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Usedom Einsatz am Strand: Drohnen sollen Leben retten
Vorpommern Usedom Einsatz am Strand: Drohnen sollen Leben retten
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00:32 27.04.2018
Rettungscopter sollen nun verstärkt am Strand eingesetzt werden. Die Rettungsschwimmer müssen aber noch üben. Quelle: Foto: Nitzsche
Heringsdorf

. Am kommenden Dienstag zieht auf den Rettungstürmen der Kaiserbäder wieder Leben ein – Mitte Mai auch auf den restlichen Türmen der Insel. Hunderte Rettungsschwimmer haben bis Mitte September wieder ein waches Auge auf tausende Ostsee- Liebhaber, die jedes Jahr in die Fluten steigen. Um die Sicherheit am Strand zu erhöhen, setzen die jungen Männer und Frauen des Deutschen Roten Kreuzes in diesem Jahr auf den Einsatz von Drohnen am Strand. „Wir haben für die Kaiserbäder drei Drohnen bestellt, hinzu kamen noch welche für Zinnowitz und Karlshagen“, berichtet Paul Leidig vom Deutschen Roten Kreuz (DRK), der dort für den Rettungsdienst verantwortlich ist. Im vergangenen Jahr wurden die Drohnen zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert und getestet. „Die Drohnen werden nicht gleich am ersten Tag zum Einsatz kommen, denn sie werden mit Sicherheit noch feierlich übergeben“, erklärt Leidig.

Reich wird man als Rettungs- schwimmer nicht. Es zählen die Gemeinschaftund die Freude bei der Arbeit. Paul Leidig, Leiter des Rettungsdienstes

Sinn und Zweck des Drohnen-Einsatzes ist die schnellere Rettung von Personen aus dem Wasser. „Sollte jemand in Not sein, kann per Knopfdruck eine Schwimmhilfe zu Wasser gelassen werden. Diese bläst sich zu einem Ring auf – und die Person kann sich daran festhalten. Der Rettungsschwimmer kann dann dorthin schwimmen“, erklärt Leidig. Im Vergleich zum Menschen ist die Drohne viel schneller am Einsatzort, denn sie erreicht bis zu 65 Kilometer pro Stunde.

Ein Problem haben die Verantwortlichen des DRK allerdings noch: Der fehlende Nachwuchs auf den Rettungstürmen. „Wir besetzen in der ersten Zeit die Haupttürme nur mit zwei Personen, die anderen ziehen später nach. Es sind ja noch keine Ferien und das Aufkommen am Strand hält sich in Grenzen“, sagt Leidig. Gerade in der Vor- und Nachsaison sei es für das Rote Kreuz schwierig, Personal zu finden. „Im vergangenen Jahr hatten wir zum ersten Mal die Situation, dass alle Plätze für den Sommer belegt werden konnten. Da waren wir ausgebucht. In diesem Jahr sind noch Lücken. Aber nicht nur bei uns“, sagt er.

„Rettungsschwimmer ist kein Job, mit dem jemand reich werden könnte. Die 20 Euro Entschädigung pro Tag sind nur ein Obolus. Vielmehr sind die Gemeinschaft unter den Kollegen, der Umgang mit der neuen Technik und das Arbeiten am Strand ausschlaggebende Punkte, um die Arbeit zu machen“, erklärt Leidig. Deswegen investiert das DRK auch jedes Jahr in neue Technik, wie zum Beispiel in ein Zap-Quad, welches leichter und wendiger am Strand sein soll.

Bei der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) ist der Einsatz von Drohnen am Strand bislang nicht vorgesehen. Das berichtete Sprecherin Mai Bartsch gestern auf Nachfrage.

Drohne wurde für den Strand konzipiert

In der Wasserrettung des DRK kommt ein Coptermodell des Marktführers DJI, das für die speziellen Wind- und Wetterbedingungen an unseren Stränden gerüstet ist, zum Einsatz. Die Fluggeräte haben einige technische Mechanismen verbaut, die für eine hohe Sicherheit beim Fliegen sorgen. Beispielsweise obliegt die Einschätzung der verbleibenden Akkulaufzeit für den Rückflug nicht dem Piloten, sondern wird durch das Gerät exakt berechnet. Danach fliegt der Rettungscopter bei geringer verbleibender Akkukapazität nur noch auf direktem Weg zum Ausgangspunkt zurück.

Hannes Ewert

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