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Usedom Drama vor Usedom: Familie mit Hund über Nacht in Seenot
Vorpommern Usedom Drama vor Usedom: Familie mit Hund über Nacht in Seenot
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05:56 12.06.2017

Dramatische Nacht am Wochenende auf der Ostsee vor der Insel Usedom: Ein Katamaran kentert – ein Mann aus der Neubrandenburger Gegend gerät mit seinen Söhnen in Seenot, kann sich mit knapper Not auf das umgekippte Boot retten. Mit dabei auch der Border-Collie der Familie. Doch Hilfe ist zunächst nicht in Sicht – zwölf Stunden lang treiben die Verunglückten allein auf dem Wasser.

„Gekentert war das acht Meter lange Boot gegen 20.30 Uhr am Freitagabend in der Nähe des Freesendorfer Hakens zwischen Peenemünde und Lubmin“, berichtet Christian Stipeldey, Sprecher des Seenotrettungsdienstes DGzRS. Er zitiert einen der Verunglückten: „Wir sahen ein aufziehendes Gewitter und wollten in einem Moment der Windstille das Segel reffen. Aber es dauerte keine Minute, da brachen mehrere Sturmböen über uns herein und warfen unseren Katamaran um.“

Dem 55-jährigen Vater und seinem 23 Jahre alten Sohn gelingt es als ersten, unter dem gekenterten Katamaran wieder aufzutauchen. Kurz darauf folgen der 20 Jahre alte Sohn und der Hund. Die Segler sind nur mit T-Shirts und kurzen Hosen bekleidet. „Wir haben es geschafft, bei etwa anderthalb Metern Seegang auf das gekenterte Boot zu klettern. Eine Reisetasche treibt auf – mit einem Pullover, zwei Jacken und einem Schlafsack. Damit haben wir uns notdürftig zugedeckt“, erzählt der 23-Jährige. Auf dem Boden der umgedrehten Kajüte harren sie aus, immer wieder umspült vom 15 Grad kalten Wasser, eineinhalb Seemeilen vom Land entfernt.

Seenotsignale und Telefon sind im Wasser verloren. Die Segler versuchen, mit Signalpfeifen auf sich aufmerksam zu machen. Niemand hört sie. Erst gegen 7.30 Uhr am Morgen entdeckt die Besatzung einer Segelyacht die Schiffbrüchigen in der Nähe der Knaackrückenrinne an der Mündung des Peenestroms. Sie alarmiert die Seenotretter. Wegen ihres Tiefgangs kommt die Yacht aber nicht näher an die Schiffbrüchigen heran.

Das Freester Seenotrettungsboot „Heinz Orth“ trifft als erstes bei den Schiffbrüchigen ein. Die Besatzung zieht die erschöpften Segler aus dem Wasser und übergibt sie an den Seenotrettungskreuzer „Eugen“ von der DGzRS-Station Greifswalder Oie. Auf der „Eugen“ werden die Geretteten mit warmen Getränken und trockener Kleidung versorgt.

Für den im Hafen Freest wartenden Notarzt gibt es nicht viel zu tun. Keiner der Verunglückten muss ins Krankenhaus, zwei, darunter der geschwächte Vater, haben leichte Unterkühlungen. Auch der Hund ist wohlauf. „Die haben viel Glück gehabt“, sagt Hartmut Trademann, Vormann der „Eugen“. In der langen Nacht übernahm einer der Söhne die Initiative, feuerte die anderen an, bloß nicht einzuschlafen.

Den Katamaran soll die Familie vor kurzem gekauft haben. Das Wrack liegt nun im Hafen von Kröslin.

Markus Stöcklin und Gerald Kleine Wördemann

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