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Usedom Eisenbahn-Nostalgie pur von Heringsdorf bis Zinnowitz
Vorpommern Usedom Eisenbahn-Nostalgie pur von Heringsdorf bis Zinnowitz
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00:28 30.04.2018
Die Dampflokomotive Nummer 86 1323-4 passiert das Gleis zwischen Koserow und Zempin. Noch bis zum 2. Mai verkehrt das Stahlross täglich auf der Insel Usedom zwischen den Bahnhöfen Heringsdorf und Zinnowitz. Quelle: Foto: Tilo Wallrodt
Während der Sonderfahrten

„Kann’s nicht schaffen, kann’s nicht schaffen...“ Wer kennt nicht diesen Kinderspruch, der eine fauchende Dampflok nachahmt, die ganz allmählich Fahrt aufnimmt. Auf der Insel Usedom ist das anfängliche Stöhnen des Stahlrosses seit Sonnabend regelmäßig zu vernehmen. Nach 2017 dampfte die Pressnitztalbahn nun schon zum zweiten Mal auf die Ferieninsel, um hier zu Sonderfahrten einzuladen. Bereits am Wochenende machten viele Einheimische und Gäste von dieser seltenen Gelegenheit Gebrauch und genossen Eisenbahn-Nostalgie pur.

Die Pressnitztalbahn dampft noch bis 2. Mai auf Usedom hin und her

Wissenswertes zur Bahn

auf der Insel Usedom verbraucht die Lok täglich bis zu drei Tonnen Steinkohle sowie etwa acht Kubikmeter Wasser. Auf Usedom ist die historische Lok noch bis zum 2. Mai täglich auf der Bahnstrecke zwischen Heringsdorf und Zinnowitz unterwegs.

Fahrplan unter:

www.pressnitztalbahn.com

Die Dampflok 86 1333-3, Baujahr 1939, wurde in Anlehnung an die bis 1974 im Bahnbetriebswerk Heringsdorf beheimateten Maschinen sogar mit Witte-Windleitblechen ausgestattet. So erinnerte sie – einige Reichsbahnwaggons aus den 1970/80-er Jahren im Schlepp – umso mehr an den einstigen Usedomer Eisenbahnalltag. Unter der Nummer 86 1323-4 pendelt das beeindruckende Triebfahrzeug noch bis einschließlich 2. Mai viermal täglich auf der Strecke Heringsdorf – Zinnowitz hin und her.

In der 84 Tonnen schweren Zugmaschine schieben Lokführer Marco Pelz und Heizer Fritz Grünwald Dienst. Beide haben sichtlich Spaß an der Sache. Pelz reckt beständig den Kopf aus dem Fenster. „Ich muss sehen, was los ist, muss die Signale und die Streckengegebenheiten beobachten“, erklärt er. Lokführer war sein Traumberuf. Seit 2007 ist Marco Pelz deutschlandweit unterwegs – mit Dampf-, Drehstromdiesel- und Drehstromelektroloks. Die Arbeit erfordert stets höchste Konzentration. Im alten Dampfross sind ständig Hebel zu ziehen, Klappen zu betätigen, Signale zu geben. Und immer wieder ist nach draußen zu gucken. „Bei Wind und Wetter. Aber bei 20 Grad minus“, so räumt Pelz ein, „wird es ungemütlich.“

Es ist phänomenal: Eine Dampflok weckt automatisch Emotionen. Auf Usedom sind Marco Pelz und Fritz Grünwald, der die Dampfmaschine überwacht und sie stetig mit Steinkohle füttert, in diesen Tagen die Stars. Autofahrer hupen, wenn die Lok vorbeihuscht. An der Bahnstrecke postieren sich viele hundert Neugierige auf der Jagd nach einem Schnappschuss. Besonders im Bereich der Brücken konzentrieren sich die Schaulustigen und warten geduldig auf das ab und an laut aufheulende schwarz-rote Kraftpaket. Einige Fans stehen auf Leitern, andere recken die Kameras und Smartphones weit in die Höhe.

Kinder springen vor Freude, wenn die Lokomotive schnaufend an ihnen vorüber fährt. Der Lokführer grüßt lässig zurück.

Nach jeweils 38 Minuten fährt die Dampflok in den Bahnhof Zinnowitz ein, wo sie umgekoppelt wird. Da eine Drehscheibe fehlt, fährt sie rückwärts in Richtung Kaiserbäder retour. Auch Eisenbahn- Freak Hendrik Köhler aus Karlshagen ist begeistert. „Ich will unbedingt ein schönes Foto machen, an der Brücke zwischen Zinnowitz und Zempin“, erklärt er. An Bord ist auch Siegfried Vedder aus Wolgast. „Der Geruch der Lok ist gut und vom Zug aus hat man einen ganz anderen Blickwinkel auf die Natur und die Landschaft“, meint er. Am 3. Mai haben die Dampflok und eine Diesellok V 100 auf Usedom ihren vorläufig letzten großen Auftritt, wenn um 11 Uhr der neue Kreuzungsbahnhof in Schmollensee im Beisein von Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) offiziell eingeweiht wird.

Tom Schröter

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