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Usedom Erst Boot gestohlen, dann fast ertrunken
Vorpommern Usedom Erst Boot gestohlen, dann fast ertrunken
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00:00 30.08.2013
Einer der beiden Männer wurde mit dem Hubschrauber in die Greifswalder Klinik geflogen. Den anderen brachten Hilfskräfte mit dem Rettungswagen nach Wolgast. Fotos (4): Tilo Wallrodt
Trassenheide

Zwei polnische Männer verdanken ihr Leben einem jungen Urlauberpaar und schnell agierenden Rettungsschwimmern des DLRG in Trassenheide. Das Paar, das gerade auf dem Zeltplatz Urlaub macht, hörte gestern Morgen Hilferufe aus dem Wasser und alarmierte die Rettungskräfte.

Strandkorbvermieterin Petra Meyer aus Trassenheide verfolgte ebenfalls vom Strand aus das Geschehen. „Es war kurz nach 8 Uhr, als die Rettungsschwimmer alarmiert wurden. Sie waren schnell da, fuhren zu dritt mit dem Rettungsboot raus. Die Verunglückten waren so weit draußen und nur als Punkt zu sehen“, sagt sie. Sie habe dem Paar, das sehr aufgeregt war, noch für ihr umsichtiges Handeln gedankt. „Die polnischen Männer hatten so ein Glück — und dann muss man hören, dass es vielleicht Diebe sind. Unfassbar“, fügt sie an.

Was gestern Morgen zunächst wie ein dramatischer Badeunfall aussah, bei dem fast zwei Menschen ertrunken wären, entpuppte sich anschließend als mutmaßliche Straftat: Zwei Polen haben offenbar in Quilitz am Peenestrom ein sechs Meter langes Offshore-Motorboot gestohlen und wollten damit über die Ostsee entkommen. Vor Trassenheide gingen sie über Bord. Beide waren alkoholisiert und riefen nach Stunden im Wasser entkräftet um Hilfe, während das Boot Richtung Zinnowitz abtrieb.

Für die Rettungsschwimmer Udo Neumann aus Berlin, Max Krämer aus Köln und Michal Hejnk aus Polen sah es ebenfalls zunächst aus, als seien zwei Männer mit ihrem Boot in Seenot geraten. Sie zogen sie völlig entkräftet und unterkühlt aus dem Wasser und brachten sie an den Strand, wo sie erstversorgt wurden. Dabei nahmen die Rettungskräfte Alkoholgeruch wahr. „Wir haben deshalb umgehend eine Blutprobenentnahme angeordnet. Die wäre aber sowieso erfolgt, da es sich um einen Sportbootunfall handelt“, erklärt der Sprecher der Staatsanwaltschaft Stralsund, Oberstaatsanwalt Ralf Lechte.

„Glücklicherweise war einer der Retter ebenfalls Pole, so konnte er sich mit den Männern verständigen“, berichtet der Trassenheider Wachleiter Mitching. Nach seinen Worten habe den Männern zudem der Umstand, dass sie sich Markierungsbojen umgebunden hatten und deshalb nicht untergingen, mit das Leben gerettet. „Allerdings hätten sie nicht mehr lange im Wasser durchgehalten, nach Aussage des Notarztes vor Ort vielleicht noch eine halbe Stunde. Ihre Unterkühlung war schon lebensbedrohlich“, berichtet Trassenheides Kurdirektor Werner Burkardt.

Während die beiden polnischen Männer in Krankenhäusern in Greifswald und Wolgast versorgt werden, wurde das vor Trassenheide treibende Boot von der Wasserschutzpolizei geborgen und zur Spurensicherung an die Seebrücke nach Zinnowitz gebracht. Anschließend wurde es über den Seeweg zum Tonnenhof nach Karlshagen geschleppt, wo es die Kripo weiter untersucht. Zudem wurde bekannt, dass das Boot einem Besitzer in Quilitz gestohlen worden war. Dieser hatte den Diebstahl noch gar nicht bemerkt. Ein zweites Boot, das fast zur gleichen Zeit entwendet worden war, fand sich nach intensiver Suche nahe Quilitz an. Die Methode des Kurzschließens hatte dort nicht funktioniert. „Der Besitzer lässt nun die Schäden untersuchen und will es dann sofort aus dem Wasser nehmen“, sagt Thomas Alb, der in Zinnowitz einen Maritimshop betreibt und in der Stadt Usedom Bootsliegeplätze vorhält.

Die polnischen Männer wurden wegen dringenden Tatverdachts des Diebstahls und versuchten Diebstahls vorläufig festgenommen. Die Kripo ermittelt auf Hochtouren. So soll geklärt werden, wie die Tatverdächtigen die Boote aus dem Hafen Quilitz bringen konnten, warum sie über Bord gingen und warum sie nach Polen den weiten Weg über die Usedomer Außenküste wählten.

Cornelia Meerkatz

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