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Usedom Erste Inselschule mit Courage
Vorpommern Usedom Erste Inselschule mit Courage
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07:41 26.08.2014
Als „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ hat die EGS Unterstützung in ihren Paten Gisa Stückmann (3.v.l.) und Eckbert Liskow (2.v.l.). Das gestrige Ereignis feierten auch Daniel Trepsdorf (knieend), Leiter des Regionalzentrums für demokratische Kultur, Bürgermeister Lars Petersen (Mitte) und Heinz-Egon Achterkerke (6.v.r.) mit. Fotos (7): Angelika Gutsche

Der Start ins neue Schuljahr war für die 476 Schüler der Europäischen Gesamtschule (EGS) gestern kein harter Bruch mit der Ferienzeit. Nach kurzer Einweisung in die wichtigsten Organisationsfragen wurde am ersten Schultag gefeiert. Der Grund: Die Regionale Arbeitsstelle für Bildung, Integration und Demokratie (RAA) verlieh der Schule per Urkunde den Titel „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“.

Diese Auszeichnung ist allerdings alles andere als ein Preis. Vielmehr ist sie Selbstverpflichtung. Die Schülersprecher Annabell Heyden und Marcel Abrusnikow erklärten der versammelten Schülerschaft, was sie längst wusste. „Gemeinsam wollen wir ein Schulklima gestalten, in dem Rassismus, Diskriminierung, Mobbing und Gewalt keinen Platz haben.“ Die beiden lobten vor allem das Engagement der Schulsozialarbeiterin Ina Wernitz in der Bewerbungsphase. „Bedingung für unsere Teilnahme war, dass 70 Prozent aller Schüler, Eltern und Lehrer einverstanden sind. Nach einem schleppenden Beginn haben wir mit Ina Wernitz‘ Hilfe sogar 74 Prozent Unterschriften geschafft“, so Marcel, der sich mit Annabell über die Verleihung freute.

Obwohl es im Rahmen der Vorbereitungen bereits Workshops, Seminare und Projekte gab (die OZ berichtete), fängt die eigentliche Arbeit erst an, ist sich Schulleiter Jürgen Räsch bewusst: „Den Anschub gab Storch Heinar“, berichtete Räsch über die Initiative des satirischen Mode-, Front- und Führerstorchs. „Einiges haben wir bei der Bewerbung schon geleistet, jetzt muss diese Arbeit fortgesetzt werden.“

Die Schule wolle weiterhin Themen zur Demokratieerziehung aufgreifen und Seminare gegen Cybermobbing anbieten, in den siebten Klassen Streitschlichter ausbilden und die sich im Grenzbereich anbietende Zusammenarbeit mit polnischen Schulen fortsetzen. „Das sind nur einige Beispiele. Wir wollen uns ganz bewusst und mit Freude diesen und weiteren Themen widmen“, sagte der Schulleiter.

Zur Erfüllung der Selbstverpflichtung kann sich die Schule auf tatkräftige Unterstützung freuen. Nicht nur die Achterkerke-Stiftung, die mit der Aktion „Pro Demokratie“ vor exakt 384 Tagen schon einmal Storch Heinar in die Schule geholt hatte, hilft. Auch zwei Paten stehen der Schule zur Seite. Rechtsanwältin Gisa Stückmann erklärte warum: „Immer wieder ist zu erleben, dass bei Übergriffen umherstehende Zeugen nicht helfen und obendrein eher das Handy zücken, um zu filmen, als Hilfe herbeizurufen.“ Gegen diese Mentalität wolle sie sich engagieren. Eckbert Liskow (CDU/MdL) versprach seine Unterstützung, weil es wichtig sei, sich gegen Rassismus zu wenden. „Für solchen Mut lohnt sich Unterstützung.“

Bürgermeister Lars Petersen (parteilos) wünschte der Schülerschaft Mut und Selbstvertrauen, um antidemokratisches Denken, Semitismus und Rassismus mit Humor zu entlarven.

Die EGS ist in MV die 29. Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage und die erste auf einer Insel. Die RAA ist bundesweit das größte Schulnetzwerk.

Nachahmen erwünscht
Für all jene, die die Querelen in der Heringsdorfer Gemeindevertretung leid sind, ist die Selbstverpflichtung der EGS-Schülerschaft so etwas wie ein zarter Hoffnungsschimmer. Ihr Engagement lässt in der Zukunft auf ein Demokratieverständnis und einen Umgang mit politischen Widersachern hoffen, der weniger schmerzvoll als das ist, was den Bürgern aktuell in den Sitzungen der Gemeindevertretung geboten wird. Verpflichten sich die Schüler doch zu nicht weniger, als Diskriminierungen zu vermeiden, Probleme in offenen Auseinandersetzung zu lösen, Verantwortung für das Schulklima zu übernehmen, auch wenn man nicht zu den Meinungsmachern oder Wortführern gehört. Das lässt Aufhorchen. Schauen wir gemeinsam, was daraus wird. Und vielleicht gucken sich ja auch die gestern leider lediglich durch Vorsteher Joachim Saupe (CDU) vertretenen Abgeordneten ab und an Verhaltensregeln dafür ab, wie Heringsdorf so ganz ohne gegenseitiges Diffamieren und Verklagen regiert werden kann.



Angelika Gutsche

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