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Usedom Ein Blick in das Innenleben von Vineta
Vorpommern Usedom Ein Blick in das Innenleben von Vineta
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00:01 05.08.2016
Die Gäste können sich bei den Führungen auf der Bühne auch mal mit einem Degen duellieren. Fotos (2): Claudia Winter

Ramona und Paula Kerschnitzki aus Ilmenau greifen als erste zu den Waffen – ein kleines Duell zwischen Mutter und Tochter, fotografiert vom Ehemann. Das wird ein schönes Urlaubserinnerungsbild – geschossen auf der Ostseebühne Zinnowitz, wo vier Mal pro Woche „Vineta - Die Stadt der Diebe“ zu sehen ist. Dienstags ist spielfrei und die Bühne wird von Neugierigen bevölkert, die wissen wollen, wie es denn hinter den Kulissen von Vineta so aussieht. Torin Mikkelsen von der Vorpommerschen Landesbühne bittet die gut zwei Dutzend Gäste zunächst in die Zuschauerränge, wo sie die Geschichte der Festspiele, die nun 20 Jahre alt sind, kurz und plastisch erzählt. Das geht freilich nicht ohne auf die Landesbühne einzugehen, die nicht nur in Zinnowitz, sondern auch in Heringsdorf, der Stadt Usedom und in Barth spielen. 221 Vorstellungen spielen die Schauspieler, Eleven der Theaterakademie und einige Laiendarsteller in diesem Sommer, das sind weit mehr als 500 Stunden Theater. Da staunen die Zuhörer nicht schlecht. Unter ihnen auch Leute von den Theatern aus Meinigen und Bautzen. Ihre Häuser sind längst in der Sommerpause – Zeit also für sie zu schauen, was die Kollegen im Norden so machen.

Mal einen Degen schwingen – dienstags gibt es Führungen auf der Ostseebühne Zinnowitz

Führungen am Dienstag

„Vineta – Hinter den Kulissen“ Führungen jeweils dienstags. Treffpunkt: 10 Uhr an der Theaterkasse.

„Vineta – Die Stadt der Diebe“ – gespielt wird bis 3. September jeweils montags, mittwochs, donnerstags, sonnabends um 19.30 Uhr

Tickets: ☎ 0 39 71 / 20 89 25

Der Zufall will es, dass Torin Mikkelsen, Katja Kretzschmar vom Deutsch-Sorbischen Volkstheater Bautzen zwei neue Kollegen für die kommende Spielzeit in Sachsen avisieren kann. Die beiden Absolventen der Theaterakademie Vorpommern, Lisa Lasch, die Königin von Vineta spielt und Marvin George, der in mehreren Produktionen im „Chapeau Rouge“ zu erleben ist, sind ab Herbst in Bautzen im festen Engagement.

Doch weiter geht's. Perspektivwechsel. Von den Zuschauertraversen auf die Bühne – über den schwankenden Seitengang. Einige der jüngsten Teilnehmer zitieren dabei Omniya, die Zeitläuferin, die öfter von hier auftritt: „Oh, entschuldigt. Ich bin hier gerade vorbei gekommen.“ Sie kennen die diesjährige Inszenierung gut. Die große Bühne und die Erzählungen darüber, wie exakt jeder Gang im Voraus geplant ist und eingehalten werden muss – schon der Pyroeffekte wegen – lassen sie doch einen Moment verstummen. Aber heute gehört die Bühne ihnen und sie greifen, wie die Kerschnitzkis, beherzt zu den Waffen und versuchen sich im Bühnenkampf. Übrigens die Mädchen vorneweg. Und die Handys werden zum Foto gezückt – eins noch auf dem Thron, eins an der Trommel, beim Herabschreiten der großen Treppe. Dann geht es durch die schmalen Gänge quasi ins Hinterland der Bühne: Waschsalon, Maske, Garderobe. Die Mädchen schauen ein wenig schmachtend auf die Ringe, schüchtern werden die Kostüme und Perücken fast gestreichelt. An den schweren Schwertern wird die Kraft getestet. Es ist einfach schön, mal alles so nah zu sehen und anfassen zu können, finden die Gäste. Torin Mikkelsen beantwortet Fragen und bekommt dabei unerwartete Hilfe von Einheimischen in der Gruppe, die den Urlaubern erzählen, was für schöne Sachen die Vorpommersche Landesbühne auf der Insel anbietet. Besser kann's für die Bühne nicht gehen. Eine Besucherin erzählt fachkundig vom Perückenmachen, das sie von ihren Eltern kennt. Und so kommen fast alle Mitglieder der kleinen Gruppe irgendwie ins Gespräch miteinander.

Und die knapp eineinhalb Stunden sind wie im Fluge vergangen und das liegt vor allem an der Art der Führung, der eigentlich mehr ein ungezwungener Spaziergang durchs Innenleben Vinetas ist.

Claudia Winter

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