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Usedom Erste Station für Straßenkatzen auf Usedom
Vorpommern Usedom Erste Station für Straßenkatzen auf Usedom
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00:20 26.04.2018
Von links: Jürgen Merkle, Chris Willert, Sophie Möllnitz, Jennifer Schmoldt, Lars Petersen und Dr. Matthias Baeseler. Quelle: Foto: Dietmar Pühler

Der Tierschutzverein „aktion tier – menschen für tiere e.V.“ eröffnete jetzt auf dem Tierhof Labömitz einen Straßenkatzenstützpunkt mit dem Namen „Kitty-Forum Usedom“. Von dort aus werden in einem Aktionsradius von etwa 50 km die örtlichen Straßenkatzenbestände betreut und in diesem Rahmen Hilfsmaßnahmen wie Futterspenden, Kastrationen und tiermedizinische Behandlungen durchgeführt.

Laut Projektleiter von aktion tier, Matthias Baeseler, gehe es darum, Streunerkatzen zu helfen, diese sich aber nicht unkontrolliert vermehren zu lassen. Deshalb hat der 200000 Mitglieder starke Tierschutzverband einen Fangkäfig entwickelt, mit dem nicht kastrierte Straßenkatzen eingefangen werden können. Anschließend werden die Tiere in einem Transportkäfig zum Tierarzt gebracht und zeugungsunfähig gemacht.

„Hier auf Usedom gibt es zehn Stellen, wo Streunerkatzentrupps bekannt sind“, weiß Baeseler zu berichten. Diese werden allesamt von ehrenamtlichen Helfern betreut und diese wiederum vom Tierhof Labömitz. Dort arbeiten mit Sophie Möllnitz und Jennifer Schmoldt zwei ausgebildete Tierpflegerinnen sowie zwei Hilfskräfte. Um fit zu werden für das Straßenkatzen-Projekt hat Sophie Möllnitz ein Kurzpraktikum in Glindow bei Berlin absolviert, wo es eine Straßenkatzen-Babystation von aktion tier gibt.

Sie und ihre Kollegin stehen im Kontakt mit den zehn Futterplatzbetreuern im Bereich zwischen Ahlbeck, Stubbenfelde und Rankwitz. Wie Chris Willert vom Heringsdorfer Ordnungsamt betont, ist das Projekt ganz im Sinne der Gemeindeverwaltung. „Wir versuchen als Gemeinde, die Population nach unten zu fahren“, so die Verwaltungsmitarbeiterin. Drum habe die Kommune auch im vergangenen Jahr 2000 Euro für Kastrationen und 700 Euro für die Zufütterung ausgegeben. Als Problem hat sie wie auch Baeseler die freilaufenden Hauskatzen ausgemacht, die nicht kastriert sind und die sich mit den wildlebenden Katzen verpaaren. Deshalb plädiert der Tierschutzverein für eine behördliche Kastrationspflicht für Privatkatzen mit Freigang. Die gibt es mittlerweile in 340 Städten und Gemeinden. Hier im Landkreis fehle jedoch die gesetzliche Grundlage dafür, erläuterte Bürgermeister Lars Petersen.

Der wies darauf hin, dass seine Gemeinde jährlich 1,70 Euro pro Einwohner an den Tierhof Labömitz zahlt. Das sind rund 1300 Euro pro Monat. Damit kann der Tierhof einen Teil seiner Kosten decken, die die Aufnahme und Pflege von Fundtieren von nahezu der ganzen Insel Usedom verursachen. Laut Baeseler, der auch dem Vorstand des Vereins zur Förderung und Aufrechterhaltung des Tierhofs Labömitz angehört, gibt es vom Amt Usedom Süd, in dessen Amtsbereich der Tierhof liegt, keine Zuschüsse.

„Wenn sich die Ämter Nord und Süd so engagieren würden wie die Gemeinde Heringsdorf, könnte der Tierhof so existieren“, machte Baeseler deutlich. Jürgen Merkle, Vorsitzender des Fördervereins für den Tierhof Labömitz, bezifferte das Jahresbudget der Tierschutzstation auf etwa 70 000 Euro. Der Verein aktion tier sei einer der größten Geldgeber für den Tierhof am Rande des Thurbruchs. Baeseler appellierte an die Bevölkerung, private Futterstellen dem Tierhof Labömitz zu melden, damit diese mitbetreut werden können, also Futtermittelspenden und medizinische Betreuung (Kastration und Registrierungschip) erhalten können. Tierhof: ☎ 015223737931

Dietmar Pühler

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