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Usedom Faszination Friesen: Aufsitzen zum Strandritt
Vorpommern Usedom Faszination Friesen: Aufsitzen zum Strandritt
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00:06 07.05.2018
Für den Ritt durch das Wasser in Zinnowitz hatten sich die Pferdefreunde eine Sondergenehmigung eingeholt. Quelle: Foto: Henrik Nitzsche
Trassenheide

Würde er von jedem, der ein Foto macht, 50 Cent nehmen, wäre die Veranstaltung bezahlt. Denn wo Riccardo Neubert und seine Mitstreiter auftauchen, werden die Handys oder Fotokameras in Stellung gebracht. Es sind aber nicht Neubert & Co., die die Massen faszinieren, sondern ihre Vierbeiner. Pechschwarz, elegant, kraftvoll und von königlicher Extravaganz – Friesen, die Pferderasse aus Holland.

Seit fünf Jahren treffen sich einmal im Jahr auf Usedom Liebhaber dieser Pferderasse / Schweizer sind auch dabei

Knapp 40 dieser Pferde mit dem wallenden Langhaar fühlten sich am Samstagvormittag sichtlich wohl am Strand zwischen Zinnowitz und Trassenheide. Sie galoppierten hinein in die sanften Wellen der Ostsee und ließen das Wasser immer wieder aufspritzen. Für Neubert ist das noch immer ein Traum: „Einmal am Meer reiten“, sagt der Mann aus dem erzgebirgischen Zschopau, der die Veranstaltung organisiert. Zum fünften Mal hieß es bereits „Ostsee Strandritt“. Knapp 40 Pferde, drei Kutschen und 28 Reiter sorgten am Samstag im Inselnorden für staunende Blicke. „Logistisch ist das immer wieder eine Herausforderung“, meint Neubert, der sich vor 14 Jahren seinen ersten Friesen gekauft hat.

Und der per Zufall seine Gleichgesinnten – „wir haben alle die gleiche Macke“ – auch noch auf den „Friesenhof“ nach Trassenheide gebracht hat. Erst nach der Ankunft stellte sich heraus, dass das Hotel nicht wegen der Pferderasse so heißt, sondern wegen des Nachnamens des Eigentümers. Egal, Neubert blieb und organisierte vor fünf Jahren mit 18 Pferden und zwei Kutschen den ersten Ausritt. Das Teilnehmerfeld – vorrangig aus Ostdeutschland sowie Österreich und der Schweiz – hat sich inzwischen verdoppelt. Der Aufwand auch. „Die Route muss mit den Kurverwaltungen, dem Ordnungsamt und mit der Forst abgestimmt werden. Man kennt sich bereits. Für Samstag bekamen wir eine Sondergenehmigung, damit wir mit den Tieren zwischen 10 und 15 Uhr ins Wasser dürfen. Die Pferde lieben das“, sagt der Zschopauer, der im Automobilgeschäft tätig ist. Und den Ausritt auf einem PS nutzt, „um den Kopf frei zu bekommen“.

Von Beginn an dabei ist Annette Wallenburg aus Papitz im Spreewald. Friesenpferde sind die große Leidenschaft in ihrer Familie, die mit vier Pferden und einer Kutsche nach Usedom gekommen ist. „Es ist immer wieder ein tolles Bild, wenn fast 40 schwarze Pferde sichtlich vergnügt im Wasser herumtollen. Das ist Ästhetik pur.“

Dass man auch ohne Pferd bei dem Ausritt dabei sein kann, zeigen die Schweizer, die seit 2017 dabei sind. Ihnen wollte man nicht zumuten, die rund 1000 Kilometer mit dem Pferd anzureisen. „Sie fliegen bis Berlin und bekommen dann vor Ort ihren Friesen“, sagt Neubert, um dann den Traum zu leben, einmal am Meer zu reiten.

Henrik Nitzsche

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