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Usedom Friedhof: Betrunkene schänden Gräber
Vorpommern Usedom Friedhof: Betrunkene schänden Gräber
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03:52 27.08.2013
Leere Bierflaschen in den Anlagen sind Alltag. Quelle: tw
Wolgast

Ein unglaublich abstoßendes Bild bietet sich seit Monaten Besuchern des Alten Friedhofs in der Wolgaster Feldstraße: alkoholisierte Männer und Frauen benutzen die Ruhestätte als Rastplatz, betrinken sich dort bis zum Umfallen und urinieren zudem völlig ungeniert auf Gräber. Im Umfeld dieses „Treffpunkts“ liegen neben und auf Gräbern leere Bier- und Schnapsflaschen.

Wolgaster sind verunsichert und fühlen sich durch die teils stark Alkoholisierten bedrängt und verunsichert. Dazu gehört auch die 79-jährige Christel Knuth, die auf dem Alten Friedhof regelmäßig das Grab ihres Mannes pflegt. Die Wolgasterin berichtet, dass sie nur in Begleitung ihrer Tochter zum Grab ihres Mannes gehe. „Gerade als ältere Frau traut man sich dort nicht vorbei, oft sitzen bis zu fünf und mehr Leute dort und trinken Alkohol. Die Situation ängstigt mich“, sagt sie.

Besonders geschockt hat Christel Knuth ein Erlebnis vor einigen Wochen. Mitten auf dem Friedhof lag ein hilfloser und volltrunkener Mann. „Meine Tochter musste den Rettungsdienst und die Polizei rufen“, berichtet sie. Am Tag darauf hätten sie auch das zuständige Ordnungsamt der Stadt über die dortigen Zustände informiert. „Man hat uns mitgeteilt, dass sie den Friedhof mit in Augenschein nehmen werden. Aber passiert ist nichts“, beklagt die Rentnerin verärgert.

Frau G. aus Wolgast, die ihren vollständigen Namen nicht nennen möchte, besitzt ebenfalls ein Grab nahe der Gertrudenkapelle. „Wenn ich zum Grab meines Mannes gehe, meide ich den Weg entlang der Treffs“, erklärt sie. Zwar würden die Männer weder pöbeln noch betteln, „trotzdem ist der Friedhof nicht der richtige Ort zum Trinken. Dann muss die Stadt eine Ausweichmöglichkeit für diese Menschen finden.“

Wolgasts Bürgermeister Stefan Weigler (parteilos) ist angesichts der Fotos von urinierenden Männern auf dem Friedhof fassungslos. Er wollte das Thema deshalb gestern Abend auf der Stadtvertretersitzung zur Sprache bringen. „Wir haben bei der Stadt eine eigene Arbeitsgruppe zum Friedhof, weil vor allem der Diebstahl von Blumen und Pflanzen ein großes Problem ist“, sagt Weigler.

Nun müsse sich das Gremium auch mit dem Alkoholkonsum auf dem Friedhof befassen. „Wir könnten das Terrain durch die Politessen bestreifen lassen, denn laut Friedhofsatzung der Stadt Wolgast ist es verboten, den Friedhof und seine Einrichtung, Anlagen und Grabstätten zu verunreinigen oder zu beschädigen sowie Rasenflächen und Grabstätten unberechtigt zu betreten“, macht er deutlich. Werde dann jemand erwischt, könne ein Platzverweis ausgesprochen und notfalls die Polizei benachrichtigt werden.

Dennoch ist der Bürgermeister nicht überzeugt, wirklich jemand zu erwischen. „Es spricht sich sofort herum, wenn Politessen in der Stadt unterwegs sind und bestimmte Bereiche kontrollieren“, sagt er.

Die Klagen der älteren Damen nimmt er aber ernst: „ Wir müssen verhindern, dass alkoholisierte Mitbürger auf dem Alten Friedhof herumliegen oder sogar die Gräber beschmutzen.“ Über das Wie müsse die Stadtvertretung befinden.

Das stinkt zum Himmel
Friedhöfe sind dazu bestimmt, den Angehörigen Verstorbener ein ungestörtes Totengedenken zu ermöglichen. Auf dem alten Friedhof in Wolgast ist diese Funktion stark eingeschränkt: Täglich treffen sich dort Männer (und Frauen), um bis zum Umfallen zu trinken. Zwar krakeelen und pöbeln sie nicht, doch ihre Notdurft verrichten sie in den Anlagen und auf den Gräbern, und manch einer schläft seinen Rausch mitten auf dem Friedhofsweg aus. Ein Anblick, der nicht nur ältere Damen verschreckt.

Die Stadt will handeln. Die bereits existierende Arbeitsgruppe Friedhof, die sich bislang mit Pflanzendieben befasste, soll es richten. Doch: ein Alkoholverbot in der Friedhofssatzung ist als juristische Handhabe sicher sinnvoll, das Trinkgelage beenden dürfte es nicht. Hier ist eher — wie schon oft — ein sachliches Gespräch der Politessen mit den durstigen Wolgastern oder notfalls auch eine klare Ansage der Polizei gefragt.

Cornelia Meerkatz und Tilo Wallrodt

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