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Usedom Frust bei unseren Händlern: Kreis holt Schulbücher aus Großstädten
Vorpommern Usedom Frust bei unseren Händlern: Kreis holt Schulbücher aus Großstädten
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03:44 05.09.2013
Die Bücher der Grundschule in Zinnowitz kommen aus Wolgast. Darüber freuen sich Phillip (v.l.), Alia, Lisa, Emilie und Sepp. Quelle: Alexander Müller
Zinnowitz

Buchhändler und Schulen ärgern sich: Die Bücher für das neue Schuljahr kommen mal wieder nicht aus der Region, sondern von Lieferanten aus deutschen Großstädten. Der Kreis Vorpommern-Greifswald hatte wie jedes Jahr den Auftrag für neue Lehrbücher beispielsweise für das Gymnasium in Wolgast ausgeschrieben. Doch anstatt ihn an unsere Geschäfte zu vergeben, haben Händler aus Berlin, Hamburg und Veitsbronn in Bayern gewonnen. 150 000 Euro bleiben dadurch nicht in der Region, sondern werden vom Kreis in andere Bundesländer überwiesen. Und das nicht zum ersten Mal — bereits 2012 kamen die Mathebücher von weit her.

Buchhändler Jens Finger aus Greifswald ist genervt. Wieder ging seine Hugendubel-Filiale bei der Auftragsvergabe leer aus. „Solche Aufträge sind wichtig für lokale Buchhändler. Schließlich sichern wir hier die Arbeitsplätze und zahlen Gewerbesteuer“, sagt er. Finger kritisiert außerdem die Transparenz des Verfahrens. Bei seiner Bewerbung sollen bestimmte Kriterien nicht erfüllt worden sein.

Eine Nachfrage diesbezüglich beim Landkreis blieb seinen Angaben zufolge aber bis heute unbeantwortet.

Insgesamt haben sich laut dem Landkreis 28 Geschäfte aus ganz Deutschland um den Auftrag beworben, Gymnasien, Förder- und Berufsschulen zu beliefern. Drei Buchhandlungen davon sind aus der Region:

aus Greifswald, Eggesin und Pasewalk. Weil die Angebote durch die Buchpreisbindung aber alle gleich gut waren, musste das Los entscheiden.

Für Kulturamtschef Uwe-Ulrich Schulz tragen die lokalen Geschäfte jedoch selbst die Verantwortung dafür, dass es nicht geklappt hat. „Wir haben in die Ausschreibung extra reingeschrieben, dass schnelle persönliche Betreuung wichtig ist. Darauf ist aber keiner von ihnen eingegangen“, sagt er. Und genau an der persönlichen Betreuung scheint es bei den Lieferanten aus den Metropolen nun zu hapern. Nach OZ-Informationen haben sich Schulleiter bereits beim Landkreis beschwert, weil die Schulbuchlieferungen nicht so klappen, wie sie sich das vorstellen.

Wie es auch anders gehen kann, zeigt das Beispiel der Grundschule in Zinnowitz. Dort kommen die Lesebücher von Phillip, Alia, Lisa, Emilie und Sepp (siehe Foto) von einem Buchladen aus Wolgast. „Wir sind sehr zufrieden“, sagt Schulleiterin Kerstin Goetz. Die Mitarbeiter würden schnell auf Probleme eingehen und sogar Weiterbildungen zu neuen Schulbüchern anbieten. Möglich ist das, weil für Grundschulen die Gemeinden zuständig sind. Da der Auftrag nicht so groß ist wie beim Kreis, braucht er nur regional ausgeschrieben zu werden. „Und das werden wir auch nicht ändern. Wir wollen Buchhändler von hier haben“, sagt Hauptamtschefin Barbara Schmöker.

Das sind die Lieferanten
28 Händler hatten sich darum beworben, Gymnasien, Berufs- und Förderschulen im Kreis beliefern zu dürfen. Die Antonius-Buchhandlung Hamburg ist zukünftig für den ehemaligen Kreis Ostvorpommern zuständig. Der Schulbuchprofi Berlin versorgt den Altkreis Uecker-Randow und der Schulbuchverlag Veitsbronn die Berufsschule Greifswald.

Alexander Müller

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