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Flüchtlinge finden kaum Jobs – „Kümmerer“ sollen helfen

Greifswald Flüchtlinge finden kaum Jobs – „Kümmerer“ sollen helfen

Arbeitsagentur plant, per „Vermittlungsdreieck“ über 100 Stellen zu besetzen

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Der Syrer Yousef Khadija ist seit einem Jahr in Deutschland und froh, seit Oktober im Steakhouse „Jack & Richie's“ in Greifswald zu arbeiten. „Er macht sich gut“, sagt sein Chef über ihn.

Quelle: Foto: Kai Lachmann

Greifswald. Die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt ist nach wie vor eine große Herausforderung. Etwa 80 Geflohene fanden 2016 in Vorpommern-Greifswald einen Job. „Viele davon sind im Gastgewerbe untergekommen“, teilt Kristina Birkholz, Sprecherin der Arbeitsagentur mit.

Oft sei es so, dass Flüchtlinge lieber eine Arbeit aufnehmen und schnell Geld verdienen wollten, um auf eigenen Beinen zu stehen, anstatt eine dreijährige Ausbildung zu absolvieren. Das in Deutschland vorherrschende Modell der dreijährigen Lehre sei im Ausland sowieso weitestgehend unbekannt. Facharbeiterberufe würden dort oft „angelernt“, so Birkholz.

Die Vermittler hätten gelernt, dass eine intensivere Betreuung als bisher nötig ist, um Flüchtlingen die ersten Schritte in den Arbeitsmarkt zu erleichtern. Deshalb hat die Agentur ein neues Modell namens „Vermittlungsdreieck“ entwickelt, dass Erkenntnisse aus der Vergangenheit berücksichtigt: Sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber sollen vor allem in der Anfangszeit individueller von der Arbeitsagentur unterstützt werden. Dazu werden „Kümmerer“, die über Fremdsprachenkenntnissen verfügen, mit einzelnen Fällen als Ansprechpartner betraut. „Wir müssen nicht nur die berufliche Situation, sondern auch viel stärker als im Vergleich zu deutschen Arbeitnehmern ihr soziales Umfeld mitdenken“, erklärt Arbeitsagenturchef Heiko Miraß.

Da gehe es um Dinge, die für Deutsche völlig normal seien: „Wie sucht man eine Wohnung, wie meldet man sich um, was macht man, wenn Hilfe nötig ist, wie regelt man den Kontakt zur Familie? Da braucht es gerade die erste Phase des Berufseinstiegs eine intensive Begleitung“, so Miraß. Zusätzlich sollen Arbeitgeber vor allem vom verwaltungstechnischen Aufwand entlastet werden. Mithilfe dieses Modells will die Arbeitsagentur die Vermittlungszahl von 2016 noch übertrumpfen: Ziel ist es, dass 105 Geflüchtete in diesem Jahr einen Job finden.

Neben mangelnder Qualifikation ist die Sprachbarriere noch immer einer der Hauptgründe, warum die Integration nur langsam Fahrt aufnimmt. „Im Helferbereich (Küche, Reinigung, Zimmermädchen) ist eine Verständigung auch mit grundlegenden Deutschkenntnissen möglich“, sagt Kristina Birkholz. In Bereichen wie der Baubranche, im Bürobereich oder im Kundenkontakt seien hingegen gute Deutschkenntnisse notwendige Voraussetzung. Das kann Franziska Pens, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft, nur bestätigen. „Einige Firmen haben versucht, Flüchtlinge zu beschäftigen, aber das hat oft nicht geklappt.“ Mittlerweile sei eine Anstellung von Flüchtlingen in den Unternehmen kein großes Thema mehr.

Fast 1000 auf Jobsuche

984 Flüchtlinge waren im Landkreis Vorpommern- Greifswald waren im Dezember 2016 arbeitsuchend gemeldet. Davon hatten 222 keinen Hauptschulabschluss, 124   einen Hauptschulabschluss, 110 die Mittlere Reife, 37 die Fachhochschulreife und 311 Abitur. Zu 180 Perosnen liegen keine Angaben vor. Die Abschlüsse entsprechen nicht deutschen Standards. Knapp 23 Prozent der Flüchtlinge haben eine betriebliche bzw. schulische Ausbildung oder einen akademischen Abschluss.

Kai Lachmann

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Stralsund
Der Unternehmer Ulrich Langer setzt sich in einer von ihm gegründeten Gruppe dafür ein, dass Flüchtlinge Arbeit finden. Links von ihm steht der Syrer Mohammed (20), der ein Praktikum bei Mercedes machen möchte. Rechts sein Cousin Fares (31), der in seiner Heimat als Tierarzt gearbeitet hat.

Der Stralsunder Ulrich Langer ist einer der viel beschworenen Arbeitgeber, der einen Flüchtling einstellen wollte. Doch er scheiterte an den Behörden.

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