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Die (Wald)Aktien steigen

Umwelt Die (Wald)Aktien steigen

Forstamt meldet: Fünf Jahre nach den ersten Pflanzungen sind die Eichen schon drei Meter hoch.

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Forstdirektor Norbert Sündermann zeigt: Die ältesten durch Waldaktien finanzierten Eichen sind schon drei Meter hoch. Fotos (2): Angelika Gutsche

Neu Pudagla — Fünf Jahre sind vergangen, dass im ersten Usedomer Klimawald, nahe dem Forsthaus Damerow, von Insulanern und Gästen Eichen gepflanzt wurden; finanziert durch den Verkauf von Waldaktien. Die Grundidee der Pflanzinitiative: Mit Hilfe der Waldaktien werden Bäume gepflanzt, die das Kohlendioxid binden, das Urlauber durch die Anreise und die Bewegung mit ihren Autos auf der Insel zusätzlich erzeugen. Landwirtschaftsministerium und Landestourismusverband hatten die Aktion ins Leben gerufen. Zuvor war genau errechnet worden, dass eine vierköpfige Familie in einem 14-tägigen Urlaub mit ihrem Pkw 850 Kilogramm Kohlendioxid produziert, eine Menge, die sich durch Aufforstung im Wert von zehn Euro auffangen lässt.

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Forstdirektor Norbert Sündermann zeigt: Die ältesten durch Waldaktien finanzierten Eichen sind schon drei Meter hoch. Fotos (2): Angelika Gutsche

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„Diese Rechnung ist meiner Meinung nach aufgegangen“, sagt Norbert Sündermann, Direktor des Forstamtes Neu Pudagla, während seines Kontrollgangs im Klimawald. Das Forstamt konnte in den vergangenen fünf Jahren schon 4247 Waldaktien verkaufen und somit Pflanzaktionen für 42 470 Euro finanzieren. Die ersten Eichen, die 2008 auf einer zwei Hektar großen Feuchtwiese westlich der Bundesstraße 111 bei Damerow gepflanzt wurden, sind inzwischen drei Meter hoch und prächtig gewachsen. Bakterien haben den reinen Wiesenboden verändert. Das früher dominierende Rohrglanzgras wurde mehr und mehr zugunsten von Brennnesseln und Ochsenzunge zurückgedrängt. Die Wiese wandelt sich zum Waldboden.

Im zweiten Klimawald östlich der B 111 ist noch Platz. 2,2 Hektar der insgesamt drei Hektar großen Fläche sind bepflanzt. Selbst die erst im vergangenen Jahr zuletzt gepflanzten Eichen sind im Durchschnitt schon einen Meter hoch. Auch hier haben die Bäume durch ausreichend Feuchtigkeit gute Wachstumsbedingungen.

„Die Idee der Waldaktie hat bis heute ihren Reiz“, sagt Sündermann. „Ich bin immer wieder überrascht, mit wie viel Freude gerade Menschen, die den ganzen Tag über im Büro arbeiten, Bäume pflanzen oder zumindest Aktien kaufen. Offensichtlich vermissen sie, dass von ihrer Arbeit etwas Sichtbares bleibt.“ Deshalb hätten die Förster die Pflanzaktion auch nach wie vor als festen Punkt im Rahmen der jährlichen Wildwochen eingeplant. Die Gäste würden das mit Buchungen extra zu den Wildwochen honorieren. Schon bei der ersten Pflanzaktion sagte Matilde Pfeiffer aus Darmstadt, dass es ihr innigster Wunsch gewesen sei, einmal einen Baum zu pflanzen. In ihrem Urlaub auf Usedom habe sie sich diesen nun endlich erfüllen können.

Andererseits würde die Aktie zusätzlich Menschen emotional an den Wald binden. Vor allem für Kinder und Jugendliche sei das wichtig. „Insofern ist es dankenswert, dass die Achterkerke-Stiftung jährlich Waldaktien erwirbt, um junge Leute an das Thema Umwelt und Natur heranzuführen. Ich sehe das neben der Förderung begabter Jugendlicher und von Anti-Gewaltprojekten als wertvollsten Beitrag der Stiftung für die Inseljugend an“, sagt Sündermann.

Für die Zukunft hält der Förster weitere Flächen für Waldaktionäre vor. Ein Teil des Kamminker Försterackers (sechs Hektar) soll über Aktien bepflanzt werden. Auch am Paschenberg zwischen Ückeritz und Pudagla ist noch Platz für einen Klimawald.

Der Klimawald

4247Waldaktien hat das Forstamt seit 2008 bereits an Einheimische und Gäste verkauft. Grundstock waren 230 Aktien, die der Tourismusverband aus freiwilligen Portozahlungen der Gäste sponserte.

42470 Euro beträgt die Summe, für die bereits Aufforstungen in den beiden Usedomer Klimawäldern vorgenommen wurden.

850 kg Kohlendioxid produziert eine vierköpfige Familie in einem 14-tägigen Urlaub mit Pkw. Eine Waldaktie (10 Euro) fängt das auf.

 

Angelika Gutsche

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