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Usedom „Einfaches ,Weiter so’ keine Option mit Zukunft“
Vorpommern Usedom „Einfaches ,Weiter so’ keine Option mit Zukunft“
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00:05 09.10.2017

Verhärtete Fronten zwischen Bürgerinitiative (BI) und Geschäftsführung des Kreiskrankenhauses Wolgast: Auf die Mitteilung der Chefetage über eine auch 2016 anhaltende komplizierte wirtschaftliche Lage des Krankenhauses (OZ berichtete), reagieren die BI-Vorsitzende Anke Kieser und Stellvertreterin Dr. Brigitte Knappik mit scharfer Kritik. „Für einen Uneingeweihten irreführend“, so die BI-Vertreter, sei die Feststellung, dass die Patientenzahl 2016 gegenüber 2015 um 14,5 Prozent gesunken sei. „Denn bekanntlich wurden die Abteilungen Gynäkologie, Geburtshilfe und Kinderheilkunde auf Antrag der Geschäftsführung Ende 2015 und Beginn 2016 geschlossen.“ Demnach sei der Patientenrückgang von der Führung des Krankenhauses geplant und die verminderte Einnahmesituation gewollt gewesen.

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Marie le Clair, Geschäftsführerin des Kreiskrankenhauses Wolgast, reagiert auf Kritik seitens der Bürgerinitiative

Auch moniert die BI erhöhte Personalausgaben für nunmehr zwei Geschäftsführer, eine Verwaltungsleiterin, einen ärztlichen Leiter, einen Pflegedienstleiter sowie ein externes Beraterteam: „Folglich sind die Personalkosten erheblich bei Reduktion von etwa 50 Betten und Schließung von zwei Fachabteilungen gestiegen“, heißt es. Andererseits seien Einnahmen u.a. durch Kündigung des Laborvertrages mit den niedergelassenen Ärzten und den Reha-Kliniken gekürzt worden. Als bedenklich sieht die BI auch den Verkauf von Immobilien und Ländereien, trotz derer über eine anhaltende angespannte wirtschaftliche Lage berichtet werde.

Krankenhaus-Geschäftsführerin Marie le Clair hingegen verteidigt den eingeschlagenen Kurs: „Die Bevölkerungsstrukturen haben sich geändert und auch die Krankenhauslandschaft steht vor größeren Umbrüchen.“ Der Wolgaster Klinik habe Anfang 2015 ein unabhängiges Gutachten der BAB Bremen bescheinigt, dass es in seinen Strukturen nicht überlebensfähig sein werde. „Ein einfaches ,Weiter so’ war und ist deshalb keine Option mit Zukunft“, so le Clair.

Die Unimedizin, so teilt Marie le Clair mit, zahle in allen Greifswalder Tochterunternehmen mit mehr als 25 Mitarbeitern nach Tarifvertrag. Und: Der notwendige Konsolidierungsprozess erfolge ohne betriebsbedingte Kündigungen. Daran werde auch festgehalten. Zudem versichert die Geschäftsführerin, dass „wir die Kinderportalpraxisklinik mit großem Engagement unterstützen. Dass sie in der jüngsten Presseinformation unerwähnt blieb, sei dem Umstand geschuldet gewesen, dass sie „nicht als ein Projekt im Rahmen der Sanierung und Reorganisation gesehen wird, sondern bereits als etabliert und ausfinanziert gilt“.

Aktuell, so le Claire, würden alle Bereiche des Kreiskrankenhauses analysiert, auch die Geschäftsführung des Hauses: „Mit der Veröffentlichung des Jahresabschlusses 2017 wird ersichtlich werden, dass die Personalkosten für die diese deutlich reduziert wurden.“ Der von der BI angesprochene Verkauf von Grundstücken diene wiederum der Liquiditätssicherung und Weiterentwicklung des Standortes, u.a.

durch den begonnenen Neubau einer psychiatrischen Tagesklinik.

ts

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