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Usedom Ene, mene, muh — hier ist alles Kuh
Vorpommern Usedom Ene, mene, muh — hier ist alles Kuh
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06:36 04.09.2013
Schaut vom Tassenboden aus dem Kaffee raus: eine Minikuh.
Ückeritz

Haben Sie schon mal auf einem Euter gesessen? In der Küche von Isa Kuhl kann das schon mal passieren. „Nehmen Sie doch Platz“, sagt die Hausherrin. Und schon spüre ich vier Zitzen aus Stoff am Hinterteil. Ein Kuhkissen.

Was die Ückeritzerin in ihrer Küche zu stehen oder zu hängen hat, geht auf keine Kuhhaut. Der Wasserkocher macht „Muh“, der Toaster auch, wenn das Brot die gewünschte Temperatur hat. Tassen zieren Kuhmuster, Salz- und Pfefferstreuer, Eierbecher auch.

Isa Kuhl hat einen Kuhtick. Von ihren Freunden gab es dafür ein liebevoll gestaltetes Schild mit der Aufschrift „Isa ist Kuuuuuhl“.

Cool ist wirklich, was die gelernte Diplom-Physikerin seit 1995 bereits an Dingen rund um das Rind zusammengetragen hat. „Auf Märkten und im Internet bin ich viel unterwegs, von Reisen bringe ich mir jedesmal etwas mit“, sagt die 60-Jährige. Zuletzt war es eine kleine Kuh als Eiffelturm, die sie aus der französischen Hauptstadt mitgebracht hat.

„Um die 1000 Sachen sind es mittlerweile schon“, sagt ihr Lebensgefährte Bernd Heyl (55) und zeigt auf die Vitrine im Flur. Eine Al Capone-Kuh steht direkt neben der Elvis-Kuh. Ein Lego-Bulle hat dort auch Platz gefunden. Allein 25 Kuh-Sparbüchsen füllen mehrere Regale. Plüschtiere sind auch dazwischen.

Nicht zu übersehen ist das riesige Kuhfell an der Küchenwand — „das habe ich mir in Leipzig gekauft“. Es hängt direkt neben der Wanduhr — logisch als Kuh dekoriert. „Ich habe schon den schwarz-weiß

Blick“, gesteht die Ückeritzerin. Sie liebt Kühe. „Die haben so hübsche Augen.“

Und wie hübsch die sind, kann sie jetzt täglich in ihrem Garten sehen. Isa Kuhl hat sich nämlich einen Traum erfüllt — eine lebensgroße Kuh aus Plastik mit goldenem Kopf. Stolz steht sie im weißen T-Shirt mit der Aufschrift „Ich will Kühe“ vor dem Prachtexemplar. Wo sie die Tierfigur gekauft hat, bleibt ihr Geheimnis. „Da fehlt jetzt nur noch die große Glocke.“

An die große Glocke hat sie ihr verrücktes Hobby bislang nicht gehangen. Familie und Freunde wissen davon, einige ihrer Klienten auch. Isa Kuhl ist seit 1995 als Beratungsstellenleiterin beim Lohn- und Einkommensteuer Hilfe-Ring Deutschland tätig. Ein ziemlich trockener Job zwischen Kindergeld, Lohnsteuer und Einkommensteuer.

„Da braucht man als Ausgleich etwas Verrücktes“, sagt Isa Kuhl, die als Gastgeberin für Kuh-Partys in der Nachbarschaft bekannt ist. Den Einzug der goldenen Kuh hat sie auch begossen. „Meine Gäste werden immer mit Milch empfangen. Besonders die Männer schauen da schon etwas komisch. Später gibt es auch Alkohol.“

Vor zweieinhalb Jahren ist sie mit ihrem Lebensgefährten von Greifswald nach Ückeritz gezogen. Und alle Kühe hat sie mitgebracht. Trotz ihrer Sammelleidenschaft verzichtet sie aber nicht auf Kuhfleisch. „Warum sollte ich? Eine Kuh ist nunmal zum Essen da“, sagt sie.

Stichwort Essen: Beim Besuch gibt es zum Kuchen auch Kaffee — natürlich aus einer Kuhtasse. Und während ich trinke, entdecke ich am Tassenboden einen roten Fleck — die Schnauze einer kleinen Kuh.

Serie

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Wer sammelt auch?
In der Serie „Mein Hobby“ stellen wir Menschen aus der Region vor, die besondere Freizeitbeschäftigungen haben. Kennen Sie einen Nachbarn, Freunde oder jemanden aus der Familie, der verrückte Dinge sammelt? Wer hat Unmengen an Kugelschreibern, Bierdeckeln oder Kleiderbügeln?

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Ich liebe Kühe. Sie haben so hübsche Augen. Ich habe durch mein Hobby bereits den schwarz-weiß Blick.“Isa Kuhl, Sammlerin

Henrik Nitzsche

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