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Usedom Frust wächst: Zirchower fordern Umgehungsstraße
Vorpommern Usedom Frust wächst: Zirchower fordern Umgehungsstraße
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00:05 09.06.2017
Zirchow

In Zirchow regt sich Unmut wegen einer fehlenden Ortsumgehung. Seit vielen Jahren kämpfen die Einwohner für die Umgehungsstraße, weil sich der Verkehr, besonders der Schwerlastverkehr durch das Dorf wälzt, „auf einer Bundesstraße, die die gesetzlich vorgeschriebene Mindestbreite nicht erfüllt. Die liegt bei 3,25 Meter, tatsächlich sind die Fahrbahnen der B 110 aber nur 2,70 bis 2,90 Meter breit“, sagt Diana Genz.

Arbeitsgruppe will Druck auf Schwerin erhöhen / Bundesverkehrsminister soll Post bekommen / B 110 erfüllt nicht die Norm einer Bundesstraße

Sie gehört der Arbeitsgruppe „Ortsumgehung Zirchow“ an, die nun mit Vehemenz auf das Dauerproblem aufmerksam machen will. Parallelen zum kleinen gallischen Dorf sind durchaus gegeben, denn Adressat des Unmutes ist der Bund. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) soll deshalb Post bekommen aus der knapp 600-Seelen-Gemeinde. „Unsere Forderung ist, in einem überschaubaren Zeitraum eine für die Bewohner der Gemeinde akzeptable Ortsumgehung zu realisieren“, formuliert es Kathrin Flindt von der Arbeitsgruppe. Sie verweist auf eine Karte, auf der die Ortsumfahrt eingezeichnet ist – vor Kutzow könnte die Ausweichstraße parallel zur B 110 auf dem alten Bahndamm verlaufen und hinter Zirchow in Richtung Norden vor Ulrichshorst wieder auf die L 266 treffen. „Das ist eine Idee von vielen, die wir vor Jahren hier schon hatten. Es gibt mittlerweile zwei fertige Verkehrskonzepte.

Viele Minister waren schon vor Ort, doch bis heute ist nichts passiert. Das ist schon frustrierend“, sagt Gemeindevertreter Benno Krüger, der sich auch in der Arbeitsgruppe engagiert. Und der noch immer vor Wut kocht, wenn er an das Schreiben aus dem Straßenbauamt Stralsund vor zwei Jahren denkt. Damals hieß es in einem Fünf-Zeiler: „Die Planungen zur Ortsumgehung Zirchow wurden eingestellt.“

Begründet wurde die Absage mit der fehlenden Notwendigkeit.

Krüger und seine Mitstreiter sehen das ganz anders. Sie bewerten es als einen „kleinen Schritt“, dass ihre Forderung nach einer Ortsumgehung im jüngsten Kreistag Vorpommern-Greifswald Gehör gefunden hat. In Form eines Beschlusses – der Kreistag bittet die Landesregierung sehr eindringlich, die Voraussetzungen für eine Ortsumgehung in Zirchow zu schaffen. Dass damit aber noch nichts erreicht ist, da sind sich die „Umgehungs-Aktivisten“ einig. „Wir müssen in Richtung Schwerin den Druck erhöhen. Von dort muss es weiter an den Bund delegiert werden“, sagt Krüger, der mit Sorge zum polnischen Nachbarn blickt. „Ich bin erstaunt, mit welcher Entschlossenheit in Polen Projekte angegangen werden. Da gibt es EU-Geld, das müsste doch auch für unser Anliegen möglich sein.“ Der Zirchower bezieht das auf den geplanten Swinetunnel, der die Inseln Usedom und Wollin verbinden wird.

„Wir rechnen dann mit einer massiven Zunahme des Durchgangsverkehrs. Das würde die Sicherheitslage im Ort stark gefährden.“ Durch den Anstieg des Schwerlastverkehrs könne es zunehmend zu Schäden an den Häusern kommen. Diana Genz verweist auf das Verkehrsunfallrisiko: „Jetzt ist kaum Platz, wenn sich Lkw oder Busse mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen begegnen.“

Hoffnung gibt es nun aus Schwerin: „Seit Polen die Planungen für den Swinetunnel intensiviert, hat das Energieministerium gutachterliche Untersuchungen veranlasst, um herauszufinden, wie sich solch ein Vorhaben auf die Straßen und Häfen des Landes auswirkt. Die Ergebnisse liegen voraussichtlich im dritten Quartal 2017 vor. Obwohl die Ortsumgehung Zirchow nicht im Bundesverkehrswegeplan 2030 steht, könnten die Planungen wieder aufgenommen werden, wenn es gelingt, die Wirtschaftlichkeit unter Beachtung des durch den Swinetunnel verursachten Verkehrs nachzuweisen“, hieß es gestern von Ministeriumssprecher Hermann J. Olbermann.

Aktuell entspreche die Ortsdurchfahrt Zirchow nicht dem für Bundesstraßen festgelegten Standard hinsichtlich der Straßenbreite. Regelkonforme Breiten seien angesichts der engen Bebauung derzeit nicht möglich, so Olbermann.

Henrik Nitzsche

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