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Usedom Er ist immer noch da! Elch-Alarm auf Usedom
Vorpommern Usedom Er ist immer noch da! Elch-Alarm auf Usedom
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00:01 23.06.2017

Der Usedomer Elch genießt weiterhin die Inselluft und spaziert kreuz und quer über das Eiland. In der Nacht zu Donnerstag staunte Clemens Rosner aus Heringsdorf nicht schlecht, als er kurz vor Mitternacht von der Arbeit nach Heringsdorf wollte. „In der Lindemannstraße stand er plötzlich vor mir. Ich dachte erst an einen Hirsch oder einen Esel“, sagt der 27-Jährige. Er erinnerte sich aber daran, dass er über die OSTSEE-ZEITUNG hörte, dass derzeit ein Elch über die Insel tourt. „Mir war danach klar, dass er es ist“, erklärt er. Bereits am Dienstag entdeckte Rechtsanwalt Barnabas Holmer aus Ahlbeck das Tier vor seinem Grundstück in der Pommernstraße. „Ich bin aus dem Auto gestiegen und habe ihn sofort im Video festgehalten“, sagt er.

Der Elch in der Lindemannstraße in Heringsdorf. Quelle: Foto: Clemens Rosner
Ich wollte nach Hause zu meiner Familie nach Heringsdorf. Kurz vor Mitternacht stand der Elch vor meinem Auto.„Clemens Rosner (27) Koch aus Heringsdorf

Nach wenigen Augenblicken verschwand der Elch im nahe gelegenen Wald.

Bereits in der Nacht zu Donnerstag diskutierten die OZ-Leser auf Facebook eifrig über den neuen Usedomer Erdenbürger. „Ich habe ihn um 4 Uhr in Bansin-Dorf gesehen“, berichtet Ronny Völchert in den Kommentaren unter dem Foto. „Er stand mitten auf der Straße und verschwand dann in einem Seitenweg.“

Christian Flindt scherzt: „Hoffentlich hat er ’ne Kurkarte gezogen, sonst gibt's Ärger.“ Facebook-Nutzerin Lisa Elsa Wilde meint ihrerseits: „Wunderschön – hoffentlich wird er nicht angefahren wie der Elch hier bei uns an der A20 damals.“ Daher mahnt „Ma Ze: „Passt schön auf auf das Kerlchen – möchte ihn im Spätsommer auch sehen.“ Und natürlich fiel mehrfach der bekannte Spruch: „Ich glaube, mich knutscht ’n Elch“, etwa von Kerstin Rüchel. Nach Ansicht von Ingo Söllig, Tierinspektor im Rostocker Zoo, könnte der Elch zwei bis drei Jahre alt sein. Das Geschlecht sei auf den vorliegenden Aufnahmen schwer zu bestimmen. „Wer dem Tier begegnet, soll es bitte nicht füttern“, so der Experte. Stattdessen sollte man das zuständige Forstamt informieren. Söllig geht davon aus, dass das Tier aus Polen eingewandert ist. Von dort kamen in den vergangenen Jahren immer wieder Elche nach Deutschland, vor allem nach Brandenburg, wo sich bereits eine eigenständige Population gebildet hat. In Polen vermehren sich Elche, da sie seit den 1990-er Jahren nicht mehr gejagt werden. Vor allem junge Elchbullen gehen auf der Suche nach einem eigenen Revier auf Wanderschaft.

In Vorpommern war zuletzt im Mai 2016 ein Elch gesichtet worden. Jäger hatten das Tier in einem Rapsfeld nahe Rossin südlich von Anklam entdeckt. Immer wieder finden Tiere, die eigentlich nicht in MV heimisch sind, ihren Weg ins Land: 2012 zog etwa ein Gänsegeier seine Kreise über Rügen, bis er an einem Strommast verendete. In der Ostsee tummelten sich unter anderem Delfine, Buckelwale und ein Schnabelwal. Und an die Nandus in Nordwestmecklenburg hat man sich schon fast gewöhnt.

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