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Erfahrene Gastwirtin nimmt Abschied von „Stadt Wolgast“

Wolgast Erfahrene Gastwirtin nimmt Abschied von „Stadt Wolgast“

In das Traditionslokal am Wolgaster Thälmannplatz zieht griechisches Flair ein

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In der früheren Gaststätte „Vier Jahreszeiten“ hat Cordula Potenberg-Solakov Kellnerin gelernt. Als Gaststättenleiter fungierte seit Anfang der 1970-er Jahre ihr Vater Johannes Seiler. FOTO: ARCHIV

Wolgast. In der Gaststätte „Stadt Wolgast“ am Wolgaster Thälmannplatz neigt sich eine Ära allmählich ihrem Ende zu. Nach gut 20 Jahren will Inhaberin Cordula Potenberg- Solakov das Traditionslokal per 30. März 2017 an einen Nachfolger abgeben. Künftig wird mediterranes Flair in Gastraum und Küche einziehen und sich ein griechischer Gastgeber um die Besucher kümmern. Die Verträge hierfür seien bereits unterschrieben, informiert Jan Koplin von der Wolgaster Wohnungswirtschafts GmbH, der das Objekt gehört. Der Geschäftsführer freut sich, dass das Lokal nahtlos weiter vermietet werden kann. „Bis die Gaststätte am 1. Mai 2017 wieder öffnen wird, sind aber noch einige Sanierungs- und Umbauarbeiten nötig“, sagt er. So sei zum Beispiel die Elektroanlage auf den neuesten Stand zu bringen.

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In das Traditionslokal am Wolgaster Thälmannplatz zieht griechisches Flair ein

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„Die Arbeit mit den Gästen macht mir

bis heute Spaß.Cordula Potenberg-Solakov

Bei dem Gedanken, von dem Lokal, das landauf, landab scherzhaft „Schmales Handtuch“ genannt wird, Abschied zu nehmen, stellt sich bei Cordula Potenberg- Solakov schon etwas Wehmut ein. Denn: „Die Arbeit mit den Gästen macht mir großen Spaß und es ist schön, wenn man von der Freundlichkeit und Dankbarkeit etwas zurück bekommt“, sagt die erfahrene Gastwirtin. Jedoch habe sie trotz großer Anstrengungen keine personelle Verstärkung für Küche und Bewirtung finden können. „Ich habe es in der Arbeitsagentur versucht, bei Famila inseriert und im Internet geworben – ohne Erfolg“, erzählt die 54-Jährige. Nun stehe die Entscheidung fest. „Ich werde wieder Arbeit finden, da mache ich mir keine Sorgen.“

Der Beruf als Gastwirtin wurde Cordula Potenberg-Solakov in die Wiege gelegt. Ihre Mutter Inge führte zu früherer Zeit erst den Dorfkrug in Nonnendorf und später zusammen mit ihrem Mann Johannes Seiler das Lokal „Zur Eiche“ in Kröslin. Dieses und das stattliche Restaurant „Vier Jahreszeiten“ an der Wolgaster Bahnhofstraße, das Johannes Seiler ab Anfang der 1970-er Jahre leitete, existieren längst nicht mehr.

„Erst hatte ich Agrotechniker und Mechanisator in der LPG Pflanzenproduktion in Hohendorf gelernt, habe aber in dem Beruf nie gearbeitet“, erzählt Tochter Cordula. „Ab 1981 schloss ich dann eine Kellner-Lehre in den ,Vier Jahreszeiten’ an.“ Gern erinnert sich die Freesterin an die aufregende Zeit in Wolgasts erstem Haus am Platz. „Wir waren als Kollegen flexibel einsetzbar, arbeiteten sowohl in der Küche als auch im Restaurantbetrieb, in der Weindiele oder im großen Saal an der Bar.“

„Damals“, so resümiert die Wirtin, „gingen die Wolgaster öfter aus als heute.“ Immer dienstags luden die „Vier Jahreszeiten“ zur Jugenddisko ein. Von Mittwoch bis Sonntag war der 320 Plätze zählende Saal Schauplatz unter anderem von Betriebsfesten, Tanzveranstaltungen, Schiffstaufe-Feiern und Vereinspartys. „Regelmäßig fanden Familientanzabende statt, bei denen auch bekannte Künstler wie Olaf Berger, Leif Tennemann, Petra Kusch-Lück, Bernd Walter und Peter Wieland auftraten.“

Drei Monate nachdem das renommierte Haus zum 31. Dezember 1995 für immer die Tore schloss, wechselte Cordula Potenberg-Solakov als Kellnerin in die Gaststätte „Stadt Wolgast“. Seit dem 1. Dezember 1996 ist sie dort Inhaberin, wobei sie ihr Mann Vasko (66) gern unterstützt. Lange Zeit gehörte Petra Heinze zum festen Team. Der Gaststättenalltag habe sich in den vergangenen 20 Jahren stark verändert, sagt die Chefin. „In den Anfangszeiten haben wir noch vom normalen À-la-carte-Geschäft gelebt, was nun nicht mehr geht. Heute leben wir im Wesentlichen von Geburtstags- und Trauerfeiern, Hochzeiten, Klassentreffen, unseren Dart- und Rommé-Turnieren und dem Partyservice.“

Zu den ältesten Stammgästen im „Schmalen Handtuch“ gehört Heinz Piel. „Hier geht es höflich, ruhig und sachlich zu. Man kann sich gut unterhalten und bis nach Hause sind es nur 50 Meter“, schwärmt der 90-Jährige. Frank Kaminski (53) bestätigt: „Hier herrscht eine familiäre Atmosphäre.“ Dass dies mit dem Personal zusammenhängt, steht außer Frage.

Tom Schröter

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