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Endlich! Schandfleck wird saniert

Peenemünde Endlich! Schandfleck wird saniert

Im Block in der Peenemünder Hauptstraße sollen bis Jahresende 50 Wohnungen modernisiert werden.

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Hendrik Horstmann aus Berlin hat den Block in der Hauptstraße im Juni 2012 erworben. Jetzt werden die ersten Wohnungen saniert.

Quelle: Fotos: hni

Peenemünde. Hans Risch lebt derzeit auf einer Baustelle. Der 89-Jährige kann dem Krach im Haus aber nur Gutes abgewinnen: „Endlich wird hier etwas getan.“ Hier, das ist der 100-WE-Block in der Peenemünder Hauptstraße, der seit Jahren das Ortsbild verschandelt. „Bis zum Jahresende wollen wir 50 Wohnungen saniert haben“, kündigt Hendrik Horstmann an.

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Hendrik Horstmann aus Berlin hat den Block in der Hauptstraße im Juni 2012 erworben. Jetzt werden die ersten Wohnungen saniert.

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Der Berliner ist neuer Eigentümer des Blocks, den der im Juni 2012 von einer holländischen Firma erworben hat. „Mein Makler hatte mir den Block angeboten. Peenemünde hat großes Potenzial, da habe ich gekauft“, sagt Horstmann. Er betreibe mit seinem Vater ein Unternehmen in der Hauptstadt und verwalte 58 Häuser. Ursprünglich wollte der Berliner bereits Ende 2012 mit den Sanierungsmaßnahmen beginnen. Dies hatte er den Mietern angekündigt. Doch es tat sich nichts. „Viele Mieter waren enttäuscht. Sie befürchteten, dass vor dem Winter wieder nichts passiert“, sagt Günter Jikeli vom SPD-Ortsverein Insel Usedom. Vor einem Jahr hatte er nach einem Vor-Ort-Termin den Block als „verwahrlost“ bezeichnet und die Wohnbedingungen kritisiert. Er hatte deshalb den Kontakt zu Horstmann gesucht.

„Wir wollten viel früher anfangen. Ich hatte eine Kreditzusage. Doch nach dem Kauf der Immobilie leuten die Banken ab mit der Begründung, keine Platte zu finanzieren“, sagt der Berliner. Bis er doch einen Geldgeber fand — mit einem Kompromiss. „Erst wenn wir die Wohnungen in der Hauptstraße 15 bis 19 saniert und vollständig vermietet haben, gibt es neues Geld für die Aufgänge 10 bis 14“, berichtet Horstmann, der 1,8 Millionen Euro in die Sanierung der 50 Wohnungen investiert. „Acht Wohnungen sind fertig, 25 schon vermietet“, sagt Hausmeister Thomas Kulke. Anfragen gebe es genug.

Neben dem Einbau neuer Fenster mit dreifach Verglasung beinhalte die Sanierung der Zwei- und Drei-Raum-Wohnungen die Erneuerung der Bäder und den Einbau einer modernen Gasheizung. Die Treppenhäuser sollen renoviert, die Fassade gedämmt werden. Alle Wohnungen sollen Balkon erhalten. „Wir haben ein Blockheizkraftwerk gebaut, dass günstigen Strom produziert. Für rund 20 Cent pro Kilowattstunde können die Mieter den von uns produzierten Strom kaufen. Die extremen Kosten der Nachtspeicheröfen entfallen“, sagt Horstmann. Eine drastische Mieterhöhung nach der Sanierung sieht er nicht: „Die Warmmiete wird von jetzt 6,50 Euro auf 7,50 Euro steigen“, so der Berliner.

Den zweiten Block will Horstmann bis Ende 2014 saniert haben. „Wenn die Mieter mitziehen.“ Denn während der Wohnungssanierung müssen sie ausziehen. „In eine fertige Wohnung im Block. Dort könne sie bleiben oder zurückziehen“, sagt Horstmann. So wie Fred Becker, der jetzt in einer Wohnung im vierten Stock wohnt. Nur die Stube ist gegenwärtig bewohnbar. Der ehemalige Beifahrer wird vom Sozialamt unterstützt. „Ich freue mich, dass das Haus gemacht wird.“ Laut Hausmeister Kulke wird Becker im Erdgeschoss eine Wohnung bekommen. „Um die Erstausstattung bemühe ich mich beim Sozialamt“, verspricht Kulke dem 51-Jährigen. Auf Hilfe sind viele im Block angewiesen: neben zahlreichen älteren Peenemündern leben viele sozialschwache Mieter im Haus. „Wenn die Sanierung zu Ende gebracht wird, hätten wir ein großes Problem in der Gemeinde gelöst“, sagt Bürgermeister Rainer Barthelmes.

25 Wohnungen vermietet

1,8 Millionen Euro will der Berliner Hendrik Horstmann in die komplette Sanierung von 50 Wohnungen in der Hauptstraße 15 bis 19 investieren.

Die andere Hälfte des Wohnblocks soll bis Ende 2014 modernisiert werden.
25 Wohnungen seien bislang vermietet. Für die anderen Wohnungen gibt es viele Anfragen, sagt Horstmann.

900 Kubikmeter Haus- und Sperrmüll musste der neue Besitzer bereits entsorgen.

 

Henrik Nitzsche

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