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Usedom Erfolgsmodell: Schüler bauen Schiffe
Vorpommern Usedom Erfolgsmodell: Schüler bauen Schiffe
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00:00 10.10.2018
Karlshagen

Als vor einigen Jahren das Team der Karlshagener Heine-Schule im Zuge der Entwicklung zur Ganztagsschule daran ging, ein neues Profil zu erarbeiten, war schnell klar, dass die Pädagogen und anderen festen Mitarbeiter nicht in der Lage sein würden, eine solche Aufgabe allein zu bewältigen. Für die Arbeitsgemeinschaften und Zirkel, die ins Leben gerufen werden sollten, wurden Helfer und Mitgestalter von außerhalb der Schule gebraucht.

An jedem Donnerstag trifft sich die AG „Schiffsmodellbau“, die Mitglieder der Marinekameradschaft Peenemünde wie Heinz-Dieter Fischer unterstützen. Quelle: Fotos: Dietrich Butenschön
Auch in der Koch-AG lernen Kinder der Heine-Schule viel Neues.

Zu denen, die als Erste auf einen entsprechenden Aufruf antworteten, gehörten die Mitglieder der Marinekameradschaft Peenemünde. Sie boten an, eine Arbeitsgemeinschaft „Schiffsmodellbau“ mitzugründen und die daran interessierten Schülerinnen und Schüler fachlich anzuleiten. Inzwischen trifft sich an jedem Donnerstag um 14 Uhr ein fester Stamm von um die zehn Mädchen und Jungen aus den fünften bis achten Klassen, um Modelle der verschiedenen Schwierigkeitsgrade zu bauen.

Im Auftrag des Vereins sind es zurzeit Heinz-Dieter Fischer, Eckhard Flügge und Wolfgang Hertwig, die die jungen Bastler an ihren Erfahrungen teilhaben lassen. Die Jüngeren, die erst kurze Zeit dabei sind, lernen den Umgang mit Sperrholz und Leim beim Anfertigen kleiner Spendenschiffe, während die „Alten“ sich schon mal an den Bau eines Atlantik-Trawlers wagen. Die Ergebnisse dieser Arbeit werden regelmäßig zum Beispiel bei den Hafenfesten in Karlshagen und Ückeritz der Öffentlichkeit vorgestellt, wo die Marinekameradschaft schon länger, wie in Karlshagen, oder seit diesem Jahr, in Ückeritz, Auskunft über ihr Vereinsleben gibt.

Wenn heute Marlies Schönberg, die Leiterin der Heine-Schule, die Namen und Inhalte der in Karlshagen mittlerweile zusätzlich zum Unterricht angebotenen Arbeitsgemeinschaften und Zirkel aufzählt, kann das schon mal länger dauern. Für die rund 160 Grundschüler sind es um die 15 solche Betätigungsmöglichkeiten. Dazu gehören zum Beispiel Basteln, Line-Dance, Theater, Chor, Kochen, Anbau und Verwertung von Heilkräutern, Sport oder Tischtennis.

Die etwa 190 Schülerinnen und Schüler des weiterführenden Teils der Heinrich-Heine-Schule können unter mehr als 20 Arbeitsgemeinschaften und Zirkeln wählen. Im Angebot sind neben der zweiten Fremdsprache (Russisch, Französisch, Polnisch) auch Schulgarten und Kochen, ebenso das Heine-Tonstudio, Töpfern, Basketball, die Schülerzeitung, das Filmstudio oder die Haustechnik. Die gesamte Angebotspalette ist noch wesentlich größer.

Für Marlies Schönberg gilt nach wie vor, dass diese Fülle an Freizeitmöglichkeiten an einer relativ kleinen Schule wie der ihren ohne aktive Hilfe von außen nicht aufrecht zu erhalten ist. „Wir gehen dabei mehrere Wege“, erläutert sie, „einer beinhaltet, dass Kolleginnen und Kollegen aus unserer Schule solche Gemeinschaften leiten. Ein weiterer besteht darin, dass auf der Grundlage uns zur Verfügung stehender Gelder externe Fachkäfte angestellt werden.

Und schließlich ist das Beispiel der Marinekameradschaft beileibe nicht das einzige, was die Unterstützung durch Vereine oder einzelne Menschen aus unserem Bereich betrifft.“ Gerade in Letzterem sieht die Schulleiterin ein deutliches Zeichen dafür, dass die Karlshagener Heine-Schule tief in der Region im Inselnorden verwurzelt ist. Sie stellt im wahrsten und besten Sinne des Wortes eine Regionale Schule dar.

Die Marinekameradschaft

Ehemalige Angehörige der Volksmarine der DDR haben 1991 die Marinekameradschaft Peenemünde gegründet. Sie ist nach eigenen Angaben ein Zusammenschluss von Männern und Frauen, „die sich dem Meer und der Seefahrt verbunden fühlen und maritime Traditionen pflegen“. Der Verein ist Mitglied im Deutschen Marinebund.

Seit 2005 baut der Verein mit Schülern Schiffsmodelle und vermittelt handwerkliches Können. Dazu haben sie mit der Heinrich-Heine-Schule einen Vertrag unterzeichnet.

Dietrich Butenschön

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