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Usedom Die Welt des Varietés macht in Heringsdorf Station
Vorpommern Usedom Die Welt des Varietés macht in Heringsdorf Station
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00:00 06.06.2017
Wollen die Servicewüste Deutschland begrünen: Die Superhelden von „foolpool“ aus München mit einem lustigen Physical-Comedy-Programm.
Die Schülerjury

Auf ihren tollkühnen Feuerstühlen eroberten sie die Heringsdorfer Fußgängerzone: Die „Superhelden“ Alex, Clemens und Piko aus München. Am Kugelbrunnen kam das seltsame Trio zum Stehen, um inmitten einer Zuschauertraube „die Servicewüste Deutschland“ zu „begrünen“. Da blieb kein Auge trocken, als sie ihre Klientenschar „zur Reinigung des Astralleibes“ mit Wasser und guten Ratschlägen versorgten und eine Praline als ultimative „Stärkung des Adoniskörpers“ sogar per Rakete zu seinem Empfänger beförderten. „Wir legen in Deutschland so viel Wert auf Service und haben doch eigentlich gar keinen“, meint Held Piko Leins. „Da wollen wir mit unserem Slapstick und Klamauk gegensteuern.“

Tausende Zuschauer erleben das 18. Internationale Kleinkunstfestival mit schrägen Comedy-Helden, Musikern und Meistern der Akrobatik

Die Sieger

votierte für ein anderes Ergebnis: 1. Preis Billy Kidd (Kanada), 2. Preis Indarco Circus (Italien), 3. Preis Duo Masawa (Italien),

4. Preis Di Filippo Marionette (Italien/Australien) 5. Preis Zirkus Gonzo (Dänemark). Sonderpreise gehen an el-loren (Spanien) und Jan HimSelf (Schweiz). Die Preisträger erhalten kleine Präsente.

Das witzige Gespann aus München, das mit seiner Physical-Comedy gern auch bei Stadtfesten und Firmenfeiern aufwartet, gehörte zu jenen 26 Künstlern und Ensembles, die zu Pfingsten beim 18.

Internationalen Kleinkunstfestival in Heringsdorf ihre Gäste verzauberten. „Insgesamt hatten wir in diesem Jahr aus 265 Bewerbungen auszuwählen“, berichtete Kersten Fubel vom federführenden Förderverein Kleinkunst Insel Usedom. „Dabei legten wir großen Wert auf Genrevielfalt.“

Mit einem Mix aus Zauberei, Jonglage, Akrobatik, Pantomime, Comedy, Straßentheater und Animation ließ auch die jüngste Auflage des inzwischen weltweit bekannten Spektakels rund um den Heringsdorfer Seebrückenzugang keine Wünsche offen. Tausende Urlauber und Einheimische fanden sich auf dem Areal rund um den Kugelbrunnen ein, auf dem die Festivalteilnehmer aus aller Welt mit großer Leidenschaft ihr Können demonstrierten.

Finn Jagd Andersen zeigte auf dem Rasen gegenüber dem weltweit größten Strandkorb so genannte Handstand-Equilibristik, eine Gleichgewicht haltende Artistik. Der gebürtige Däne, der seit etwa zehn Jahren in der Schweiz lebt, beeindruckte sein Publikum zudem am Seil hoch über dem Boden mit einer Nummer, die Kraft, Balance und Biegsamkeit vereinte. „Ich habe Artistenschulen in Kopenhagen, Berlin und Toulouse besucht und war mit meinem Programm auch schon bei Festivals im österreichischen Linz und im schweizerischen St. Gallen zu sehen“, erzählte der 39-Jährige, der auch für Dinnerspektakel in einem Team von fünf Künstlern und zwei Köchen durch die Lande tourt.

Vielfach war Mitmachen angesagt, ob direkt beim Mitmachzirkus oder bei einzelnen Vorstellungen, wie etwa der von „el-loren“. Der Spanier war mit einem Sammelsurium aus Abwasserrohren, Topfdeckeln und einer Fahrradklingel angereist, dem er als Schlagzeuger ein unglaubliches Tonspektrum entlockte. Der Künstler griff spontan von Zuhörern gepfiffene Rhythmen auf und erwies sich als Meister der Improvisation.

Das Festival lebte von der Abwechslung, von der Frische und Freude der Akteure. Diese traten ganz ohne Gage auf und verließen sich stattdessen auf die Freigiebigkeit der Insulaner und ihrer Gäste.

Tom Schröter

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