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Eine Stunde und 22 Minuten bis in die Klasse

Zinnowitz Eine Stunde und 22 Minuten bis in die Klasse

Schülerbeförderung auf Usedom kommt nochmals in den Kreistag

Zinnowitz. Das Thema Schülerverkehr beschäftigt die Eltern der Insel Usedom weiter und intensiv. Das macht ein Brief deutlich, der von „besorgten Eltern“ an den Landkreis gerichtet ist. Zu den Initiatoren gehört Andi Kühn aus Benz. Darin drücken sie Unmut über die bisherigen Zustände bei der Schülerbeförderung aus. So heißt es unter anderem, dass der Unterricht an manchen Schulen frühzeitig beendet werden muss, damit die Schüler ihren Bus nicht verpassen. Oder dass die Kinder enorme Wartezeiten in Kauf nehmen müssen, um mit dem nächsten Bus zu fahren. Dies wollen die Eltern nicht so leicht hinnehmen. Sie sehen auch keine Anpassung beziehungsweise eine Koordination zwischen den Schulzeiten und den Fahrplänen des Nahverkehrs.

„Es wurden einige Probleme nachgebessert, aber es gibt noch Optimierungsbedarf“, sagt Sonja Fischer, stellvertretende Schulleiterin in der Ostseeschule Ückeritz. „Jeden Donnerstag und Freitag stehen 194 Schüler nach der sechsten Stunde am Bahnsteig und wollen in Richtung Schmollensee. Sie stehen nicht überdacht und der Witterung ausgesetzt, da die Bahnhofshalle geschlossen ist“, bedauert sie.

„Die Reise geht dann von Ückeritz nach Schmollensee und dort steigen viele Schüler in den Bus um. Vor der Umstellung holte ein Bus die Schüler an der Schule ab“, erklärt sie. Damals wurden die Schüler auch von einem Lehrer nach Unterrichtsschluss beaufsichtigt, damit alles reibungslos klappt. Diese Aufsicht gibt es am Bahnsteig nun aber nicht mehr.

Behoben wurde nach Aussage von Sonja Fischer das Problem, dass einige Schüler jetzt nicht mehr vier Mal zwischen Schule und Zuhause umsteigen müssen, sondern nur noch zwei bis drei Mal. „Es gibt aber auch Einzelfälle in Grüssow im Lieper Winkel. Dort fahren die Schüler insgesamt eine Stunde und 22 Minuten, bis sie im Klassenzimmer sitzen. Das kann nicht sein. Vielleicht wäre eine Lösung mit Taxen denkbar“, sagt sie.

Um das Angelegenheit nun endlich in den Griff zu kriegen, wird es Ende des Monats nochmal auf die politische Bühne im Kreistag gehoben. Die Fraktion SPD/Grüne kritisierte die bisherigen Pläne, da die Wartezeiten oftmals zu lang sind. Bei einem Treffen der Fraktion mit betroffenen Eltern sagten diese, dass sie den Antrag der Politiker unterstützen. Die Teilnehmer machten gegenüber Günther Jikeli und Fraktionsgeschäftsführer Falko Beitz (beide SPD) deutlich, dass sowohl die Wartezeiten als auch die Fahrtzeiten nicht akzeptabel seien und daher reduziert werden müssten. Auch die Überfüllung der Busse, das Fehlen ausreichender Sitzplätze und die Situationen an manchen Haltestellen wurden kritisiert“, heißt es in einer Mitteilung.

Die Fraktion fordert eine Sicherheitsüberprüfung durch eine neutrale Stelle. Die CDU-Fraktion begrüßt den Vorstoß der SPD. „Wie schon beim Krankenhaus Wolgast hat nun offenbar auch die SPD erkannt, dass wir uns für unsere Kinder stark machen müssen“, sagt Christian Weller von der CDU- Kreistagsfraktion. „Hinsichtlich der dem Landkreis entstehenden Mehrkosten gehen wir davon aus, dass Patrick Dahlemann als Vorsitzender des Bildungsausschusses in seiner Funktion als Staatssekretär für Vorpommern die benötigten Finanzierungsmittel in Schwerin besorgen wird“, sagt er.

Mit Verwunderung reagierte der Kreiselternrat auf die Beschlussvorlage. Die Vorsitzende Claudia Metz bedauert, dass mit ihnen im Vorfeld nicht gesprochen wurde. „Wir benötigen nicht nur eine Insel-Lösung, sondern ein flächendeckendes ortsnahes Netz an Schulen. Weiterhin fordern sie, dass jede Haltestelle mit einem Wartehaus ausgestattet werden muss.

Hannes Ewert

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Ückeritz
Hunderte Schüler nehmen auf Usedom jeden Tag den Bus, um zur Schule zu kommen.

Ende des Monats beschäftigt sich der Kreistag Vorpommern-Greifswald nochmal mit der Schülerbeförderung auf der Insel Usedom. Der Kreiselternrat fordert kürzere Fahrzeiten und Wartehäuschen für die Schüler.

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