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Für die einen 8,50 Euro pro Einsatz, für die anderen nichts

Zinnowitz/Greifswald Für die einen 8,50 Euro pro Einsatz, für die anderen nichts

Gewaltige Unterschiede bei der finanziellen Wertschätzung der Feuerwehrleute

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Der letzte große Feuerwehreinsatz auf Usedom: In Koserow brannte Anfang Oktober ein Einfamilienhaus nieder. Bis in die Morgenstunden waren einige der Kräfte im Einsatz.

Quelle: Foto: Hannes Ewert

Zinnowitz/Greifswald. Wenn es irgendwo brennt, ist große Eile geboten. Manchmal sind die Männer und Frauen der Freiwilligen Feuerwehren des Landkreises Vorpommern-Greifswald stundenlang im Einsatz, um Menschenleben zu retten oder Brände zu löschen. Die meisten von ihnen bekommen für ihre ehrenamtliche Tätigkeit nicht einen einzigen Cent, andere gehen mit 8,50 Euro pro Einsatz nach Hause. Für die nächsten gibt es nach dem Einsatz immerhin ein Bier.

OZ-Bild

Gewaltige Unterschiede bei der finanziellen Wertschätzung der Feuerwehrleute

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Glücklich kann sich der Feuerwehrmann schätzen, der im Amt Usedom Nord aktiv ist. Ab Januar 2018 soll das sogenannte „Stiefelgeld“ von zwei Euro auf 5,50 Euro steigen.

Entsprechende Beschlüsse wurden in den Gemeindevertretungen vor Kurzem gefasst. Ihre Kollegen im Amtsbereich Süd gehen leer aus, in der Gemeinde Heringsdorf gibt es demnächst auch 5 Euro pro Einsatz pro Person.

„Wir bekommen keine finanzielle Aufwandsentschädigung, uns bleibt nach dem Einsatz nur das Einsatzbier. Das bezahlen wir auch noch aus der eigenen Tasche“, betont Tom Laudien, Wehrführer in Koserow . Beim Thema Stiefelgeld ist der Insulaner zwiegespalten. „Das ist eine freiwillige Feuerwehr. Der Name ist somit Programm. Auf der anderen Seite könnten sich die Ämter erkenntlich zeigen und die Arbeit besser wertschätzen. Es muss ja nicht unbedingt Geld sein. Ein Kasten Bier würde es auch machen“, sagt er.

„Die finanzielle Entschädigung ist dafür gedacht, um nach dem Einsatz die Wäsche zu waschen, den Pieper an der heimischen Steckdose aufzuladen oder den Sprit fürs Auto zu bezahlen. In keinem Fall entspricht sie einem Lohn“, verdeutlicht Kai Goyer, Wehrführer aus Zinnowitz . „Eigentlich ist es traurig und ein Armutszeugnis, dass die Unterschiede auf der Insel so gewaltig sind. Die einen bekommen 5,50 Euro und andere gar nichts. Gut wäre, wenn die Kameraden Rentenpunkte für ihre ehrenamtliche Tätigkeit bekommen. Es kann ja nicht sein, dass sie für ihr Ehrenamt auch noch draufzahlen müssen“, erklärt er.

„In Ückeritz dürfen die Feuerwehrleute auf dem Parkplatz in Strandnähe kostenlos parken. Und wir bemühen uns, dass die Männer und Frauen im Ort einen Job bekommen, damit die Wehr auch tagsüber einsatzbereit ist“, sagt Bürgermeister Axel Kindler.

„Im Zuge der Haushaltsdiskussion 2018 wird in den Gemeinden über eine mögliche Zahlung an die Feuerwehrleute beraten. Entscheidungen gibt es derzeit noch nicht“, teilt die Lubminer Amtsverwaltungsleiterin Astrid Holzhüter mit. Nur die Kameraden der Feuerwehr Lubmin gehen nach jedem Einsatz mit 8,50 Euro Entschädigung aus dem Gerätehaus. Das ist der Höchstwert bei den Feuerwehren in Vorpommern. Die Stadt Greifswald kommt ihm nahe: Sie zahlt 7,50 Euro.

„Als Einsatz gilt bei uns auch die Absicherung von Konzerten oder die Begleitung des Osterfeuers. Für jeden Einsatz gibt es drei Euro“, sagte Stefan Weigler, parteiloser Bürgermeister in Wolgast . „Im Grunde ist es eine Entschädigung für die Reinigung der privaten Sachen. Ich würde gerne mehr für ihre Arbeit zahlen, aber das ist steuerrechtlich schwierig. Es muss kalkuliert werden“, erklärt er. „Für alle umliegenden Wehren im Amtsbereich Amt am Peenestrom gibt es ebenfalls drei Euro pro Einsatz. Das betrifft die Rettungskräfte in Lassan, Zemitz, Lütow, Hohendorf und Sauzin. „Ich würde es auch begrüßen, wenn es zusätzliche Rentenpunkte für die Feuerwehrleute gibt“, sagt Lassans Bürgermeister Fred Gransow.

Wie Heiko Burgas, Ordnungsamtschef des Amtes Landhagen , mitteilte, müssten die Wehren selbst darauf kommen, den Stein bei ihren Gemeindevertretern ins Rollen zu bringen. „Von alleine kommen die nicht darauf, den Feuerwehrleuten Geld zu bezahlen“, sagt er. „In einigen unserer Gemeinden wird sowohl für den Einsatz als auch für die Ausbildung Geld gezahlt“, erklärt Burgas.

So viel Geld gibt es

Amt Usedom Nord

Ab Januar 2018 5,50 Euro pro Einsatz, bisher 2 Euro pro Einsatz

Amt Usedom Süd

für alle Wehren kein Geld

Amt Landhagen

Mesekenhagen, Wackerow, Neuenkirchen: 5 Euro pro Einsatz und Ausbildung; Dersekow: 5 Euro je Einsatz, 2,50 Euro für Ausbildung; Weitenhagen: 5 Euro pro Einsatz, Dargelin und Behrenhoff: nichts

Amt Lubmin

Gemeinde Lubmin: 8,50 Euro pro Einsatz; die anderen Gemeinden bekommen nichts.

Gemeinde Heringsdorf demnächst 5 Euro pro Einsatz

Amt am Peenestrom

Alle Wehren erhalten 3 Euro

Hannes Ewert

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