhühner mit fellähnlichem Gefieder – vergesellschaftet mit einer Kaninchenfamilie.

Der Besucherstar bei den Vögeln steht seit langem fest. Neben den sechs Arten farbenprächtiger Sittiche, die die meisten Kinder von zu Hause kennen, zieht Edelpapagei Jaco alle Besucher an seinen Käfig. „Er hat in einer Familie gelebt, fängt mit allen ein Gespräch an und plappert gern nach.“

Genau so kunterbunt wie die Vogelschar ist die Schar der Amphibien. Zum Beispiel die Pfeilgiftfrösche. „Die sehen mitunter so grellbunt wie Gummifrösche aus“, sagt die Tierpflegerin.

Ganz besonders stolz sind die Bansiner, die die Anlage 2013 ohne ein einziges Tier übernahmen und neu ausrichteten, das Blaugefleckte Baumwaran-Paar zeigen zu können. Diese Art wurde erst 2001 zum ersten Mal entdeckt. „Bei der Übernahme war es unser Grundanspruch, den kleinen Zoo voll auf tropische Pflanzen und Tiere auszurichten. Bis auf die Hasen und einige Hühner haben wir das Grundkonzept durchgezogen“, sagt die Tierpflegerin.

Die Tiere stammen aus Privatbesitz, Tierheimen, -auffangstationen oder anderen Zoos. Einige Südamerikanische Vögel, wie die Roten Erdtauben oder die Graukardinäle, dürfen sogar frei in der Tropenhalle neben dem Zooeingang herumfliegen. Jeder in Bansin auf die Welt gekommene Nachwuchs macht die Pfleger besonders stolz.

Angelika Gutsche

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