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Usedom „Flüchtlinge sollen nicht integriert werden“
Vorpommern Usedom „Flüchtlinge sollen nicht integriert werden“
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00:00 16.08.2016

Der Greifswalder Juraprofessor Ralph Weber (55) will den Zustrom von Flüchtlingen nach Deutschland deutlich begrenzen und die Finanzmittel für deren Versorgung kürzen. Das eingesparte Geld soll in deutsche Familien und in Infrastrukturprojekte wie den Straßenausbau investiert werden. Das sind nur einige der Dinge, für die sich Ralph Weber im Landtag einsetzen will. Er tritt als Direktkandidat für die AfD im Wahlkreis 30 an.

„Wir brauchen kein Geld für Deutschkurse auszugeben“, sagt Weber. Ziel dürfe nicht die Einbürgerung sein, sondern die Rückkehr der Flüchtlinge in ihre Länder, sobald die Gefahr dort vorbei ist. Kost, Logis und Taschengeld soll es für Asylsuchende geben. Im Gegenzug müssen diese gemeinnützige Arbeit leisten, so Webers Forderung. „Beispielsweise können sie die Küste oder die Wälder sauber machen.

Wer das nicht tut, bekommt kein Taschengeld“, sagt Weber. 30 bis 40 Stunden Arbeit pro Monat schweben ihm vor. Mit Merkels Ausspruch „Wir schaffen das“ kann er nichts anfangen. „Die Frage ist doch:

Wollen wir das schaffen? Ich möchte es nicht.“ Weber ist überzeugt, dass viele Asylsuchende gar nicht aus Kriegsgebieten fliehen, sondern sich nur als Syrer ausgeben. „Hier wird in großem Maße geschwindelt.“ Ein Indiz dafür sei, dass viele während der Flucht zwar ihr Handy, aber nicht ihren Pass retten konnten. Einen kritischen Blick wirft er auch auf die wehrfähigen Männer, die ihre Kinder und Frauen in Syrien zurücklassen. „Egal, ob sie für oder gegen Assad sind, sie sollen für ihr Land kämpfen“, sagt Weber.

Das Sparpotenzial aus der Flüchtlingshilfe beträgt laut Weber mehrere Milliarden Euro. Mit dem Geld soll ein Familiensplitting eingeführt werden, das Eltern finanziell deutlich entlastet. Außerdem stellt er sich eine Mütterrente ab dem ersten Kind vor. Dadurch soll es Müttern ermöglicht werden, mit ihren Kindern mindestens bis zum vollendeten dritten Lebensjahr zu Hause zu bleiben. Noch besser findet es Weber, wenn ein Elternteil bis zum sechsten Geburtstag auf eine Berufstätigkeit verzichtet.

Weber bezeichnet sich selbst als wertkonservativ und national. Weil diese Ausrichtung in der CDU in den vergangenen Jahren immer mehr verschwunden ist, trat er 2014 aus der Partei aus und in die AfD ein.

Der Juraprofessor sorgte vor wenigen Monaten für Schlagzeilen, weil er einen Mann promoviert hat, der Mitglied einer rechtsradikalen Band war und dort Lieder sang, in denen Adolf Hitler verherrlicht wurde. Die öffentliche Empörung darüber kann Weber nicht nachvollziehen. „Er hat das als 16-Jähriger gemacht, wurde damals verurteilt und hat seine Strafe abgegolten. Warum sollte ich ihm die Fähigkeit zur Resozialisierung absprechen“, sagt Weber. Im Übrigen lehnt er es strikt ab, dass politischen Anschauungen, egal welcher Art, bei Promotionsvorhaben eine Rolle spielen sollen.

kat

OZ

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