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Experimentieren mit „Sternleuchten Bach“

Benz Experimentieren mit „Sternleuchten Bach“

Kammerkonzert in Benz lässt einen anderen Meisterkomponisten aufscheinen

Benz. Ein professorales Duo, immerhin 20 Programmpositionen und ein kühnes Konzept – beim diesjährigen Kammermusikfest in Benz auf Usedom ist man vor Überraschungen nicht sicher. Und das hat auch dann etwas, wenn, wie vorgestern, ein Abend manche Frage offen lässt.

Nicht hinsichtlich künstlerischer Kompetenzen. Denn Professor Kiai Nara, Klavier, und Professor Andreas Greger, Violoncello, bürgen für Top-Qualitäten. Wohl aber bezüglich eines Programmes, das als Angebot mit experimentellem Charakter um Aufmerksamkeit und Akzeptanz warb. „Sternleuchten Bach“ hatte man es genannt: Bach als Sonne, die die Planeten, und das meint alles Nachfolgende, erleuchtet und deren Musik als ausschließlich auf Bach gegründet erscheinen lässt; hier allerdings nur bezogen auf diverse Sätze Bachscher Solo-Cellosonaten.

Nun steht Bachs fundamentales Nachwirken außer Frage, aber ob in dieser Besetzung und mit ausschließlich romantischen „Ohrwürmern“ von Cäsar Franck, Rachmaninow, Schumann, Saint-Saens, Glasunow, Massenet und Chopin der beabsichtigte Nachweis zu führen ist, darf denn doch bezweifelt werden. Macht aber auch nichts, denn es stand ohnehin jedem frei, die pausenlose und sehr konzentriert wirkende Abfolge der Stücke auch ohne angestrengte Beziehungssuche als das etwas andere, und – wie offensichtlich – nicht weniger intensive Erlebnis wahrzunehmen.

Deutlicher aber prägte Anderes den Abend: Gregers sehr eigenwillige Art, Bach zu spielen. Er hatte es vorangekündigt und vielleicht deshalb versucht, der Musik des Meisters mit überaus freier, metrische Vorgaben durch Verbreitern, Beschleunigen, Verzögern und große artikulative Vielfalt den Charakter fast romantischen „Redens“ zu verleihen. Das schien zwar die stilistische Distanz zwischen Bach und dem romantischen Anteil des Programms zu verkürzen und Unterschiede etwas einzuebnen, war in dieser individuellen Ausprägung aber durchaus gewöhnungsbedürftig – und ein anderer Bach.

Nun ja, Gängiges kann jeder! Und mal provozieren kann nicht schaden. So gab es für zwei starke Künstlerpersönlichkeiten verdient heftigen Beifall.

Ekkehard Ochs

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