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Usedom Ein Vierteljahrhundert Arbeit ganz ohne Querelen
Vorpommern Usedom Ein Vierteljahrhundert Arbeit ganz ohne Querelen
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00:00 28.11.2016

. Während im Tourismusverband Insel Usedom (TVIU) und auch in der UTG seit Jahren Unruhe herrscht – erst jüngst begründete Geschäftsführerin Dörthe Hausmann ihren Weggang in Richtung Flughafen Laage unter anderem mit dieser Situation –, gibt es tatsächlich einen Usedomer Tourismusverein, in dem es seit seiner Gründung vor 25 Jahren an Skandalen, inneren Querelen fehlt. Und so strahlte denn auch die Jubiläumsveranstaltung des Tourismusvereins der Insel Usedom im Koserower Hotel „Nautic“ am Freitagabend vor allem Harmonie aus.

Unter den gut 100 Gästen, die die Feierrunde bildeten, waren mit Helwig Graf und Siegfried Krause auch zwei Gründungsmitglieder mit dabei. Graf erinnerte daran, dass am Beginn die Bildung des Fremdenverkehrsvereins „An der Peenemündung“ gestanden habe. Geschuldet sei dieser Schritt der Tatsache gewesen, dass es auf der Insel Usedom damals keine Kurverwaltung gab, also eine wichtige Instanz zur Neuausrichtung des Tourismus nach der Wende fehlte. Dieser Aufgabe widmete sich der Verein in den Anfangsjahren, baute bis 1996 im Inselnorden funktionierende Kurverwaltungen auf, gab Gastgeberverzeichnisse heraus, und das zu jener Zeit ausschließlich mit ABM-Kräften.

Wenn Krause daran erinnerte, dass der junge Verein Mitte der 1990er Jahre gerade mal um die 40 Mitglieder zählte, so sprach Sophie Maus, die seit gut acht Jahren an der Spitze des Vereinsvorstandes steht, von derzeit 291 Mitstreitern, die mit dem Tourismus auf Usedom verbunden sind. Etwa zwei Drittel von ihnen sind kleinere Vermieter und Anbieter anderer touristischer Dienstleistungen, denen der Verein das von ihnen allein nicht aufzubringende Marketing bietet. So wurde schon 1997 das erste Online-Buchungssystem auf der Insel installiert; der Bereich, in dem der Verein wirksam ist, weitete sich im Laufe der Jahre auf die gesamte Insel aus – was letztlich auch dazu führte, dass aus dem Fremdenverkehrsverein „An der Peenemündung“ über den Tourismusverein Usedom Nord der Tourismusverein der Insel Usedom wurde.

Mehrfach wurde der Verein durch die rasant verlaufende Entwicklung zur Neuausrichtung gezwungen, was immer wieder gelungen ist, wie Maus und Graf betonen. Ein solcher Einschnitt sei das Jahr 2006 gewesen, nachdem es bis dahin eine gute Zusammenarbeit mit der UTG gegeben habe. Der Bruch, der aus Partnern Konkurrenten werden ließ, veranlasste den in Karlshagen ansässigen Verein auch dazu, erneut ein eigenes Gastgeberverzeichnis herauszugeben, sich bei Fachmessen zu präsentieren oder eine eigene Zimmervermittlung aufzubauen. Inzwischen hat man zudem zahlreiche Verbindungen zu Partnerorganisationen aufgebaut, wie in Lubmin, Ueckermünde, Mönkebude oder Dranske auf Rügen. Stolz ist man darauf, nach wie vor keine öffentlichen Gelder in Anspruch zu nehmen. Der Verein finanziert sich ausschließlich aus Mitgliederbeiträgen und Einnahmen aus Dienstleistungen, also Provisionen.

Fazit: Von Anfang der 1990er Jahre auf der Insel Usedom im Tourismus wirkenden bis zu 15 Vereinen ist der Jubilar nicht schlechthin übrig geblieben, sondern zeigt sich munter wie eh und je.

Dieter Butenschön

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