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Usedom Erinnerung an Wolgaster Fabrikgründer
Vorpommern Usedom Erinnerung an Wolgaster Fabrikgründer
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00:05 07.04.2018
Elisabeth Leutheusser-von Quistorp bedankte sich im Namen ihrer Familie bei Arno Voigt von den Freunden des Wolgaster Lapidariums für deren großes Engagement. Über 75 Biografien markanter Persönlichkeiten der Stadt wurden bisher erforscht. Quelle: Fotos: Tom Schröter
21./22. April

Gestern beherbergte die Stadt Wolgast eine illustre Gästeschar. Zunächst fanden sich auf dem Alten Friedhof, neben vielen interessierten Einheimischen, Angehörige der Familien von Schwerin und von Quistorp ein. Die Freunde des Lapidariums und Sponsoren aus dem Familienkreis bereicherten die Anlage unweit der St. Gertrud-Kapelle mit drei weiteren Gedenksteinen. Auf einem ist der Name des Preußischen Kommissionsrates Christian August Heinrich Quistorp zu lesen, deren Nachkommen Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts großen Anteil an der Industrialisierung von Wolgast hatten.

Gedenkstein für Familie Quistorp im Lapidarium eingeweiht / Neue Ausstellung im Runge-Haus

Arno Voigt, einer der Initiatoren des Lapidariums, erinnerte in einer kurzen Rede an die einst von den Gebrüdern Quistorp gegründete Chemische Fabrik und die Zementfabrik, die hunderten Wolgastern Arbeit gaben und den Stadtteil Neustadt begründeten. Zwei weitere Gedenksteine sind Angehörigen der Familie Ockel gewidmet, die einerseits als Kunstmaler und Senator, andererseits als Goldschmied und Gelbgießer in Wolgast wirkten und bis heute Spuren hinterließen.

„Über 75 Kurzbiografien von wichtigen Persönlichkeiten unserer Stadt konnten wir bisher zusammenstellen“, sagte Arno Voigt. Im Zuge der laufenden Sanierung des Inneren der St.-Gertrud-Kapelle sollen diese Lebensläufe digitalisiert werden und später für Neugierige in der Kapelle per Knopfdruck in Wort und Bild abrufbar sein.

Vom Friedhof aus setzten sich die Besucher in Richtung des Runge-Hauses in der Kronwiekstraße in Bewegung. Auf dem Weg dorthin wurde das erst vor kurzem mit großem Aufwand von privater Seite sanierte Quistorpsche Haus in der Badstubenstraße in Augenschein genommen. In Runges Geburtshaus wartete dann ein weiterer kultureller Höhepunkt. Im großen Wohnzimmer der Familie des bekannten Romantikers wurde als Start in die diesjährige Museumssaison eine Ausstellung mit Bildern des Malers Dietrich Becker eröffnet.

Der Künstler, Jahrgang 1940, stammt aus dem pommerschen Cammin. Als die Eltern bei Kriegsende ihren Bauernhof verlassen und westwärts flüchten mussten, fanden sie im Gutshaus in Seckeritz auf halber Strecke zwischen Wolgast und Lassan Zuflucht. Wie der Vater, entdeckte auch Dietrich Becker die Malerei für sich, wobei von Anfang an die Beständigkeit der Landschaft Wesen und Stil seiner Bilder prägte. Die 13 Arbeiten, die im Runge-Haus zu sehen sind, spiegeln die Urwüchsigkeit der vorpommerschen Natur und die Heimatverbundenheit des Malers wider, der auf der Suche nach seinen Motiven immer wieder auf ihm bekannte Orte zurückgreift.

Die ausgestellten Bilder entstanden von 1966 bis 2015. Zu sehen sind u.a. das Fischerhaus am Bauerberg, wo Becker ebenfalls eine Weile wohnte, die Gärtnerei bei Zemitz, der kleine Hafen am Achterwasser bei Bauer, die Wolgaster St. Petri-Kirche und das Achterwasser bei Damerow. Gespannt lauschten die Anwesenden der Laudatio, die Dr. Katrin Arrieta hielt, künstlerische Leiterin des Kunstmuseums Ahrenshoop. Zu den Besuchern zählte auch der ehemalige Direktor der Kunsthalle Hamburg, Prof. Dr. Hubertus Gassner, der sich Zeit für einen Rundgang durch Runges Geburtshaus nahm.

Weitere Veranstaltungen der 21. Wolgaster Museumstage

von 11 bis 18 Uhr 1. Wolgaster Manufakturmarkt in der Kaffeemühle;

21. April um 11 Uhr Konzert mit Thomas Putensen aus Greifswald zur offiziellen Eröffnung des 100-Hauses am Wolgaster Oberwall;

24. April um 19.30 Uhr Vortrag über Antarktisreisen im Museum;

29. April um 11 Uhr auf dem Fährschiff „Stralsund“ im Stadthafen Vorstellung von Schiffsmotiven auf Münzen.

Tom Schröter

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