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Usedom Ein 24-Jähriger gewinnt das Direktmandat im Wahlkreis 16
Vorpommern Usedom Ein 24-Jähriger gewinnt das Direktmandat im Wahlkreis 16
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21:52 24.09.2017
CDU-Wahlparty im Stolper Fährkrug: Philipp Amthor (rechts) gewinnt das Direktmandat im Wahlkreis 16. Quelle: Conny Meerkatz
Anklam

ubel auf der CDU-Wahlparty im Gutshaus Stolpe: Der 24-jährige Philipp Amthor hat für die CDU das Direktmandat im Wahlkreis 16 (Vorpommern-Greifswald II, Mecklenburgische Seenplatte I) geholt. „Es war ein kräftezehrender Wahlkampf. Aber es hat sich gelohnt“, sagt Amthor erleichtert.

Das im Vorfeld erwartete Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Amthor und dem AfD-Kandidaten Enrico Komning hat der Doktorand an der Universität Greifswald mit deutlichem Vorsprung für sich entschieden. 31,2 Prozent der Wähler zwischen Heringsdorf, Anklam und Neubrandenburg stimmten für Amthor (371 von 372 ausgezählte Wahlbezirke). Auf 23,5 Prozent der Stimmen kommt Enrico Komning.

Auf der Wahlparty direkt an der Peene feiert auch Innenminister Lorenz Caffier (CDU) mit: „Im Vorfeld gab es viele Bedenken, ob so ein junger Kerl das reißen kann. Um so mehr freue ich mich, dass es geklappt hat. Wir brauchen doch auch Junge im Bundestag, damit wir einen Querschnitt der Bevölkerung abbilden können.“ Dass Amthors Sieg keineswegs selbstverständlich war, weiß auch CDU-Kreischef Egbert Liskow: „Die Akzeptanz für die AfD ist in der Region sehr groß. Um so schöner ist, dass Philipp das Direktmandat gewonnen hat.“ Dietger Wille (CDU), Finanzdezernent des Landkreises Vorpommern-Greifswald, ist überzeugt: „Philipp Amthor hat einen tollen Wahlkampf gemacht und viele Leute, die vorher blau gewählt haben, zurück zur CDU geholt.“

Komning nimmt die Niederlage gelassen. Immerhin zieht er trotz verlorenem Direktmandat über die Landesliste in den Bundestag ein. „Ich möchte den engen Kontakt zu den Bürgern beibehalten“, so Komning. Im Bundestag wolle er sich als Wirtschaftspolitiker empfehlen. Dafür werde die Arbeit in seiner Anwaltskanzlei weiterhin weitestgehend ruhen.

Der FDP-Direktkandidat Christian Bartelt (5,7 Prozent) zeigte sich erleichtert, dass sich die AfD nicht durchsetzen konnte. „Das wäre ein sehr negatives Schlaglicht auf unsere Region gewesen“, sagt Bartelt, der den Wahlabend gestern zu Hause verfolgt. „Mit so einem großartigen Ergebnis auf Bundesebene war nicht zu rechnen. Schön, dass eine liberale Partei wieder in den Bundestag einzieht.“ Eine Koalition von CDU/CSU, FDP und Grünen hält Bartelt für nicht möglich.

Dass die AfD bundesweit drittstärkste Kraft geworden ist, wertet der Linken-Kandidat Toni Jaschinksi (19,1 Prozent) als „Protestwahl“. Er zeigte sich enttäuscht, dass seine Partei bundesweit einstellig geblieben ist. Mit knapp 80 Anhängern verfolgte er gestern Abend die Wahl im Neubrandenburger Restaurant „Chamäleon“.

Enttäuschung machte sich gestern Abend bei der SPD-Wahlparty im Torgelower Bürgerbüro breit. „Ich hätte mir ein besseres Ergebnis gewünscht“, sagt Heiko Miraß (13,9 Prozent), der im Wahlkreis 16 für die Sozialdemokraten das Direktmandat holen wollte. „Alle großen Parteien haben deutlich verloren. Die Wähler sind zur AfD gegangen“, sagt Miraß, der das schlechte Ergebnis seiner Partei als ein „Aufbruchsignal“ wertet. Zum bundesweiten AfD-Erfolg sagt Miraß: „Wir müssen uns Gedanken machen, wie wir die Menschen besser in die politische Entwicklung einbinden. Wir müssen als Parteien wieder offener werden.“

Der Grünen-Direktkandidat Timo Pfarr (2,5 Prozent)hat sein persönliches Ziel – drei Prozent – nicht erreicht. Trotzdem freut er sich über das bundesweit sehr gute Abschneiden seiner Partei. „Ich bin gespannt auf die Koalitionsverhandlungen. Eine grüne Handschrift sollte sich darin deutlich wiederfinden“, fordert Pfarr.Die Wahlbeteiligung lag im Wahlkreis 16 mit knapp 70 Prozent deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Besonders hoch war die Beteiligung in Wolgast mit 79,4 Prozent.

Katharina Degrassi

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