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„Die Ukrainistik in Greifswald liegt mir am Herzen“

„Die Ukrainistik in Greifswald liegt mir am Herzen“

Frank-Walter Steinmeier (SPD) im Interview mit der OZ

Greifswald Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat gestern die Slawistik der Universität Greifswald besucht. Später trug er in der Aula einen Vortrag über die „Deutsche Außenpolitik in stürmischen Zeiten“ vor. Das Auswärtige Amt unterstützt die Ukrainistik. Über die Gründe sprach die OZ mit ihm.

Welchen Stellenwert haben kleine Fächer oder Regionalwissenschaften?

Frank-Walter Steinmeier: Einen großen! Nur wenn wir auch in solche Forschungsbereiche investieren, die mancher vorschnell als Orchideen-Fach abtut, weil sie vielleicht nicht zu den klassischen Brot-und-Butter-Studienfächern gehören, können wir andere besser verstehen lernen. Deshalb lag und liegt mir die Ukrainistik in Greifswald am Herzen. Das hat gerade angesichts der Krisen in unserer unmittelbaren Nachbarschaft, Stichwort Ukraine-Konflikt, auch einen wichtigen außenpolitischen Aspekt: Wir benötigen mehr denn je fundiertes Wissen und Regionalkompetenz auch in Osteuropa.

Deshalb wollen und müssen wir die Kulturregionen im Osten Europas wieder stärker in den Blick nehmen. Die Uni Greifswald ist hier exzellent aufgestellt. Umso mehr freut es mich, dass es gelungen ist, die Zukunft der Ukrainistik und der Baltistik in Greifswald für die kommenden Jahre zu sichern.

Inwiefern nutzt ein Lehrstuhl für Ukrainistik dem Auswärtigen Amt?

Steinmeier: Das Institut für Slawistik an der Universität Greifswald hat mit seinem Ukrainikum ein Alleinstellungsmerkmal. Nirgendwo sonst in Deutschland gibt es einen solchen Lehrstuhl.

Schon allein deshalb war es mir auch ein persönliches Anliegen, dass die Ukrainistik in Greifswald vor dem Aus bewahrt wird. Deshalb haben wir mit der Landesregierung in Schwerin Gespräche aufgenommen, wie das Auswärtige Amt helfen kann. Gemeinsam haben wir schließlich ein zeitlich befristetes Projekt aufgesetzt. Von mehr Wissen über Osteuropa profitieren wir auch in der Außenpolitik.

Was ist das für ein Projekt?

Steinmeier: Ziel ist es, die politische Lage in der Ukraine und der Region wissenschaftlich zu analysieren und politische Handlungsempfehlungen zu entwickeln. Ein Projektteam soll ab 2017 Trends in der Ukraine analysieren und für die akademische Forschung und die Politik aufarbeiten. Zudem geht es darum, sich enger mit der ukrainischen Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft zu vernetzten. In Greifswald arbeiten eine Unternehmensstiftung, Bund, Land und Uni eng zusammen, um die Lücken wieder zu schließen, die mit dem Abbau der Osteuropa-Forschung nach der Wende entstanden sind.

Können Sie sich vorstellen, dass die Universität Greifswald die Ukraine-Experten in Ihrem Haus berät?

Steinmeier: Wir brauchen definitiv wieder mehr Wissen über Osteuropa. Deshalb ist eine Beratung des Auswärtigen Amts durch Expert

en der Universität Greifswald genau das Ziel, das wir mit der Projektförderung erreichen wollen.

Eckhard Oberdörfer

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