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Usedom Familiendrama: Frührentner mit vier Kindern bald obdachlos
Vorpommern Usedom Familiendrama: Frührentner mit vier Kindern bald obdachlos
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07:39 29.03.2014
Die Familie Aßmann am Grundstück von ihrem Haus.
Anklam

Es wäre ein Drama: Familie Aßmann hat vier Kinder und eine wahre Odyssee hinter sich. Sie kamen nach in Vorpommern, damit es dem Nachwuchs besser geht.

Thomas Aßmann ist 46 und schon Rentner. Ein stattlicher Mann, 1,93 Meter groß. Er war Forstwirt und Leiter eines Gebrauchtmöbellagers. Heute, sagt er, habe er sechs kaputte Bandscheiben und das Skelett eines 70-Jährigen. Seine Kinder – 15, acht, vier und zweieinhalb Jahre alt – litten alle unter Neurodermitis, einer entzündlichen Hauterkrankung, die mit quälendem Juckreiz einhergeht. „Das ist der Grund, warum wir von Nordrhein-Westfalen in den Nordosten gezogen sind“, erklärt Aßmann. Salzhaltige Meeresluft, hätten Ärzte gemeint, würde die Beschwerden lindern.

Ein Haus auf dem Lande sollte es sein, möglichst Einzellage und küstennah: In Papendorf bei Lassan wurde Thomas Aßmann fündig. Im August 2012 zog die Familie um, ohne das Anwesen im 650 Kilometer entfernten Vorpommern zuvor besichtigt zu haben.

Die Neurodermitis der Kinder klang ab. Dafür, schildert der Vater, hätten sich andere Beschwerden eingestellt: „Eine bleierne Müdigkeit erfasste uns alle. Die Kinder bekamen von Zeit zu Zeit Atemnot. Hinzu kamen starke Gelenkschmerzen.“ Bisher konnte kein Arzt eine treffende Diagnose erstellen. Kreis-Gesundheitsbehörde und das Kreis-Bauamt wurden eingeschaltet. „Untersuchungen ergaben, dass eine etwa 60 Jahre alte Fäkaliengrube am Haus undicht geworden und ihr Inhalt unter das Haus gesickert war.“

Behördenvertreter entdeckten Schimmel. Der Familie rieten sie, so schnell wie möglich auszuziehen. „Ich habe den Mietvertrag daraufhin fristlos gekündigt und nach einer anderen Bleibe gesucht“, erläutert Thomas Aßmann. Wieder sollte es möglichst ein Haus sein. „Zwei meiner Kinder haben ein Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom. Sie sind hyperaktiv.„

In Wolgast fand er ein neues Haus zur Miete. Die allerdings überstieg das Wohngeld deutlich, dass der Landkreis Wenigverdienern gewährt. Das zuständige Jobcenter in Wolgast stimmte einem Umzug der Familie nicht zu. In seiner Not wandte sich Thomas Aßmann an die Landrätin. Jene, sagt er, habe auch reagiert und das Jobcenter zum Einlenken bewegt. Trotzdem hätte seine Familie nicht umziehen können. Denn in der Zwischenzeit hätte der Eigentümer des Wolgaster Hauses nicht mehr vermieten wollen. „Stattdessen sollten wir es kaufen.“ Was die Familie nicht kann. „Ich weiß nicht mehr weiter„, sagt Aßmann. “Wir brauchen Hilfe, sonst stehen wir in wenigen Tagen auf der Straße!“

Haben Sie Wohnraum, den Sie der Familie anbieten können? Dann melden Sie sich in der OZ-Redaktion. Wir stellen den Kontakt her. 03834 / 793 687



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