Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Usedom Feuerwehrmann mit Leib und Seele: Ehrenabzeichen für Karlshagener
Vorpommern Usedom Feuerwehrmann mit Leib und Seele: Ehrenabzeichen für Karlshagener
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 14.11.2016

Gäbe es bei der Feuerwehr eine Dienststellung wie den Hauptfeldwebel, die „Mutter der Kompanie“ – Siegfried Stubbe wäre sie wie auf den Leib geschneidert. Die Zeiten des Einsatzes bei der Brandbekämpfung, bei technischen Hilfeleistungen oder anderen Bestandteilen des aktiven Feuerwehrdienstes sind für den 76-Jährigen lange vorbei, aber er sorgt immer noch mit vollem Engagement dafür, dass seine Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Karlshagen in den Einsatz gehen können, ohne sich um in diesem Augenblick für sie zweitrangige Dinge kümmern zu müssen. Mit seiner sprichwörtlichen Zuverlässigkeit sorgt er zum Beispiel dafür, dass stets genügend Verpflegung und Getränke da sind, wenn die Löschgruppe nach manchmal stundenlangem Dienst ins Gerätehaus zurückkommt; dort hält er auf Ordnung und Sauberkeit. Und da kann es auch schon mal vorkommen, dass er, der sonst vor allem den Jüngeren so schnell nichts nachsieht, ihnen den einen oder anderen achtlos fallen gelassenen Ausrüstungsgegenstand stillschweigend nachräumt. Wobei Siegfried Stubbe keinen großen Summs um sein Tun macht, ist er doch auch bekannt für seine Bescheidenheit.

Wurde für 60 Jahre Feuerwehr geehrt: Siegfried Stubbe. Quelle: db

Begonnen hat er bei den ehrenamtlichen Brandschützern vor 60 Jahren. „Ich wäre gern schon früher eingetreten, aber man durfte mit dem Dienst in der Feuerwehr erst mit 16 anfangen. Als es dann so weit war, habe ich keine Minute länger gezögert.“ Dabei gehörte es in seinem damaligen Lehrbetrieb, der Tischlerei von Erich Lüder, gewissermaßen zum guten Ton, dass die gesamte Belegschaft in der Feuerwehr war.

Als sich Siegfried Stubbe am 22. Juni 1956 zu seinem ersten Dienst in der Feuerwehr Karlshagen meldete, da gab es dort nicht mal ein motorisiertes Fahrzeug. Die Spritze musste von den Kameraden selbst zum Brandort gerollt werden, manchmal gab es Hilfe durch einen Vorspann von der Fischereigenossenschaft. Erst 1958 bekam die Wehr ein ausgedientes Polizeifahrzeug, das in Eigenregie zum Feuerwehrauto umgerüstet wurde. Damit hatte es übrigens seine ganz eigene Bewandtnis: Damals war die Karlshagener Wehr im Bezirk Rostock bekannt für ihre guten Leistungen im Sturmleitersteigen. Weil sie ein für diese Disziplin dringend benötigtes Sicherungsnetz entwickelt hatte, wurde sie mit dem neuen Fahrzeug „belohnt“. Dieser damals viel praktizierte Teil des Feuerwehr-Kampfsports entwickelte sich bald zur Lieblingsdisziplin Stubbes, er wurde zu einer sicheren Bank seiner Mannschaft zum Beispiel bei Bezirksausscheiden.

Zu Hause hat Siegfried Stubbe in seiner Frau Hildegard, die wie er zur Ehrenabteilung der Wehr gehört, einen wichtigen und unverzichtbaren Rückhalt für sein unermüdliches Engagement. Mit allen anderen Kameradinnen und Kameraden freute sie sich mit ihm, als er beim Ball der Feuerwehren des Nordamtes mit dem Ehrenzeichen am Bande für 60 Jahre Zugehörigkeit zur Feuerwehr ausgezeichnet wurde.

Dietrich Butenschön

Mehr zum Thema

Seit einem Jahr geben 20 Ehrenamtliche in der Marienkirche Deutsch-Unterricht für Flüchtlinge

10.11.2016

Bürger informieren sich über altengerechtes Wohnen / Arbeitsgruppe zur Entwicklung des Ostseebades erfragt Interesse an gemeinschaftlichen Wohnformen

11.11.2016

Schulmediatoren im Seniorenalter sind beliebt / Greifswalder suchen jetzt nach weiteren Mitstreitern

12.11.2016

Im Kaiserbädersaal muss „Herr Kummer“ herhalten / Hauptnummer beim Zinnowitzer Bettenball: Geburt auf der B 109

14.11.2016

Aus touristischer Sicht können die Kaiserbäder auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken.

14.11.2016

Zeit zum Gedenken und Nachdenken am gestrigen Volkstrauertag auf dem Golm in Kamminke

14.11.2016
Anzeige