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Usedom Direktmandat an AfD-Mann: Weber schlägt Schröder (CDU)
Vorpommern Usedom Direktmandat an AfD-Mann: Weber schlägt Schröder (CDU)
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00:00 05.09.2016

Im Wahlbezirk 30 (Gemeinde Seebad Heringsdorf, Amt Am Peenestrom, Amt Lubmin, Amt Usedom-Nord und Amt Usedom-Süd) konnte sich gestern bei der Landtagswahl von MV der Jura-Professor Dr. Ralph Weber (55) aus Kemnitz bei Greifswald gegen weitere sechs Direktkandidaten behaupten. Auf ihn entfielen – nach Auszählung von 62 von 64 Wahlbezirken – 35,8 Prozent der Erststimmen. Sein ärgster und zuvor hoch gehandelter Widersacher Karl-Heinz Schröder (CDU/65) aus Neppermin erhielt 19,1 Prozent der abgegebenen Wählerstimmen. Die weiteren fünf Direktkandidaten im Wahlkreis erhielten folgende Stimmenanteile: Falko Beitz (SPD) 18 %, Lars Bergemann (Linke) 17,4 %, Olaf Henrik Evers (Bündnis 90/Grüne) 2,7 %, Bernd Lange (FDP) 3,4 % und Harald Heß (Die Achtsamen Demokraten) 3,6 %.

Bei den Zweitstimmen lag ebenfalls die AfD mit 32,7 % klar vorn. Alle anderen demokratischen Parteien hatten im Wahlkreis gegenüber 2011 Stimmenverluste hinzunehmen. „Das ist schlimm“, kommentierte der Linke Bergemann das Wahlergebnis. Und Beitz (SPD) gesteht: „Ich bin in Sorge, wohin unsere Heimat politisch driftet.“

Besonders aber für das CDU-Urgestein Karl-Heinz Schröder dürfte der Abend ein ganz bitterer gewesen sein. Denn der Amtsvorsteher von Usedom-Süd, der als politischer Strippenzieher über die Insel hinaus gilt, hatte sich in den zurückliegenden Wochen landauf, landab für sein Wahlziel mächtig ins Zeug gelegt. Noch am Sonnabendvormittag stieß er mit Insulanern beim Loddiner Erntefest an, um am Abend in der Ahlbecker Pommernhalle eine Spende an die Inselhandballer zu übergeben – übrigens gemeinsam mit Innenminister Lorenz Caffier (CDU). Gestern früh hingen an Wolgaster Haustüren gar kleine Tüten mit frischen Brötchen und der Schröderschen Bitte um Wählerstimmen. Es hat alles nichts genutzt.

Die Region Wolgast/Insel Usedom/Lubmin hat damit wieder einen direkt gewählten Volksvertreter im Schweriner Landtag. Nachdem der Christdemokrat Dr. Stephan Rudolph sich nach der Wahl 2011 für das Amt des Staatssekretärs im Landes-Wirtschaftsministerium entschieden hatte, sitzt künftig Ralph Weber im Landtag, um die Interessen der Menschen zwischen Ahlbeck, Wolgast und Lubmin auf Landesebene wahrzunehmen.

Der Sieger gab sich am Abend „sehr erfreut“ über das AfD-Ergebnis und den Umstand, dass er selbst sogar noch ein paar Prozentpunkte mehr als seine Partei erhalten habe. „Das stärkt den Rücken für die Fraktionsarbeit“, sagte er auf Anfrage unserer Zeitung. Seine Bemühungen seien erfolgreich gewesen. Er habe in der Region im Wahlkampf „viel Hilfe“ bekommen.

Steffen Adler

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