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Usedom Freies Lernen in der Bewegung
Vorpommern Usedom Freies Lernen in der Bewegung
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11:12 02.02.2018
Lieven, Charlotte und Fabian (v.l.) aus der Klasse 8c testeten bei einem kürzlich veranstalteten „Tag der offenen Tür“ das Lesepodest in der Freien Schule Zinnowitz. Quelle: Schule
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Zinnowitz

Das Lächeln im Gesicht von Dorit Müller wird breiter: „Das Tollste an der Schule ist, dass ich seit ich hier bin, noch nie gehört habe: Das haben wir schon immer so gemacht. Denn das gibt es an der Freien Schule in Zinnowitz nicht. Hier kann man sich als Lehrer ausprobieren. Und darum ist jede Unterrichtsstunde anders.“ Dorit Müller ist Lehrerin und Tutorin der 11. Klasse und sie fungiert für die Schule als Verantwortliche für die Öffentlichkeitsarbeit.

Eine Unterrichtsstunde kann bei ihr schon mal so aussehen, dass die Schüler in einem der Multifunktionsräume auf Isomatten liegen und Shakespeare lesen. Oder sie wandern, sich gegenseitig vorlesend durch die Flure. Solche Schülerarbeitsräume gibt es auf jeder Etage der recht jungen Schule. Sie können für Vielerlei genutzt werden. Vor allem natürlich für den Unterricht in Bewegung.

Denn Bewegung wird an der Freien Schule in Zinnowitz groß geschrieben. Ein Ziel, das sich die Schule sogar ins Profil geschrieben hat. „Es gibt viele Möglichkeiten Lerninhalte mit Bewegung zu vermitteln. Nicht nur beim Sport“, weiß die Schulleiterin Martina Färber. „Es ist methodisch sehr abwechslungsreich, beispielsweise den Satz des Pythagoras auf dem Schulhof mit Kreide selbsterfahrend zu lernen oder Trendsportarten wie Frisbeegolf am Strand zu unterrichten. Das entspannt nicht nur den Unterricht, sondern bleibt im Gedächtnis.“ Wann immer es also geht, sind die 333 Schüler der 21 Klassen draußen an der frischen Luft. Maximal 18 Schüler lernen in einer Klasse. Es gibt ein Grünes Klassenzimmer unter freiem Himmel mit Bänken und einer Tafel und einem angrenzenden Schulgarten, in dem die Schüler Kräuter oder Erdbeeren anbauen.

Das zweite Profil, das sich die Ganztagsschule in freier Trägerschaft auf die Fahne geschrieben hat, ist das Thema Tourismus. „Da wir hier in einer Region leben, in der der Tourismus der Hauptwirtschaftszweig ist und wir die jungen Leute gern auch in dieser Region halten wollen, ist eine Vorbereitung auf einen Beruf im Tourismus sinnvoll“, sagt die Schulleiterin. Diese Art der Berufsorientierung fängt bereits in der 5. Klasse an. Inhalt des Faches? Vom Wissen über die eigene Region, über das Reiseverhalten bis hin zum Tourismus- Marketing wird alles behandelt, was für die Branche relevant ist. In Klasse 8 müssen die Schüler ein eigenes Wellnesskonzept erstellen. Anregungen dafür holen sie sich bei den nahen Hotels. Die touristische Aufgabe der 9. und 10. Klasse besteht darin, den „Abschlusstag“ zu organisieren. Denn der liegt allein in Schülerhand. „Hier müssen sie vom Fünft- bis zum Zwölftklässler jedem ein abwechslungsreiches Programm bieten und vom Aufbau bis zur Müllentsorgung alles beachten“, erzählt Dorit Müller.

Anders als in den meisten Schulen ist die Tagesstruktur. Der Unterricht beginnt um 8 Uhr und geht bis 12.05 Uhr. Danach gibt es eine 90-minütige Pause, in der die Schüler Mittag essen und ihre Hausaufgaben erledigen. Nachmittags gibt es weiteren Unterricht. Zusätzlich können die Schüler zwischen 24 verschiedenen Neigungskursen wählen.

In der Projektwoche können die Schüler der 5. bis 9. Klassen sich vom Kampfsport über das Upcycling von Abfällen bis zur Schülerzeitungsredaktion in ausprobieren. Zur gleichen Zeit gehen die 11.

Klassen auf Studienreise. Jedes Jahr in ein anderes Land. Vor Ort schreiben die Oberstufenschüler zu einem selbstgewählten Thema eine Facharbeit.

Sandra Grüning

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