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Usedom „Du musst sie an die Hand nehmen“
Vorpommern Usedom „Du musst sie an die Hand nehmen“
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00:00 18.04.2016
Kümmern sich täglich um den interkultirellen Garten: Jens Medow (l.) und André Albrecht.

Im interkulturellen Garten „Regenbogenpark“ an der Wolgaster Puschkinstraße blüht und gedeiht es. Am Sonnabend fiel der offizielle Startschuss für die diesjährige Pflanzsaison. „Ich bin gerne hier. An den Hochbeeten kann man ganz bequem arbeiten“, erklärte Regina Kretzschmar. Sie gehörte zu den gründäumigen Aktiven, die sich am Vormittag auf dem Areal am Rand des Neubaugebietes einfanden, um Gemüse anzusäen, Rabatten zu komplettieren und die letzten Spuren des Winters zu beseitigen.

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Zum Start in die Pflanzsaison im interkulturellen Garten in Wolgast-Nord blieben die Initiatoren fast unter sich

Ich bin gerne hier im Regenbogenpark. An den Hochbeeten kann man ganz bequem arbeiten.“Regina Kretzschmar, Rentnerin

Regina Kretzschmar ist Stammgast im Regenbogenpark. „Früher hatten wir als Familie einen Schrebergarten am Paschenberg, aber gesundheitlich haben wir es irgendwann nicht mehr geschafft. Jetzt gärtnere ich hier — mit Spaß und ganz ohne Druck“, schilderte die 66-Jährige, während sie Sämereien von Basilikum, Pflücksalat, Dill und Thymian in die Komposterde brachte. „Es wäre schön“, so die Peenestädterin, „wenn noch mehr Leute die Möglichkeiten hier nutzen würden.“

Diesen Wunsch hegt auch Lars Bergemann vom federführenden Verein Regenbogenpark, der am Sonnabend die im Winter trocken zwischengelagerten Dahlienknollen wieder ins Freiland pflanzte. „In dem Garten, der auch mit dem Geld einer OZ-Weihnachtaktion finanziert wurde, sollten ursprünglich Einheimische und Asylbewerber tätig werden, um sich näher zu kommen“, erinnerte der Wolgaster. Zwar sei auch die Aktion am Sonnabend in der nahen Flüchtlingsunterkunft an der Baustraße bekannt gemacht worden. „Aber du musst die Leute an die Hand nehmen und abholen. Sonst kommen sie nicht. Und das können wir nicht leisten“, so Bergemann.

Auch der Vereinschef wird nicht müde, die Wolgaster selbst zum Mitmachen zu animieren. „Wer möchte, kann sich eine Fläche aussuchen und sie gärtnerisch betreuen“, sagt er. „Wir als Verein stellen die Infrastruktur, wie zum Beispiel die neuen Hochbeete oder die Gewächshäuser und genutzt wird alles gemeinschaftlich.“ Die Heberlein-Schule und der Montessori-Kindergarten bewirtschafteten bereits jeweils eine kleine Parzelle eigenständig. Annett und Michael Kneisel, die zum Verein gehören, pflanzten am Wochenende auf der separaten Streuobstwiese Johannisbeersträucher. „Die haben wir bei einem Kleingärtner in Greifswald preiswert ersteigert. Der hat uns auch gleich noch Tulpenzwiebeln mitgegeben“, freute sich Annett Kneisel.

Der Verein hat 2015 noch einiges vor. Bis zum Sommer soll zum Beispiel im Garten eine Holzhütte aufgestellt werden. Diese soll Jens Medow und André Albrecht als Unterschlupf dienen, die im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes beim Verein angestellt sind und sich um den Garten kümmern. „Den geplanten Bau des ökologischen Lehmhauses als Begegnungsstätte haben wir erstmal zu den Akten gelegt. Wie kriegen die Finanzierung nicht auf die Beine gestellt“, sagt Bergemann. Am 8. Juli ist das Sommerfest für jedermann geplant. Die Initiatoren hoffen dann auf ein möglichst buntes Publikum.

Von Tom Schröter

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