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Usedom Einzigartiges Denkmal ist bedroht
Vorpommern Usedom Einzigartiges Denkmal ist bedroht
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04:16 06.09.2013
Dieses zur historischen Gutsanlage Schlatkow gehörende Haus ist durch Fäulnis und Insektenfraß akut vom Verfall bedroht. Quelle: Archiv

Das wohl älteste Fachwerk-Ensemble des Landkreises Vorpommern-Greifswald ist bedroht. Die Zwei-Gebäude-Anlage in Schlatkow, einer Gemeinde, die zum Amt Züssow gehört, wird aller Voraussicht nach ihren Denkmalstatus zum Teil einbüßen. Grund ist der sehr schlechte Bauzustand eines der beiden Häuser. Laut eines Gutachtens ist fraglich, ob es überhaupt erhalten werden kann.

Klaus Brandt, Bürgermeister des Ortes, ist tief betroffen. „Wir haben soviel Zeit und Geld investiert, um die einzigartige Anlage für die Nachwelt zu bewahren. Und nun das!“ Auf die Schäden sei man schon im Herbst 2012 gestoßen. Damals habe man Putz am Bau erneuern wollen. Zutage trat ein vollkommen desolates Fachwerk. Ein zu Rate gezogener Spezialist bestätigte später „schwere biotische und statische Schäden an der gesamten Bausubstanz“. Für die engagierten Bewahrer der einzigartigen Anlage ein Schlag in ihren Bemühungen. Die Fußschwellen und Stände des Eichenfachwerks seien durch Fäulnis und Insektenfraß zerstört. Auch der Dachstuhl stünde auf wackeligen Füßen. Aus holzschutztechnischer Sicht gebe es keine Standsicherheit mehr, heißt es von Seiten des Fachmannes.

Das Gutachten liegt inzwischen beim Landesdenkmalamt. Dort soll abgewogen werden, ob das Fachwerkhaus Denkmal bleiben kann oder nicht. Voraussetzung für den Denkmalstatus ist, dass die historische Bausubstanz zu 80 Prozent erhalten werden kann. Daran aber lässt das fachliche Gutachten Zweifel aufkommen. Ihm zufolge müssten unter anderem mindestens 60 Prozent aller Deckenbalken ausgetauscht werden. Wäre der Nordwestgiebel des Hauses völlig neu aufzubauen. „Ich sehe nicht, dass man das noch einmal zusammengeflickt kriegt“, schätzt Bürgermeister Brandt denn auch ein. Aller Voraussicht nach muss das Gebäude komplett abgetragen und neu aufgebaut werden. Ein Denkmal wäre es dann nicht mehr.

In den vergangenen Jahren diente das Haus als Herberge für Radtouristen. Als das Ausmaß der Schäden bekannt wurde, hat man es sofort gesperrt.

Sven Jeske

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