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Usedom Fabrik in Anklam will mehr Zucker erzeugen
Vorpommern Usedom Fabrik in Anklam will mehr Zucker erzeugen
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00:08 30.04.2018
Geschäftsführer Matthias Sauer (2.v.r.) führt Interessierte über das Fabrikgelände. Im Hintergrund ist die Biogasanlage zu sehen, die zur Produktion von Biomethan dient, das ins zentrale Netz eingespeist wird. Quelle: Fotos: Tom Schröter
Anklam

Die Anklamer Zuckerfabrik will ihre Zuckerproduktion ab der Kampagne 2019 schrittweise ausbauen. „Statt bisher 130000 Tonnen Zucker pro Jahr, wollen wir künftig bis zu 200000 Tonnen produzieren“, informiert Geschäftsführer Matthias Sauer. Hierzu sei es notwendig, die Verarbeitungsmenge an Zuckerrüben von derzeit jährlich 1,3 auf dann zwei Millionen Tonnen zu erhöhen. Mit der Erweiterung der Produktionskapazität geht auch die Ertüchtigung der Anlagen des an der Bluthsluster Straße befindlichen Traditionsunternehmens einher. Derzeit ist zum Beispiel ein vierter Dicksafttank im Bau.

Geschäftsführer Sauer: Die Produktion soll in den nächsten Jahren von 130000 auf 200000 Tonnen gesteigert werden

Am Sonnabend lud die 1883 gegründete Zuckerfabrik zu Führungen über das Betriebsgelände ein. Anlässlich des Tages der erneuerbaren Energien stellte Matthias Sauer Interessierten unter anderem die Biomethananlage vor, in der jährlich 12000 bis 15000 Tonnen Rübenkleinteile und -restschnitzel vergoren werden. Aus diesen als Abfall in der Fabrik anfallenden Stoffen, die in einem separaten Depot zwischengelagert werden, wird kohlendioxid-neutral Bioerdgas erzeugt, welches nach entsprechender Qualitätsprüfung in das zentrale Erdgasnetz eingespeist wird. In der 2013 ans Netz gegangenen Biomethananlage und in der biologischen Wasseraufbereitung, die, anders als die kampagnehaft arbeitende Zuckerfabrik, ganzjährig in Betrieb sind, werden laut Sauer jährlich insgesamt 12 Millionen Kubikmeter Bioerdgas erzeugt, was einer Energieverbrauchskapazität von 115 Gigawattstunden entspreche. Zum Vergleich: Der jährliche Energiebedarf der Zuckerfabrik, der sich infolge der Produktionserweiterung nicht erhöhen solle, betrage 460 Gigawattstunden.

Ein weiteres Standbein ist die 2008 in Betrieb genommene Bioethanolanlage, in welcher 40 Prozent des gesamten in der Fabrik gewonnenen Dicksaftes verarbeitet werden. In den sechs vorhandenen Fermentern werden täglich etwa 210 Kubikmeter Bioethanol erzeugt, der per Eisenbahn an Raffinerien geliefert wird, wo er gemäß Beimischungsverpflichtung Autokraftstoff zugesetzt wird.

„Wir versuchen durch zusätzliche Maßnahmen, die Emissionen unserer Fabrik zu minimieren“, erklärt Sauer. Dabei verweist er unter anderem auf eine vor etwa sechs Monaten an der Gasaufbereitungsstation errichtete Schallschutzwand und die erfolgte Einhausung der Rübenwäsche. Zudem kündigte Matthias Sauer den Bau eines neuen Absetzteiches an, der die alten Teiche ersetzen und in dem Rüben und Erde künftig mittels Filterpresse voneinander getrennt werden sollen. Der Geschäftsführer erinnerte auch an den Ethanolunfall vor knapp drei Jahren, in dessen Folge etwa 100 Kubikmeter Alkohol in die Peene gelangten und ein großes Fischsterben auslösten.

Tom Schröter

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