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Feuerwehren müssen Profi-Unternehmen werden

Wolgast Feuerwehren müssen Profi-Unternehmen werden

Das Ausbluten unserer Feuerwehren und deren Abmeldung von der Einsatzbereitschaft ist nicht im demografischen Wandel begründet. Vielmehr ist es den Bürgerinnen und Bürgern nicht mehr vermittelbar, dass sie im freiwilligen Einsatz einen vor Schmerzen schreienden Autofahrer aus dem Autowrack schneiden oder unter schwerem Atemgerät in ein Haus gehen sollen, um ein Menschenleben zu retten.

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Peter Freygang

Wolgast. Dabei riskieren sie noch ihre eigene Gesundheit oder gar das eigene Leben.

Hier sind Profis gefragt, die mit einem vollen und ausreichenden Lohn bezahlt werden. Kenner der Finanzsituation unserer Gemeinden werden mir vorhalten: Wunschdenken — völlig illusorisch. Am Beispiel der Haushaltszahlen der Freiwilligen Feuerwehr Wolgast für 2011 zeigt sich das Dilemma: Geplante Ausgaben für die Feuerwehr rund 240 000 Euro; darunter für Personalausgaben knapp 42 000 Euro. Als Einnahmen stehen knapp 11 000 Euro gegenüber; darunter an Gebühren knapp 7800 Euro.

Den Differenzbetrag von rund 230 000 Euro trägt die Stadt. Im Klartext: Die Stadt Wolgast hat die Kosten zu tragen beispielsweise für die Rettung eines Autofahrers. Gleiches gilt für alle Freiwilligen Feuerwehren. Die Einnahmenseite ist es, die dem Haushalt der Wehr in Wolgast zur Last geworden ist. Es fehlt das Geld, um die Kosten der Feuerwehr zu erbringen.

Das muss vom Tisch und nicht erst ab 2014. Innenminister Lorenz Caffier (CDU) sollte kurzfristig dem Schweriner Landtag ein Gesetz vorlegen, nach dem jeder Einsatz einer Feuerwehr vom Verursacher nach kostendeckenden Sätzen zu bezahlen ist. Wer einen Unfall verursacht, muss künftig für den Feuerwehreinsatz bezahlen. In die Kfz-Versicherungen sind die Kosten für die Bergung aufzunehmen. Ist kein Unfallverursacher zu greifen, muss die Landeskasse einspringen. Künftig müssen die Kosten für die Löschung eines Brandes vom Verursacher, Mieter oder Hauseigentümer getragen werden. Die entsprechenden Versicherungen müssen als Risiko den Löscheinsatz beinhalten. Ist kein Verursacher zu finden oder bei ihm (Hartz IV-Empfänger) nichts zu holen, so muss die Landeskasse einspringen.

Die Freiwilligen Feuerwehren haben nicht ausgedient. Dort, wo auf dem Lande Wehren im Einsatz sind, besteht meist echte Kameradschaft unter den Anwohnern. Sie ist ein sozialer Bezug, der keinem Dorf verloren gehen sollte. Die Freiwilligen Feuerwehren sollten bei Großbränden und Naturkatastrophen verstärkt zum Einsatz kommen. Als Retter bei Verkehrsunfällen sowie Haus- und Wohnungsbränden sollten Schwerpunktfeuerwehren zur Verfügung stehen mit voll bezahlten Wehrfrauen und Wehrmännern.

Es ist ein Unding, dass die Wolgaster Feuerwehr jetzt für die abgemeldete Neeberger Feuerwehr einspringen soll. Ist die Peenebrücke oben, kann in Neeberg ein Haus in aller Ruhe abbrennen. Nicht daran zu denken, dass sich ein Mensch in Feuersgefahr befindet. Schon jetzt könnten die Beamten der Wasserschutzpolizei Wolgast, die über Winter nicht aufs Wasser können, bei der Feuerwehr aushelfen.

* Peter Freygang ist Immobilienmakler in Wolgast

Peter Freygang

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