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Usedom Feuerwehr war sogar Geburtshelfer
Vorpommern Usedom Feuerwehr war sogar Geburtshelfer
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07:18 30.08.2013
Vier der sieben Lassaner Feuerwehr-Jubilare dieses Jahres: Fred Schönfeldt, Jochen Will, Gustav Schützler und Harry Kohn (v. l.). Im Hintergrund ist das neue Löschfahrzeug zu sehen. Quelle: Dietrich Butenschön
Lassan

In der Lassaner Feuerwehr gab es jetzt eine wahre Flut von Jubiläen: Mit Fred Schönfeldt, Jochen Will und Hans-Reinhold Meier konnten drei Kameraden der Ehrenabteilung auf 60 Jahre Mitgliedschaft zurückblicken, während Gustav Schützler, Horst Reusch, Harry Kohn und Heinz Janßen seit 50 Jahren dazugehören. Fred Schönfeldt, Horst Schützler, Horst Reusch und Jochen Will waren einer Einladung der OZ zu einer kleinen Gesprächsrunde gefolgt, in deren Verlauf auch so manche nicht so ganz alltägliche Begebenheit berichtet wurde.

So die Sache mit dem Sarg und dem Brot: Es war im Katastrophenwinter 1978/79. Lassan war von der Außenwelt abgeschnitten, normale Fahrzeuge kamen nicht mehr durch. Doch das Leben, in diesem Falle wohl eher der Tod, forderte dennoch sein Recht: Eine alte Frau war gestorben und sollte trotz der widrigen Umstände würdig unter die Erde gebracht werden. Der für die Beisetzung benötigte Sarg aber stand in Anklam — also musste die Feuerwehr mit ihrem geländegängigen Fahrzeug ran. Da es in Lassan an Brot fehlte, wurde auch das noch in Anklam besorgt, doch als es verladen werden sollte, stellte sich heraus, dass es an einem geeigneten Behältnis fehlte. Aber: War der Sarg nicht gerade erst gezimmert und innen mit sauberem Papier ausgeschlagen? Also wurde er nebst Deckel kurzerhand zum Brotcontainer umfunktioniert.

Im selben Winter ergab sich in der Stadt eine noch viel dramatischere Situation: Eine junge Frau stand kurz vor der Entbindung. Da in Lassan der Strom ausgefallen war und es auch kein Wasser gab, sahen sich Arzt und Hebamme außerstande, für eine normale Geburt zu sorgen. Also kämpfte sich der Robur der Lassaner Wehr mit Heinz Janßen am Lenkrad erneut durch die Schneemassen gen Anklam. Mehrere Male blieb er stecken; die Besatzung musste schippen und schieben, ehe es weiterging. Die Mühen wurden belohnt: Am 29. Dezember 1978 um 22.45 Uhr kam im Anklamer Krankenhaus ein gesunder Junge zur Welt.

Ansonsten aber verlief der Feuerwehralltag für die heute betagten Kameraden weitaus unspektakulärer. Neben dem normalen Dienst widmeten sie sich dem Kampfsport — nach ihren Erinnerungen weitaus intensiver als das heute der Fall ist. Die Feuerwehr-Kampfbahn oder das Sturmleitersteigen gehörten zu den zu absolvierenden Disziplinen, die Wettkämpfe waren intensiv vorbereitete Höhepunkte.

Unsere vier Gesprächspartner trugen ein gutes Maß an Verantwortung für die Lassaner Brandlöscher — Schönfeldt und Will als Wehrleiter, die anderen in leitender Funktion des vorbeugenden Brandschutzes. In den zu DDR-Zeiten bestehenden Wirkungsbereichen, gewissermaßen den Vorläufern der heutigen Amtswehrbereiche, erfüllten sie weitere Aufgaben. Wenn sich die Ehrenabteilung an jedem letzten Mittwoch im Monat trifft, dann heißt es oft: „Weißt du noch?“

Dietrich Butenschön

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