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Dzien dobry! Polnisch bald an allen Kitas und Schulen?

Anklam/Zinnowitz Dzien dobry! Polnisch bald an allen Kitas und Schulen?

Sprachbarrieren überwinden, Grenzregionen entwickeln und das Miteinander fördern: Das ist die Idee des neuen Schulentwicklungsplanes des Landkreises Vorpommern-Greifswald.

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Andrzej Lobodzinski unterrichtet seit mehreren Jahren als fest angestellter Lehrer Polnisch in Heringsdorfer Grundschule.

Quelle: Carolin Riemer

Anklam/Zinnowitz. Sprachbarrieren überwinden, Grenzregionen entwickeln und das Miteinander fördern: Das ist die Idee des neuen Schulentwicklungsplanes des Landkreises Vorpommern-Greifswald. Am Mittwochabend wurde dieser auszugsweise im Bildungsausschuss in Anklam vorgestellt. Ein Augenmerk liegt vor allem darauf, dass die Kleinen in den Kindertagesstätten Polnisch lernen sollen. Ein Argument des Ausschusses war unter anderem, dass die deutsch-polnische Grenzregion dadurch weiter zusammenwachsen soll.

„Durch die Sprachkurse können schon im frühen Alter Vorurteile gegenüber den Polen abgebaut werden“, sagt Edeltraud Glöckner, Leiterin der AWO-Kita in Ahlbeck. Etwa zehn Prozent der 112 Kinder stammen aus dem Nachbarland. „Viele Polen sprechen sehr gut Deutsch. Umgekehrt ist es leider nicht so. Da gibt es noch viel Potenzial“, sagt sie. In der Kita „Inselspatzen“ gab es bis vor kurzem mehrere Projekte, in der eine polnische Muttersprachlerin den einheimischen Kindern Polnisch beibrachte. „Die Erfahrungen sind gut. Regelmäßig besuchen wir uns gegenseitig. Mindestens einmal im Monat“, betont Glöckner.

In der Grundschule Heringsdorf erlernen die Kinder seit der ersten Klasse in einer Arbeitsgemeinschaft die Grundbegriffe der polnischen Sprache. Rund ein Dutzend Kinder aus jeder Klasse nehmen an den Kursen teil. „Doch das Interesse sinkt mit zunehmendem Alter“, heißt es aus der Schule.

Im Runge-Gymnasium Wolgast gibt es keinen Polnisch-Unterricht. „Wenn die Elternschaft signalisiert, dass es ein Interesse der Schüler gibt, dann versuchen wir unser Möglichstes“, sagt Schulleiter Karl-Uwe Roggow. „Vor ein paar Jahren — noch vor meiner Zeit als Schulleiter — wurde ein Fremdsprachenkonzept erarbeitet. Polnisch stand damals nicht zur Debatte. Sollte heute jemand auf die Idee kommen, würde ich mich dagegen nicht versperren“, so Roggow.

An der Europäischen Gesamtschule (EGS) in Ahlbeck erlernen laut Schulleiter Jürgen Räsch zwischen 30 und 40 Prozent Polnisch. „Das Ziel der Kaiserbäder sollte es sein, dass die Sprache flächendeckend von der Kita bis zum Abitur angeboten wird. Daran arbeiten wir seit Jahren“, sagt Räsch. „Die Ergebnisse sind sehr gut. In einer Grenzregion sollten Sprachkenntnisse vorhanden sein. Die Schüler bauen Hemmungen ab, mit Polen in Kontakt zu treten“, betont er.

In der Grundschule Zinnowitz war die Fremdsprache bis vor ein paar Jahren noch ein Thema. „Polnisch-Unterricht ist sehr teuer und aufwendig. Bis zum Ende des Schuljahres 12/13 gab es noch einen Kurs, aber jetzt nicht mehr. Sie lernten unter anderem polnische Lieder und Tänze“, so Schulleiterin Kerstin Goetz. Im Moment verfügt die Chefin der Einrichtung im Ostseebad über kein Personal, diesen Kurs wieder anzubieten.

Berufsvorbereitendes Jahr

Einstimmig entscheid sich derAuschuss dafür, dass in der Fortschreibung des Schulentwicklungsplanes bis 2017/2018 gesonderte Gruppen nichtdeutscher Schüler gefördert werden sollen.

Dieses soll im Rahmen eines Berufsvorbereitungsjahres stattfinden. Dies betrifft die beruflichen Schulen in Greifswald und Wolgast mit ihren Außenstellen in Torgelow und Eggesin. Die Kursteilnehmer sollen vorrangig Deutsch lernen, damit ihnen der Einstieg in das Berufsleben erleichtert wird. Finanzielle Auswirkungen auf den Haushaltes des Landkreises Vorpommern-Greifswald hat dies nicht, da die Mittel vom Land MV zu Verfügung gestellt werden. Auch ein mehrwöchiges Praktikum ist für die Teilnehmer möglich.

Von Hannes Ewert

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