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Ein Sparschwein fürs Kinderdorf

Wolgast Ein Sparschwein fürs Kinderdorf

Ute Henze übergibt fast 600 Euro Spendengeld vom 25-jährigen Geburtstag ihrer Wolgaster Buchhandlung

Wolgast. Ein Sparschwein zu schlachten, macht Spaß und ist spannend. Man weiß ja nie, was aus dem Bauch so rauskommt. Spannend war es also auch am Donnerstag für Ute Henze. Die Wolgaster Buchhändlerin stiefelte am Nachmittag mit einem Sparschwein unterm Arm in Richtung Hafenbahnhof. Ihr Ziel war das Haus „Schwalbennest“ des Albert-Schweitzer-Kinderdorfes.

Hier, das war ihr Wunsch, sollte das Sparschwein geöffnet werden. Für einen guten Zweck sozusagen. Gefüllt wurde es unlängst von Gästen einer besonderen Geburtstagsfeier: „Eine unabhängige Buchhandlung, die ein fester Ort für Kultur und Bücher, für Gespräche und Begegnungen ist, wird 25 Jahre alt“, so steht es auf ihrem aktuellen Flyer. Und noch eine kleine Bitte an all ihre Gäste, die für dieses besondere Jubiläum am 11. März gratulieren wollten: Blumen welken viel zu schnell. Daher bitten wir formell, an die Schwalbennest-Kinder des Albert-Schweitzer-Jugenddorfes zu denken und diese mit einer Spende zu beschenken.

Die Gäste und Gratulanten kamen in großer Zahl und die Bitte kam an. Das Sparschwein wurde gut gefüttert. Das Rätsel, wie viel das Schweinchen nun geschluckt hatte, wurde von den sechs Schwalbennest-Kindern gerne gelöst. Die sind acht bis 16 Jahre alt, heißen Jason, Noah, Kimberley, Michelle, Marcel sowie Rose und werden von Heidrun Hinzpeter betreut, die sozusagen von Beruf Mutti ist.

Erste Entscheidung am Kaffeetisch: Das Sparschwein wird nicht zerschlagen! Also zunächst Operation Kaiserschnitt. Und dann: Geld zählen! Viele 5-, 10-, und 20-Euroscheine kamen zum Vorschein. Das Hartgeld zählte der kleine Jason, die großen Scheine die hübsche Rose. Summa summarum: 598,82 Euro waren es am Ende. Sowohl für Ute Henze, die sich noch einmal recht herzlich bei allen Spendern bedanken möchte, und für Heidrun Hinzpeter eine überraschend hohe Summe.

Und wofür soll diese Spende nun eingesetzt werden? „Zwei Wünsche hatten wir“, erzählt Frau Hinzpeter: „Erstens einen Hocker für unser Klavier und zweitens ein Fahrrad, weil Michelle schon so gewachsen ist.“ Letzteres wurde von Fahrradhändler Frank Pretzer schon bereitgestellt und wird nur 70 Euro kosten. Soll heißen, da bleiben ‘ne Menge Euros übrig. Und „davon sollen alle was haben“, pflichtete Ute Henze Heidrun Hinzpeter bei. Schnell waren sich alle einig darüber, was damit gemacht werden sollte: „Wir möchten zu Karls Erdbeerhof nach Koserow“, so die Bitte des kleinen Jason.

Genehmigt!

Von Stefan Brümmer

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