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Usedom Fachmann kritisiert Baumpflege entlang des Bücklingsweges
Vorpommern Usedom Fachmann kritisiert Baumpflege entlang des Bücklingsweges
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00:00 23.11.2016
Peter Kruse kritisiert unter anderem, dass zu entfernende Seitenäste nicht komplett abgeschnitten wurden. Dies führe zu Deformierungen des Stammes und dazu, dass die Schnittstellen nicht überwallen, sprich sich auf natürliche Weise schließen können. FOTOS: TOM SCHRÖTER

. Wenn Peter Kruse den Bücklingsweg vor Wolgast entlang fährt, treibt es ihm als gelernten Gärtner fast die Tränen in die Augen. Die Linden, die im Anschluss an den vor rund 15 Jahren erfolgten Ausbau der Kreisstraße OVP 22 links und rechts der Fahrbahn gepflanzt wurden, seien fast durchweg nicht fachmännisch gepflegt, kritisiert der 68-Jährige. „Ich könnte heulen, wenn ich das sehe“, schimpft Peter Kruse, der in Bauer- Wehrland wohnt und während seines Berufslebens lange Zeit als Stadtgärtner sowie in einer Baumschule gearbeitet hat und somit über reichlich Erfahrung verfügt, was Baumpflege angeht.

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Die Pflege der Bäume ist fehlerhaft. Ich könnte heulen, wenn ich das sehe.Peter Kruse, gelernter Gärtner

Besagte Linden am Wolgaster Bücklingsweg litten unter einem fehlerhaft vorgenommenen Erziehungsschnitt, sagt er. Kruse verweist unter anderem auf die zahlreichen, an vielen Bäumen vorhandenen Wurzelstockaustriebe. Bäume neigten dazu, zu verbuschen und so genannte Heister auszubilden. „Um dieses Austreiben zu verhindern, müssten die Stämme in diesem Bereich freigegraben und ausgeschält werden. Dies wurde hier einfach versäumt“, moniert der Rentner.

Dass, wie im konkreten Fall, an hochstämmigen Gehölzen Seitenäste abgeschnitten werden, sei hingegen grundsätzlich in Ordnung. „Nur wurden sie hier unsachgemäß entfernt, denn die Astansätze wurden stehengelassen“, meint Peter Kruse. Üblicherweise würden die Äste durch einen möglichst nah am Stamm geführten Schnitt abgetrennt. So werde verhindert, dass sich am gekappten Astansatz aus in der Fachsprache genannten „schlafenden Augen“ neue Stockaustriebe bilden, die dem Baum nicht nur wichtige Energie rauben, sondern auch zur Deformierung seines Stammes beitragen, was an den noch jungen Linden deutlich abzulesen ist.

„Vielleicht“, so mutmaßt Peter Kruse, hätten die mit dem Pflegeschnitt Betrauten die Schnittstellen möglichst klein halten wollen, um zum Beispiel Pilzbefall vorzubeugen. Aber das genaue Gegenteil sei erreicht worden. „Wenn die Äste direkt am Stamm entfernt werden, können die Schnittstellen schnell überwallen, das heißt, dass der Baum die Wunde also schnell selber schließen kann. Das Aufbringen von Lackbalsam oder Baumwachs ist in diesem Fall gar nicht notwendig“, erläutert unser Gesprächspartner. Als Beleg führt Kruse an den Linden frühere, noch in der Baumschule vorgenommene Erziehungsschnitte an, deren Spuren in der Zwischenzeit nahezu verschwunden sind und die, anders als die später vorgenommenen Eingriffe, an den Stämmen keinerlei Wucherungen auslösten.

„Junge Straßenbäume sind in der Regel sehr teuer. Daher sollte man mit der Pflege nur Leute beauftragen, die etwas vom Fach verstehen“, mahnt Kruse. Die Fehler, die an den Bäumen entlang des Bücklingsweges gemacht worden seien, seien zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch reparabel.

Laut Kreisstraßenmeister Hardy Rieck koordiniert die beim Landkreis Vorpommern-Greifswald angesiedelte Untere Naturschutzbehörde sämtliche Baumpflegearbeiten entlang der Kreisstraßen. Eine OZ-Anfrage zur oben erwähnten Problematik ließ die Verwaltung unbeantwortet.

Tom Schröter

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