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Usedom Erfahrung kontra Vorschrift: Streit um beste Baumpflege
Vorpommern Usedom Erfahrung kontra Vorschrift: Streit um beste Baumpflege
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00:05 17.02.2017
Der Pflegezustand der Linden entlang des Bücklingsweges vor Wolgast war Thema des Lokaltermins. Im Bild (v.l.) Kreisstraßenmeister Hardy Rieck, der gelernte Gärtner Peter Kruse, Frank Knobloch von der Firma Wuttig und Landkreis-Mitarbeiterin Veronika Saathoff. Quelle: Fotos: Tom Schröter

Dem Landkreis Vorpommern-Greifswald fehlt für eine regelmäßige Pflege seiner Alleen entlang den Kreisstraßen das Geld. Dies räumte Veronika Saathoff als Mitarbeiterin der Unteren Naturschutzbehörde in dieser Woche während eines Lokaltermins am Bücklingsweg vor Wolgast ein. Der Termin war zustande gekommen, nachdem der gelernte Gärtner Peter Kruse aus Bauer-Wehrland den Pflegezustand der vor etwa 15 Jahren am Bücklingsweg gepflanzten Linden öffentlich scharf kritisiert hatte (wir berichteten).

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Gärtner traf sich mit Vertretern des Kreises am Bücklingsweg vor Wolgast

Lindenallee

487 Linden stehen entlang des Bücklingsweges. 83 Gehölze sind unter zehn Jahre und 404 über zehn Jahre alt. Vor dem 2016 erfolgten letzten Kronenerziehungs- und Aufbauschnitt waren drei Bäume auf Grund von Verkehrsunfällen abgängig und wurden nachgepflanzt.

2016 hatte die Zinnowitzer Firma Wuttig im Auftrag des Kreises die insgesamt 487 Linden einem Pflegeschnitt unterzogen. „Die Bäume hatten in Sachen Pflege einen erheblichen Nachholebedarf. Da sich sechs bis acht Jahre lang niemand um sie gekümmert hatte, waren sie wie Büsche gewachsen“, berichtete Veronika Saathoff. Entsprechend umfangreich waren die Eingriffe.

Was Kruse kritisiert, ist die Art und Weise, in der die Austriebe, die zum Teil schon recht stark ausfielen, abgetrennt wurden. Während er für einen möglichst nah am Stamm geführten Schnitt plädiert, um ein natürliches Überwallen der betreffenden Stelle zu ermöglichen, führte die Mitarbeiterin des Landkreises die ZTV-Baumpflege (Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Baumpflege) ins Feld, die ihrerseits ein Abschneiden am Astansatz vorsieht. „Pflegemaßnahmen werden nach ZEV an Fachfirmen ausgeschrieben“, unterstrich Kreisstraßenmeister Hardy Rieck.

Peter Kruse blieb aber dabei: „Ein solches Vorgehen ist falsch“, bekräftigte er unverdrossen. Ein direkt am Stamm geführter Schnitt verhindere, dass sich am gekappten Astansatz aus in der Fachsprache genannten „schlafenden Augen“ neue Stockaustriebe bilden. Während des Lokaltermins zeigte er an Beispielen, dass stehen gelassene Astansätze nicht überwallen und daher Pilzbefall begünstigen und zur Deformierung der Baumstämme beitragen würden. Aber, so erwiderte Veronika Saathoff: „Nicht die Baumästhetik steht im Vordergrund, sondern was dem Baum guttut.“ Ein Schnitt unmittelbar am Stamm führe den Jungbäumen deutlich größere Wunden zu als ein Kappen der Äste. Zudem würden sich die Stammverdickungen an jenen Stellen, an denen starke Äste entfernt wurden, im Laufe der Jahre verwachsen.

Die Kreis-Mitarbeiterin kündigte unterdessen Nacharbeiten an Bäumen an, an denen nicht entsprechend den Vorgaben der ZTV verfahren wurde. Hierzu würden alle Bäume nochmals in Augenschein genommen.

Der nächste reguläre Pflegeschnitt sei in zwei bis drei Jahren vorgesehen. „Wir haben noch ganz viele Bäume an Kreis- und Gemeindestraßen, die einen stärkeren Pflegebedarf haben als diese hier“, sagte sie. Auf ein Angebot von Peter Kruse, fünf bis zehn Linden am Bücklingsweg in Pflege zu nehmen, um die Verantwortlichen von der Richtigkeit seiner Aussagen zu überzeugen, ging Veronika Saathoff nicht ein.

Tom Schröter

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