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Usedom Dunkle Wolken über Usedomer Kita

Eltern sind in Sorge: In 18 Monaten haben neun Erzieher die Einrichtung verlassen

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Kita-Leiterin Sarah Mielke mit Kindern aus der Vorschulgruppe. Sie zog ihre Kündigung wieder zurück.

Quelle: Ingrid Nadler

Usedom. Über dem schönen neuen Kindergarten in Usedom sind dunkle Wolken aufgezogen. Auf zwei eng beschriebenen Seiten haben Eltern aufgelistet, was ihnen an der Betreuungssituation ihrer Kinder Sorge bereitet. Das war für Usedoms Bürgermeister Jochen Storrer Anlass, Beschwerdeführer, Kita-Leitung und Vertreter der Volkssolidarität (VS) als Betreiber der Einrichtung an einen Tisch zu bringen.

Wir können natürlich nicht den Tarif des öffent- lichen Dienstes zahlen.“Markus Eichler, Assistent der Geschäftsleitung der Volkssolidarität

Wichtigster Kritikpunkt ist der häufige Personalwechsel, der gerade bei kleinen Kindern Auswirkungen auf das Wohlbefinden hat. „In den vergangenen 18 Monaten haben neun Erzieher die Einrichtung verlassen“, nennt der Elternrat eine unglaubliche Zahl.

Die Gründe für das Weggehen seien ihr nicht bekannt, sagt Kita-Leiterin Sarah Mielke im OZ-Gespräch. Gekündigt werde ja in der Geschäftsstelle. Eine Kollegin sei beispielsweise auch zum Landkreis gewechselt, eine andere habe das Rentenalter erreicht. Die junge Frau leitet die Kita erst seit einem Jahr.

Auf Nachfrage bei der Volkssolidarität hält sich auch Markus Eichler, Assistent der Geschäftsleitung, zu den Kündigungsgründen bedeckt. Nur soviel: „Wir können natürlich nicht den Tarif des öffentlichen Dienstes zahlen. Aber unsere Lohnzahlungen sind duchaus vergleichbar mit denen anderer Träger.“ Eichler betont, dass die VS große Anstrengungen unternimmt, um die Personallücken schnell zu schließen. In Usedom sei derzeit eine Stelle unbesetzt. Eine Kollegin habe die Einrichtung Ende Mai verlassen. Man annonciere sowohl im Internet als auch in regionalen Zeitungen. Dabei habe sich herausgestellt, dass es wesentlich leichter sei, Erzieherinnen für Anklam und Greifswald zu gewinnen, als für die Insel. Das mag an der komplizierten Verkehrssituation im Sommer liegen. Schwierig werde es, wenn sich in der ohnehin angespannten Urlaubszeit auch noch Kollegen krank melden. „Zusätzliche Stellen bekommen wir über die Kostensätze nicht finanziert. Wir organisieren dann aber Vertretungen aus unseren beiden großen Kitas in Anklam, sodass der Betreuungsschlüssel auch dann eingehalten wird.“

Die Eltern bezweifeln das. „Formal mag das stimmen, aber der mehrmalige Wechsel der Betreuungsperson innerhalb eines Tages macht es sensiblen Kindern schwer, sich wohlzufühlen“, beklagen sie.

Sarah Mielke verweist darauf, dass sie ab 11 Uhr auch den Hort in der Schule besetzen muss und nicht zuletzt auch die Pausenzeiten ihrer Kollegen eingehalten werden müssen. Dass der Hort bereits um 15 Uhr geschlossen wird, sei so nicht richtig, reagiert sie auf einen weiteren Kritikpunkt. Wie es hieß, haben etliche Eltern ihre Kinder dort schon abgemeldet. „Die Schüler werden zur weiteren Betreuung ja in den Kindergarten gebracht. Zum neuen Schuljahr ist eine verlängerte Öffnungszeit bis 16 Uhr auch schon vorgesehen, weil die zu erwartende Kinderzahl dann ansteigt.“

Die Geschäftsführerin der Volkssolidarität, Kerstin Winter, erreichen wir im Urlaub: „Wir nehmen die Sorgen der Eltern sehr ernst und werden die einzelnen Kritikpunkte sorgfältig auswerten und ihnen selbstverständlich antworten“, versichert sie am Telefon. „Wir werden die Fachbetreuung verstärken, uns aber auch als Moderator einbringen, um das Klima in der Kita zu verbessern.“

Die erst 28-jährige Leiterin, die in Anklam zu Hause ist, hat ihre spontan angebotene Kündigung übrigens zurückgezogen. Sie freue sich auf die weitere Arbeit in der Stadt Usedom.

Ingrid Nadler

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