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Ex-Profi: Für drei Tage Fußball-Coach auf Usedom

Heringsdorf Ex-Profi: Für drei Tage Fußball-Coach auf Usedom

Hans Sarpei war zuletzt mit Schalke 04 in der deutschen Eliteklasse aktiv / Trainer Rütze: Das Team ist durch diese Drei-Tage-Aktion enger zusammengerückt

Heringsdorf. „Wir werden aus keinem Spieler einen Ronaldo machen. Aber entscheidend ist die Einstellung. Da kann man sehr viele Prozente rauskitzeln“. So fasste der ehemalige Fußballprofi (190 Einsätze in der Bundesliga) und 36-fache ghanaische Nationalspieler Hans Sarpei sein Drei-Tage-Engagement beim Kreisligisten FC Insel Usedom II zusammen.

Der Kult-Kicker, der beim VfL Wolfsburg, bei Bayer Leverkusen und zuletzt bis 2011 bei Schalke 04 unter Vertrag stand, wurde von einem Kamerateam des Senders „Sport 1“ begleitet. Von Freitagabend bis Sonntagmittag wurden die Trainingseinheiten, eine Teambildungsmaßnahme, ein Grillabend am Strand und natürlich das gestrige Spiel gegen den SV Ückeritz am Bansiner Fischerweg gefilmt. Ausgestrahlt wird die Dokumentation mit dem Titel „Hans Sarpei - Das T steht für Coach“ am 25. Mai um 22.30 Uhr in „Sport 1“.

Christian Rütze, eigentlicher Trainer der 2. Mannschaft des FCU, fasste die erste Begegnung mit dem Gasttrainerteam Hans Sarpei, Marek Fis und Nina Heinl so zusammen: „Wir haben am Freitagabend von halb Sieben bis halb Neun trainiert. Hans hat sich vorgestellt. Er ist ganz entspannt, aber ehrgeizig und siegfokussiert. Das Ganze ist nicht auf Scherz gemacht“, sagt der 34-Jährige zu den begleitenden Fernsehaufnahmen.

Die hat den Inselkickern ihr Mitspieler Oliver Witte (25) eingebrockt. „Ich habe die Show in ‘Sport 1‘ gesehen. Da wurde die Adresse zum Bewerben eingeblendet“, erinnert er sich. Der linke Mittelfeldspieler hatte am Samstagvormittag wie fast alle seine 17 Spielerkollegen einen kräftigen Muskelkater. „Wir haben eine Bootcamp-Erwärmung und Muskelaufbautraining gemacht, ein paar Ballstafetten und Sprints geübt und ein Abschlussspiel zehn gegen zehn gemacht“, erklärte Witte.

Vor dem brisanten Derby schilderte FCU-Spieler Erik Wydra die Ausgangslage so: „Wir sind drei Punkte hinter Ückeritz. Die sind 8., wir 9.; absteigen können wir nicht mehr, weil Wolgast seine Mannschaft abgemeldet hat. Aber es ist ein Inselderby. Die bringen 60, 70 Mann mit. Das Hinspiel haben wir 2:4 verloren“. Ob der Medienhype Druck oder Motivation sei, beantwortete er mit „beides“.

Für Vereinschef Sebastian Grünberg ist das Engagement von Hans Sarpei ein Glücksfall. „Das ist eine Riesennummer für die Insel. 45 Minuten Sendezeit“ — und dann noch so ein Traumwetter am Samstag, dem Hauptdrehtag am Strand und auf dem Sportplatz. „Wir als Vorstand wurden vor vollendete Tatsachen gestellt, fanden das aber großartig“, so der Vorsitzende des FCU.

Am Samstag ließ die Personaltrainerin Nina Heinl die Reservekicker des Vereins am Strand in zwei Teams gegeneinander antreten. Sie mussten einen Haka-Tanz aufführen, wie er vom neuseeländischen Rugby-Nationalteam bekannt ist, paarweise mit zusammengebundenen Schuhen 20 Meter laufen und bunte Leibchen in dafür vorgesehenen Ringen ablegen sowie einen Hindernisparcours, bestehend aus Mitspielern, überspringen bzw. unterqueren.

Am Ende gewann Hans Sarpeis Team Deutschland gegen Marek Fis‘ Team Polski klar mit 5:0, was den Ghanaer diebisch freute, während sein polnischer Co-Trainer Frust schob, da Hans beim Tic-Tac-Toe schummelte. Aber bei der ganzen Sache standen ja der Spaß und das Miteinander im Vordergrund. Das fasste auch Hans Sarpei zusammen: „Es gehört Spaß dazu. Die Jungs machen das als Hobby. Wir kommen aber nicht hierher und sagen, wir machen Blödsinn. Wenn wir das machen, wollen wir das Beste rausholen.“

Gerade die spielerischen Übungen am Strand seien wichtig, um zu sehen, wer geht vorneweg. „Das Ding ist, einer muss der Leader sein“, sagt Sarpei. Allerdings habe er beobachtet, dass im Amateurfußball keiner so richtig der Chef auf dem Platz sein wolle. Er könne in der kurzen Zeit zwar keine Mannschaft auf ein höheres spielerisches Niveau heben, aber die Aggressivität und den Spaß

vermitteln, die bei zwei gleich starken Mannschaften den Ausschlag geben könnten. Entscheidend sei „der Ehrgeiz, den Sieg unbedingt holen zu wollen“.

Das Spiel endete übrigens 1:0 für die Gastgeber. Coach Hans Sarpei zeigte sich zufrieden: „Ich habe einen Trainingserfolg gesehen. Die Jungs waren aggressiv, sie wollten. Wir sind der verdiente Sieger“. Trainer Christian Rütze fand, dass sein Team über das Wochenende enger zusammen gerückt sei. „Dadurch ist die Moral gestiegen.“

TV-Sendung: am 25. Mai ab 22.30 Uhr in „Sport 1“

Von Dietmar Pühler

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