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Usedom Fröhliche Begeisterung und jugendlicher Schwung
Vorpommern Usedom Fröhliche Begeisterung und jugendlicher Schwung
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00:00 22.08.2016

Natürlich war es ein Chorkonzert, aber die Bezeichnung „Chorfest“ trifft das, was vorgestern Abend in Wolgasts übervoller St. Petrikirche geschah, wohl besser. Denn das, was hier zwei Stunden lang auf sehr unterschiedliche und – wir nehmen es vorweg – begeisternde Weise erklang, war weitaus mehr als nur die Summe „normaler“

Probenarbeit. Es war der Höhe- und Schlusspunkt der fest auf Usedom verankerten, nunmehr 11. Internationalen Jugendkammerchorbegegnung des bundesweiten Arbeitskreises Musik in der Jugend (AMJ), dem mit sechs Mädchen- und gemischten Jugendchören aus Weißrussland, Estland, Italien und Deutschland erneut der Nachweis für die Sinnfälligkeit eines solchen aufwändigen Unternehmens gelang.

Neun arbeitsreiche Tage auf Usedom, viele Inselkonzerte und der eindrucksvolle Abschluss dürfen als handfeste Belege gelten. Insofern war der Wolgaster Abend sowohl Präsentation intensiver künstlerischer Arbeit als auch Demonstration eines übergreifenden Anliegens: Singen als bereicherndes, zudem völkerverbindendes Miteinander. Und das konnte wahrlich begeistern: mit Einzelbeiträgen der von ihren eigenen „Chefs“ geleiteten Chöre, ihrer Kombination in „Ateliers“ als nun größerer Mädchen- oder gemischter Chor und schließlich im gemeinsamen Singen aller Beteiligten. Spezifik und „Mitgebrachtes“ also im Einzelnen und Neues als gemeinsam Erarbeitetes. Erstaunlich, was dabei den Atelierleitern aus den USA (Stan Engebretson), der Schweiz (Dominique Tille) und Spanien (Basilio Astulez) in diesen wenigen Tagen gelang. Dazu gehört die Erarbeitung eines äußerst vielseitigen internationalen und oft erfrischend jugendgemäßen Repertoires, eine mit Stilgefühl und Klangkultur beeindruckende Ensembleleistung der rund 200 Sängerinnen und Sängern, vor allem aber eine so ursprünglich musikantische wie gestalterisch durchgearbeitet und mit mannigfaltigen Bewegungsabläufen potenzierte Ausstrahlung, die in St.Petri zu hier sonst wohl eher ungewohnten Begeisterunsgausbrüchen führte. Wie auch nicht, wenn zwischen klangsattem Bruckner und schlichtem Volkslied, traditionellem konzertanten Chorsatz, farbiger Folklore und unorthodox moderner Singpraxis, dem Einzelstück und großem, choreographisch durchgestylten Werk-Komplex eine Überraschung die andere jagt, Spannung und Neugier auf den nächsten Chorsatz nie nachlassen und sich die inspirierende Lust am Singen auch dem Publikum inspirierend und direkt mitteilt. So geriet dieser bemerkenswerte Abend nicht nur zum Konzert schlechthin, sondern – und das ist viel mehr – zu einem Gemeinschaftserlebnis mit sicher nachhaltiger Wirkung. Schön, dass es so etwas gibt!

Ekkehard Ochs

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