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Ein sichtbares Zeichen für Toleranz und Miteinander

Peenemünde Ein sichtbares Zeichen für Toleranz und Miteinander

Junge Menschen aus fernen Ländern machen derzeit die alten Bunkeranlagen in Peenemünde wieder für Touristen und Einheimische begehbar

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Die 21-jährige Medizin-Studentin Maitane Gezala aus dem Baskenland verbringt Teile ihres Urlaubs auf Usedom.

Quelle: Hannes Ewert

Peenemünde. Vor etwa 70 Jahren sollten in den heutigen Betonüberresten am Peenemünder Deich Raketen gelagert werden. Dazu kam es allerdings nie. Heute sind diese Baudenkmäler mehr oder weniger sich selbst überlassen. Oft wuchern sie zu. Dies soll sich aber ändern. Studenten und Schüler aus Taiwan, Indien, Korea, Russland, Japan, Polen, Spanien und der Türkei sind noch bis zur nächsten Woche dabei, die Betonreste von Gras und Unkraut zu befreien. Diese Aktion ist Teil des internationalen Sommercamps in Peenemünde.

OZ-Bild

Junge Menschen aus fernen Ländern machen derzeit die alten Bunkeranlagen in Peenemünde wieder für Touristen und Einheimische begehbar

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Bunkeranlagen

12 Bunkeranlagen waren damals geplant, neun wurden nur gebaut. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges (1939-1945) wurden die Anlagen in Erfüllung des Potsdamer Abkommens gesprengt. Ursprünglich sollten Raketen dort gelagert werden.

„Im Rahmen der internationalen Jugendbegegnung fanden im Museum Peenemünde in den letzten Jahren sogenannte Workcamps statt. Das erste Workcamp war vor mehr als 17 Jahren. Jugendliche aus Polen, Amerika und Deutschland legten im ehemaligen Arbeitslager Trassenheide das Fundament einer Baracke frei“, erklärt Ute Augustat vom Historisch-Technischen Museum (HTM) Peenemünde.

Nun sind die ehemaligen Bunkeranlagen an der Reihe. „Diese Bauten wurden schon vor fünf Jahren einmal frei gelegt, nun wieder“, erklärt sie. Die jungen Männer und Frauen zwischen 17 und 27 Jahren gehen dabei äußert akribisch vor. „Aber alles im Einklang mit der Natur“, betont Ute Augustat. Heißt im Klartext: Keine Grabungen, nur das Beschneiden der Büsche und das Herausholen von morschem Holz sind erlaubt.

Während Ute Augustat über die vergangenen Tage des Sommercampes redet, besteigen Urlauber am anliegenden Bunker die Mauerreste. „Unser Ziel ist, dass wir die Anlagen wieder für Touristen öffnen. Wenn die Büsche weg sind, dann sind die Anlagen wieder wesentlich besser begehbar“, erklärt sie. Für die Zukunft wünscht sie sich, dass noch mehr Anlagen wieder freigelegt werden.

Die jungen Menschen sollen in Peenemünde nicht nur arbeiten. „Alle kannten sich vorher nicht. Die Anreise bezahlen sie sogar oft selbst“, erklärt Ute Augustat. Die wohl weiteste Anreise hatten Teilnehmerinnen aus Taiwan. „Erst arbeiten wir in Peenemünde, dann reisen wir durch Deutschland. Berlin und Köln möchten wir noch sehen“, sagt Yuna Shida (18) aus Japan. Die nötigen Kontakte holt sie sich aus der Gruppe. Dort lernte sie verschiedene Gleichgesinnte kennen, die ihren Weg durch Deutschland begleiten.

Nach dem Feierabend bleibt den Jugendlichen viel Zeit für Freizeit. „Sie waren Minigolf spielen, schauten sich die Stadt Wolgast vom Kirchturm aus an oder waren am Strand – Dinge, die ein normaler Tourist auch machen würde“, erklärt Augustat.

Eine der Teilnehmerinnen ist Maitane Gezala. Die 21-Jährige studiert normalerweise Medizin im Baskenland in der Nähe von Bilbao. „Hier verbringe ich einen Großteil meiner Ferien. Es macht mir Spaß, an diesen Anlagen zu arbeiten“, sagt sie. Und das ist für Ute Augustat auch wichtig. „Es ist Zeichen für Verständigung, Toleranz und Miteinander.“

Hannes Ewert

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