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Ein kaum überschaubarer Fundus

Karlshagen Ein kaum überschaubarer Fundus

Naturschutzzentrum Karlshagen ist gewappnet, nach Bauarbeiten wieder mehr Gäste zu begrüßen

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Otto Kerstan (78) mit einer Weißwangengans aus dem reichen Fundus an Tierpräparaten. Der Senior ist so etwas wie der Gründervater des Naturschutzzentrums und bis heute ein überaus aktiver Vereinschef.

Quelle: Fotos: Steffen Adler

Karlshagen. Die Lage des Gebäudes, in dem das Naturschutzzentrum an der Karlshagener Promenade residiert, ist allererste Sahne. Lediglich einen kräftigen Steinwurf von Düne und Strand entfernt, ist das Haus inzwischen auch baulicherseits von außen „trocken gelegt“. Womit eine Phase der relativen Ruhe im Besucherverkehr abgeschlossen sein sollte. Das wünschen sich jedenfalls die Mieter.

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Naturschutzzentrum Karlshagen ist gewappnet, nach Bauarbeiten wieder mehr Gäste zu begrüßen

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Hier bieten sich dem an der Inselnatur im weitesten Sinne interessierten Gast eine Fülle an beeindruckendem Anschauungsmaterial und an tiefgründigen, weil fachkompetenten Informationen. Seit 1993 gibt es das Zentrum, das aus einem ehemaligen Ferienhaus, über das der Ex-Chef der Luftstreitkräfte, Generaloberst Wolfgang Reinhold, verfügte, entstand. Der sei aber fast nie hier gewesen, wissen Insider. Die Krim habe zum Urlaub machen eben mehr gelockt als die Ostsee.

„Seinerzeit war Dr. Udo Knapp beim Landkreis so etwas wie der Geburtshelfer unserer inzwischen über Mecklenburg-Vorpommern hinaus gut bekannten Einrichtung“, blickt Otto Kerstan (78) zurück, der nach seiner eigenen Militärkarriere damals in der Unteren Umweltbehörde tätig war. Was bis heute geblieben ist: Der Landkreis ist Pächter der Immobilie, die sich im Eigentum der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) befindet. Und das macht auch ein latentes Risiko für die Karlshagener deutlich: Ein solcher Pachtvertrag ist nahezu jederzeit kündbar.

Doch von damit einhergehenden Ängsten lassen sich Kerstan und der Verein Naturschutz-Zentrum, dem er vorsteht, nicht verunsichern. Gemeinsam mit weiteren 38 Mitgliedern – darunter die schon über 90 Jahre alten und noch immer rührigen Damen Else Römpagel und Irene Räther – halten sie an ihrem Auftrag fest: Einheimischen wie Gästen Usedoms die wunderbare Natur nahezubringen, Kenntnisse zu vermitteln und das Bewusstsein zu schärfen, sich für deren Erhalt aktiv einzusetzen. Vor allem Gruppen von Kindern und Jugendlichen aus nahezu ganz Deutschland kommen hierher. Erster Ansprechpartner ist seit Herbst Henry Haase, der auf 450 Euro-Basis hier seinen Job versieht – und mehr. Denn nur durch ehrenamtliches Tun vieler hat seit jeher die erfolgreiche Arbeit im Zentrum funktioniert, Arbeitseinsätze im Frühjahr und Herbst eingeschlossen. Haase wünscht sich, dass mit den Winterferien und dem nachfolgenden Frühling die Besucherresonanz nach der Bauphase, in der auch ein neuer Zaun gesetzt wurde, wieder kräftig zunimmt. „Wir sind gewappnet“, versichert er und verweist auf Filme, Ausstellungsführungen und Gesprächsrunden.

Ein ernstes Problem des Vereins: Haase ist mit seinen 65 Lenzen so ziemlich der jüngste Mitstreiter. „Kein Wunder, die jungen Leute, die nicht in den Tourismus drängen, wandern ja ab“, schildert Otto Kerstan seine Erfahrungen. Also „trösten“ sich die Naturschützer damit, immer wieder junge Leute im Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) aufzunehmen. Die nächste Bewerberin hat ihr Interesse bereits bekundet. Das Haus und die Umgebung bieten beste Arbeitsbedingungen und die Gelegenheit, relativ komfortabel hier zugleich zu wohnen.

INFOS: Geöffnet ist das Naturschutzzentrum dienstags bis freitags von 11 bis 15 Uhr sowie samstags von 14 bis 17 Uhr. Anmeldungen sind erbeten unter ☎ 038371 /21750; der Eintritt ist frei; an Feiertagen ist das Zentrum geschlossen; Näheres auch im Netz unter www.naturschutzzentrum-karlshagen.de

INFOS zum Zentrum

Das Naturschutzzentrum Karlshagen ist ganzjährig geöffnet und befindet sich direkt an der Düne des Ostseebades. Es ist fußläufig über die Promenade Richtung Norden problemlos erreichbar.

Für interessierte Gäste gibt es unter anderem eine Ausstellung geschützter Tiere , ein Diorama zum Peenemünder Haken, eine sehr umfangreiche Seevogelexposition und viele nützliche Informationen zum Öko-System Wald.

Zu folgenden befreundeten Verbänden und Vereinen findet man hier Kontakt: Naturschutzbund (NABU/Regionalgruppe Usedom); BUND; Verein Naturschutzzentrum Insel Usedom; Inselfreunde (für Schutz, Pflege und Entwicklung der Region).

Steffen Adler

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