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Usedom Fünf Sterne für Insel-Gottesdienst
Vorpommern Usedom Fünf Sterne für Insel-Gottesdienst
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03:38 13.07.2013

Auch das gibt es: Fünf Sterne für einen Gottesdienst. Was in der Hotellerie für höchste Qualität steht, ist nun auch ein Qualitätsmerkmal für die evangelische Kirchengemeinde Heringsdorf. Denn ein unangemeldeter Gottesdienstkritiker des evangelischen Monatsmagazins „Chrismon plus“ hatte Ende Mai die Liturgie, Predigt, Musik und Atmosphäre beurteilt und dafür dreimal fünf Sterne und einmal vier Sterne vergeben.

Konkret handelte es sich um einen speziellen Gottesdienst am 26. Mai, den Pastor Dr. Tilman Beyrich dem Arzt, Theologen und Friedensnobelpreisträger Albert Schweitzer widmete, und in dessen Rahmen eine Taufe am Strand stattfand. Für Chrismon-Journalist Uwe Birnstein stellte sich die Situation so dar: „Brrr. Kalt und nieselig ist‘s an der Ostsee. Und das Ende Mai! Auf Trampelpfaden geht es den Hügel hinauf zur Heringsdorfer Backsteinkirche. Alle Bänke besetzt, alle Achtung, gut hundert Menschen.“

Den Gottesdienst beschreibt der Autor dann mit folgenden Worten: „... Beschwingt eröffnet der Organist den Gottesdienst mit einem Bach-Präludium. Pastor Beyrich tritt vor und zeigt zwei seltene Talente: Er blickt freundlich, ohne pastorales Gehabe. Und er spricht frei, ohne Zettel. Er begrüßt die Gemeinde, besonders eine Tauffamilie. Dann eilt er durch die Kirche und die Treppe zur Empore hinauf. ... Der kleine Chor, auf des Pastors Bass angewiesen, beginnt zu singen. ... Schon steht der Pastor auf der Kanzel und bringt die Gemeinde mit Anekdoten zum Schmunzeln. Er erzählt aus Schweitzers Leben und lässt dabei Unschönes nicht aus.“

Der Chrismon-Autor Uwe Birnstein habe sich erst nach dem Gottesdienst zu erkennen gegeben, berichtet Beyrich. Dass er gerade diesen speziellen Gottesdienst miterlebt habe, sei Zufall. Zum einen sei Birnstein Ende Mai für zwei Wochen in „Schreibklausur“ gewesen. Und das in der Ferienwohnung der ehemaligen Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Margot Käßmann, in Ückeritz.

Zum anderen habe Beyrich selbst den 100. Geburtstag des von Albert Schweitzer gegründeten Lazaretts in Lambaréné zum Anlass genommen, das Wirken Schweitzers in einem Gottesdienst zu würdigen.

Der studierte Theologe Birnstein war offensichtlich angetan, mit welcher Lockerheit Beyrich vor die Gemeinde trat, aber auch davon, dass er ein ausgesprochener Literaturkenner ist: „Am Ende holt er Schweitzers Leben-Jesu-Forschung hervor, einen 650-Seiten-Schinken. ... Mit leuchtenden Augen fasst der Pastor zusammen: Wie Jesus tatsächlich gelebt habe, sei weder beweisbar noch wesentlich.

Entscheidend sei, wozu Jesus heute rufe. Wow. Da ist Wissen im Hintergrund. Doch am Ende wird verständlich ein Bogen von der Theorie zum praktischen Glauben geschlagen. ... Und das alles ohne Floskeln und Harmoniegeschunkel. ...“

Natürlich begleitete Birnstein Pastor und Tauffamilie an den Strand: „Das Meer braust, der Wind pfeift, wie er will. Wacker trotzt die kleine Schar der Natur.“ Die kleine Maria wurde mit Ostseewasser getauft und danach erklang das Lied „Gott, dein guter Segen ist wie der sanfte Wind“. „Das passt“, lockte dies dem Gottesdienstkritiker hervor, der Dr. Beyrich für diesen Gottesdienst dreimal mit „sehr gut“, also fünf Sternen, auszeichnete. Der findet das „eine nette Geschichte“, auch wenn sie ein „bisschen lax geschrieben“ sei. Doch gute Werbung könne Kirche immer gebrauchen, freut er sich.

Dietmar Pühler

Am 23. Juli ist um 19.30 Uhr Theologin, Pfarrerin und Buchautorin Margot Käßmann auf Einladung der Buchhandlung Henze zu Gast in Wolgast.

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