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Endgültiges Aus für Skaterbahn erzeugt Frust in Ückeritz

Ückeritz Endgültiges Aus für Skaterbahn erzeugt Frust in Ückeritz

Zu Wochenbeginn wurden Rampen abgebaut / Jugendliche sollen nun nach Koserow fahren / Verschenken der Teile wirft haushaltsrechtliche Fragen auf

Ückeritz. Bereits im Januar dieses Jahres fiel die Entscheidung, dass die Skaterbahn an der Ückeritzer Kreuzung keine Zukunft mehr hat. Die Gemeindevertreter stimmten mehrheitlich für deren Rückbau – die abmontierten Teile sollten zur Anlage am Jugendclub nach Koserow gehen. Gesagt, getan. Zu Wochenbeginn wurde der Platz freigeräumt. Nur noch zwei Schilder erinnern jetzt an den Jugendtreff zwischen Bundesstraße und Feuerwehr.

Während – nicht nur – junge Leute richtiggehend sauer darüber sind (siehe Facebook-Einträge unten), hat Bürgermeister Gerd Gamradt (CDU) in der Gemeindevertretersitzung am Dienstagabend auf eine Anfrage von Marco Biedenweg, warum denn der Rückbau jetzt Hals über Kopf geschehen musste, an die bislang erduldeten Nachteile erinnert. Immer wieder hätte es Beschwerden über Lärmbelästigungen und Vandalismus auf der Bahn und im Umfeld gegeben. Auch „Drogen“ sollen Einheimischen zufolge eine Rolle gespielt haben. Doch der zuständige Revierleiter der Polizei in Heringsdorf, Bernd Nabert, hält den Ball flach. Tatsächlich habe es vor etwa zwei Jahren mal Hinweise dieser Art gegeben, seitdem aber sei alles unauffällig geblieben.

Die zurückgebauten Elemente gingen ins benachbarte Bernsteinbad, wo neben der Sporthalle bereits eine Skaterbahn steht, die von einem Jugendsozialarbeiter betreut wird. „Wir müssen nicht in jedem Ort die gleichen Angebote haben, vielleicht bekommen wir ja bald eine Multifunktions-Sportanlage“, sagt Gamradt. Und: „Die jungen Leute können doch mit der UBB hinfahren.“ Ein Argument, das Marco Biedenweg, dessen achtjährige Tochter gern in Ückeritz weiter geskatet hätte, nicht gelten lässt. „So macht man es sich zu einfach“, findet er. Und er fragt, ob es sich um eine Schenkung gehandelt habe. Wenn ja, sei dies kommunalrechtlich problematisch. Womöglich geht ja damit ein Bilanz-Wertverlust einher, so dass diese Summe ausgebucht werden müsste. Zweifler fragen auch, ob es einst eventuell Fördermittel gegegen hat, auf denen noch Bindungsfristen liegen könnten. Schließlich: Selbst wenn die Teile bereits vollständig abgeschrieben waren, hätte man durch eine Ausschreibung eventuell Gewinn für die veräußernde Gemeinde erzielen können, wo doch Gamradt immer wieder betont, dass der Ückeritzer Eigenbetrieb „hart am Gewinn und Markt orientiert“ arbeite. Koserows Bürgermeister René König jedenfalls spricht nur vage von einem symbolischen Preis, den man für die abgebauten Teile zahle.

Nichtsdestotrotz herrscht auf der Anlage in Ückeritz nun gähnende Leere. Gestern Nachmittag versammelten sich Kinder und Jugendliche auf dem Platz, um ihren Frust über die Entscheidung loszuwerden.

„Bei gutem Wetter waren wir sehr oft hier. Verstehen können wir die Entscheidung nicht“, sagt Henrik Räsch. Nicht alle seine Altersgenossen hätten ein Ticket für die Usedomer Bäderbahn. „Für die Hin- und Rückfahrt sind fünf Euro fällig. Auf Dauer wird das teuer“, sagt der 16-Jährige.

Henrik gehört zu den Skatern, die häufiger auf der Anlage waren. „Die Jugendlichen kamen sogar aus Neuhof, Bansin, Zempin und teilweise sogar aus Ahlbeck. Wir waren in Spitzenzeiten bis zu 30 Leute hier“, sagt er.

Cindy Biedenweg, die fast neben der ehemaligen Skateranlage wohnt, kann auch nicht nachvollziehen, warum die Anlage vor dem Sommer Hals über Kopf verlegt wurde. „Schade, dass sie weg ist. Meine Tochter Annalena war regelmäßig hier“, sagt sie.

In Koserow nahmen unterdessen die ersten Skater ihre „neue“ Anlage bereits in Augenschein.

Steffen Adler und Hannes Ewert

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